Koliken bei Erwachsenen: Symptome und Behandlung

Person hält sich mit einem blauen Wärmekissen den Bauch, sitzt leicht nach vorne gebeugt und zeigt sichtbare Bauchschmerzen – symbolische Darstellung von krampfartigen Beschwerden wie Koliken oder starken Unterbauchschmerzen. Die Schmerzen einer Kolik treten meist ganz plötzlich auf und sind überaus heftig. | © Sora Shimazaki - pexels.com

Koliken sind bei Säuglingen und auch bei älteren Kindern weit verbreitet. Weniger bekannt ist, dass diese auch bei Erwachsenen auftreten können – und zwar gar nicht so selten. Allerdings sind die Ursachen für Koliken bei Erwachsenen meist andere als bei Kindern und können sowohl mit ungefährlichen als auch mit lebensbedrohlichen Erkrankungen in Zusammenhang stehen. Eine genaue Diagnose durch einen Arzt oder eine Ärztin ist somit unumgänglich. Neben der Ermittlung und Behandlung der zugrunde liegenden Ursache für eine Kolik müssen die Schmerzen meist medikamentös behandelt werden, um Betroffenen schnell Linderung zu verschaffen. Dabei wird in der Schmerztherapie unter anderem Metamizol als mögliche Wirkstoffoption diskutiert, dessen Einsatz jedoch ausschließlich ärztlich beurteilt und verordnet wird.

Was sind Koliken?

Wer schon einmal eine Kolik hatte, wird den typischen Schmerz so schnell nicht vergessen. Ausgelöst werden Koliken durch krampfartige Kontraktionen der glatten Muskulatur von Organen im Bauchbereich. Die Schmerzen sind bewegungsunabhängig, treten fast immer plötzlich auf und sind überaus heftig. Dabei verlaufen Koliken wellenförmig (ähnlich wie Geburtswehen): Die Schmerzen nehmen an Intensität zu, erreichen einen Schmerzhöhepunkt und nehmen wieder ab.

Von anderen Bauchschmerzen lassen sich Koliken zum einen durch die Schmerzintensität, zum anderen durch den wehenartigen Charakter der Krämpfe unterscheiden. Patienten und Patientinnen beschreiben sie als nahezu unerträglich. Umso wichtiger ist die Ermittlung und Behandlung der zugrunde liegenden Erkrankung.

Häufige Ursachen von Koliken bei Erwachsenen

Die Ursachen für Koliken können vielfältig sein. Häufige Auslöser sind Erkrankungen des Darms – darauf verweist auch der Begriff Kolik, der sich vom griechischen Wort kolon für den Grimmdarm ableitet. Dabei kann es sich sowohl um lebensbedrohliche Erkrankungen wie einen Darmverschluss aufgrund eines Tumors oder eine Appendizitis (Blinddarmentzündung) als auch um an sich harmlose funktionelle Erkrankungen wie das Reizdarm-Syndrom oder eine Lebensmittelunverträglichkeit handeln.

Weitere Darmerkrankungen, die zu Koliken führen können, sind Divertikulitis, Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Neben diesen chronischen Erkrankungen können auch Infektionen mit Bakterien oder Viren, Parasiten oder eine Lebensmittelvergiftung eine Colitis (Darmentzündung) verursachen, in deren Verlauf Koliken auftreten. Aber auch ein Magengeschwür kann für eine Kolik verantwortlich sein.

Auch Gallen- und Nierensteine können Koliken auslösen – in diesen Fällen spricht man von Gallen- bzw. Nierenkoliken. Vor allem im höheren Lebensalter sollte bei kolikartigen Beschwerden an eine akute Cholezystitis, also eine Entzündung der Gallenblase, gedacht werden. Sie entsteht meist, wenn ein Gallenstein einen der Gallenblasengänge verlegt, durch die die Gallenflüssigkeit normalerweise in den Dünndarm abfließt.

Auslöser einer Nierenkolik ist meist ein Nierenstein, der vom Nierenbecken in den Harnleiter wandert. Dabei verursacht er wellenartig an- und abschwellende Schmerzen in der Lendengegend oder im unteren Bauchraum.

Nicht immer kann der sehr heftige und mitunter weit ausstrahlende Schmerz einer Kolik genau lokalisiert werden, sodass zur Ermittlung des betroffenen Organs weitere Untersuchungen (z. B. Ultraschalluntersuchungen) nötig sind. Hier spielt auch die Krankengeschichte des Patienten bzw. der Patientin eine bedeutende Rolle. So können Ärzte und Ärztinnen besser abschätzen, welche Erkrankung möglicherweise mit der akuten Kolik in Zusammenhang steht und wie schnell gehandelt werden muss.

Symptome und mögliche Begleiterscheinungen

Je nach betroffenem Organ kann sich die Lokalisierung der Kolik-Schmerzen unterscheiden: Eine Gallenkolik äußert sich etwa im Oberbauch, eine Darmentzündung führt eher zu Schmerzen im unteren Bauchbereich. Allerdings ist dies nicht immer aussagekräftig, denn gerade Schmerzen im Bauchraum strahlen oft aus und sind deshalb nicht genau zu verorten. Bei einer Appendizitis kann mit Fortschreiten der Entzündung zudem oft eine Schmerzwanderung beobachtet werden. Auch bei Nierenkoliken kann sich die Schmerzlokalisierung verändern.

Häufig treten bei Koliken Begleitsymptome auf, darunter Übelkeit und Erbrechen, Fieber und Schweißausbrüche. Einige der Beschwerden hängen mit der Erkrankung zusammen, die die Kolik verursacht, andere – zum Beispiel Schweißausbrüche – sind eine direkte Folge des starken Schmerzes. Insbesondere kotiges Erbrechen ist immer ein starkes Warnsignal, das oft auf einen lebensbedrohlichen Darmverschluss hinweisen kann, der einen sofortigen operativen Eingriff nötig machen kann.

Auch Fieber kann ein Warnhinweis für eine Lebensmittelvergiftung oder eine bakterielle Infektion sein, die ggf. mit entsprechenden Medikamenten behandelt werden muss. Auch an eine Blinddarmentzündung sollte bei dieser Symptomatik gedacht werden. Diese kommt zwar bei älteren Erwachsenen seltener vor als bei Kindern und Jugendlichen, kann aber unbehandelt zu einem Blinddarmdurchbruch führen und damit lebensgefährlich werden.

Behandlungsmöglichkeiten

Bei der Behandlung von Koliken geht es zum einen um eine umgehende Linderung der Schmerzen, die für Patienten und Patientinnen geradezu unerträglich sein können. Zum anderen muss die zugrunde liegende Ursache ermittelt und behandelt werden, um Komplikationen und das Wiederauftreten der Koliken zu verhindern.

Je nach Art, Lokalisation und Schwere der Kolik kommen unterschiedliche krampflösende oder schmerzstillende Medikamente zum Einsatz. Kennt ein(e) Patient:in die Ursache der Kolik und sind mit den Schmerzen bereits „vertraut“, kann auf rezeptfreie Schmerzmittel zurückgegriffen werden, die sich im konkreten Fall schon in der Vergangenheit bewährt haben. Bei starken Schmerzen können Ärzte und Ärztinnen Metamizol verschreiben, wobei das Präparat nur nach ärztlicher Verordnung eingenommen werden darf.

Bei manchen Erkrankungen kann eine Schmerztherapie bereits ausreichend sein – allerdings nur, wenn die Ursache nicht behandelt werden kann oder muss. Dies gilt beispielsweise für das Reizdarm-Syndrom, das ja gerade dadurch definiert ist, dass Fachärzte und Fachärztinnen eine körperliche Ursache für die Beschwerden ausgeschlossen haben.

In den allermeisten Fällen muss die Therapie ergänzend zur Behandlung der akuten Schmerzen eine möglichst langfristige Beseitigung des Auslösers für die Kolik anstreben. Bei einer Gallenkolik oder einer Nierenkolik kann dies die Entfernung von Gallen- oder Nierensteinen sein, entweder mittels einer (minimal-invasiven) Operation, durch Stoßwellen oder Medikamente zur Auflösung des Steins. Welche Behandlungsoption am besten geeignet ist, wird von Fall zu Fall entschieden.

Verursacht eine Darmentzündung die Kolik, muss auch hier die Ursache therapiert werden. Bei bakteriellen Infektionen, zum Beispiel mit Salmonellen, ist eine Antibiotika-Behandlung nötig, während bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn idealerweise ein längerfristiger persönlicher Behandlungsplan entworfen wird. Dieser umfasst nicht nur den individuell abgestimmten Einsatz entzündungshemmender und immunmodulierender Medikamente, sondern auch eine angepasste Ernährungstherapie sowie ggf. weitere Maßnahmen.

Nicht nur die Schmerzen, auch begleitende Symptome von Koliken sollten therapiert werden. Treten Durchfall und/oder Erbrechen auf, ist darauf zu achten, den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Bei einer Schocksymptomatik muss der Kreislauf stabilisiert werden. Wenn eine Operation durchgeführt werden muss oder die Patienten und Patientinnen sehr geschwächt sind, kann eine stationäre Behandlung erforderlich werden.

Quellen

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:
Darstellung einer Hirnblutung im menschlichen Kopf mit sichtbarem Gehirn, Blutgefäßen und rot leuchtendem betroffenen Bereich – Symbolbild für Ursachen, Folgen und Behandlung einer Hirnblutung.

Aktualisiert am: 17.11.2025

Was passiert bei einer Hirnblutung? Welche Ursachen und Symptome typisch sind, wie die Behandlung erfolgt und wie Rehabilitation die Heilung unterstützen kann.

Das Bild zeigt eine Illustration eines Gehirns, das teilweise aus Puzzleteilen zusammengesetzt ist. Ein Puzzleteil fehlt, und eine Hand hält das fehlende Stück, um es in die Lücke zu setzen. Der Hintergrund ist grau.

Aktualisiert am: 30.10.2025

In Deutschland leiden etwa 1,2 Millionen Menschen an Alzheimer. Die besondere Form der Demenz gilt deshalb als Volkskrankheit. Der Welt-Alzheimertag soll jedes Jahr am 21. September über die Diagnose Alzheimer und das Leben mit der...

Mittelalter Mann mit grauem Bart schläft in Rückenlage im Bett mit geöffnetem Mund, Hinweise auf mögliche Schlafapnoe oder Schnarchen. Schlafzimmerumgebung mit weißen Kissen und Bettdecke, Fokus auf Atemprobleme im Schlaf.
Anzeige

Aktualisiert am: 28.10.2025

Schlafapnoe behandeln und Therapieabbrüche vermeiden: Die G3-Serie und PAP Link von BMC ermöglichen individuelle PAP-Therapie und effiziente digitale Kontrolle.