Zuckerfrei Woche 1: Von Zuckersucht zu mehr Gesundheit?

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Der Plan klingt simpel: Vier Wochen lang soll keinen Industriezucker essen oder trinken. Das bedeutet keine Süßigkeiten mehr und auch kein zugesetzter Zucker, wie etwa in Fertigpizza. Obst und Kohlenhydrate sind weiterhin erlaubt. Doch schon kurz nach dem ich den Beschluss gefasst habe, werden Zweifel laut. Denn eigentlich bin ich eine große Naschkatze. Einen Tag ohne Süßigkeiten gibt es nie und auch an Kuchen oder anderen Süßspeisen kann ich kaum vorbeigehen.

Die erste Internetrecherche stimmt auch nicht gerade positiv.

  • Kopfschmerzen
  • Gereiztheit
  • Antriebslosigkeit
  • schlechter Schlaf

der Zuckerentzug soll die ersten Tage negative Auswirkungen haben. Hinzu kommt das Verlangen nach Süßem, das es schwer macht, weiterhin zu verzichten. Wirkt Zucker also tatsächlich wie eine Droge in unserem Körper?

Zucker als Suchtmittel?

Ernährungswissenschaftler sehen den sugarfree-Trend eher skeptisch. Bisher gibt es kaum Hinweise, dass Zucker in Maßen so viel schlechter ist als andere Nahrungsbestandteile. Lediglich ein zu hoher Zuckerkonsum kann negative Auswirkung haben, zum Beispiel Übergewicht oder Karies. Dafür sind aber noch weitere Faktoren entscheidend. Neigt jemand zum Beispiel zu Akne und Mitessern, so wird das durch Zucker begünstigt. Ein Mensch mit allgemein gutem Hautbild bemerkt dagegen keine Auswirkungen.

Eine Zuckersucht, von der viele sprechen, gibt es wissenschaftlich gesehen auch nicht. Egal, wie viel Süßes wir essen, wir brauchen nicht immer mehr, um glücklich und zufrieden zu sein. Können wir zu Zuckerhaltigem nicht Nein sagen, liegt das vielmehr an unserer Psyche. Oft lernen wir schon von Kindesbeinen an, uns mit Gebäck oder Süßigkeiten zu belohnen. Deshalb fühle ich mich als Erwachsene auch dann noch gut, wenn ich eine ganze Tafel Schokolade gegessen haben – und das trotz schlechtem Gewissen.

Doch warum sollte ich eigentlich ein schlechtes Gewissen haben? Für meinen Körper macht es keinen großen Unterschied, woraus er Energie gewinnt. Zuckermoleküle kann er direkt verwerten oder er muss Kohlenhydraten umwandeln. Denn Zucker ist wichtig, um die vielen Körperfunktionen aufrechtzuerhalten. Problematisch wird es erst durch die Menge. Ich esse einfach viel mehr Zucker, als mein Körper braucht.

Darum ist Zuckerfrei gesund

Ab und zu etwas Süßes ist nicht unbedingt ungesund. Jeder Deutsche isst und trinkt im Jahr allerdings etwa 35 Kilogramm Zucker. In Kombination mit Fett, wie etwa in den meisten Süßigkeiten, Gebäck oder Knabbersachen, bleibt es oft nicht bei einem Stück. Stattdessen verschlingen wir die ganze Tüte. Zucker nimmt so einen viel zu großen Teil der täglichen Ernährung ein.

Dass ich zu viel Süßes esse, ist mir schon lange bewusst. Manchmal schaffe ich es auch einige Tage, darauf zu achten und greife seltener in die Naschschublade oder verzichte auf das Stück Kuchen beim Bäcker. Im Alltag vergesse ich es allerdings schnell wieder. Vier Wochen lang komplett zuckerfrei zu leben, soll mir beim Erreichen des Ziels helfen.

Der Aufwand für die sugarfree-Challenge scheint zunächst ziemlich groß. Da es keinerlei Ausnahmen gibt, muss ich in den ersten Tagen die Inhaltsstoffe, von allem was ich esse und trinke, kennen. Süßigkeiten und die meisten Fertiggerichte kommen nicht mehr auf den Tisch. Wahrscheinlich werde ich Zucker in Nahrungsmitteln finden, in denen ich ihn nie vermutet habe; und andere, die zu meinem Erstaunen zuckerfrei sind.

Mit der Zeit habe ich aber hoffentlich einen Grundstock an Lebensmitteln, die ich bedenkenlos essen kann. Nach den vier Wochen muss ich deshalb nur noch ganz selten neue Gerichte oder Zutaten überprüfen. Gleichzeitig gehört der kurze Check – Zucker oder nicht – zu meinen Gewohnheiten. Versteckter Zucker, von dem ich gar nichts weiß, landet so hoffentlich nicht mehr auf meinem Teller.

Wie beim Intervallfasten sind die 30 Tage sugarfree eine Art Reset-Knopf. Danach habe ich meine Ernährungsgewohnheiten angepasst und esse hoffentlich ein weniger gesünder.

Positive Folgen von Zuckerfrei

Zucker hat keine direkten negativen Auswirkungen auf unseren Körper. Er kann aber einige unliebsame Eigenschaften begünstigen. Wer auf Zucker verzichtet oder deutlich weniger davon isst und trinkt, bemerkt deshalb vielleicht einige positive Veränderungen. Auch ich kann mich im Laufe des Monats hoffentlich über einige dieser Punkte freuen:

  • Gewichtsverlust
  • besseres Sättigungsgefühl
  • weniger Karies
  • mehr Energie durch stabilen Blutzuckerspiegel
  • besserer Schlaf
  • weniger Völlegefühl und bessere Verdauung
  • weniger Hautunreinheiten, Pickel und Akne
  • feinerer Geschmacksinn