Aktualisiert: 01.10.2026 | Lesezeit: 3 Minuten |
Erektile Dysfunktion – Wie wird sie erkannt und behandelt?
Sowohl junge als auch ältere Männer sind häufig von erektiler Dysfunktion (ED) betroffen. Aber wie können Erektionsstörungen erkannt und behandelt werden?
Die meisten Männer mit Erektionsproblemen schämen sich, einen Arzt oder eine Ärztin aufzusuchen. Das erschwert die Behandlung enorm, da hierdurch bereits die Erstdiagnose einer erektilen Dysfunktion verhindert wird. Abhilfe schafft zum Beispiel eine ärztliche Online-Sprechstunde, bei der unangenehme Themen gezielter besprochen werden können. Im Folgenden erfahren Sie, was Männer mit Erektionsproblemen bei einem Arzttermin erwartet und wie die Diagnose und Behandlung aussehen kann.
Erektionsprobleme sind ein langfristiges Problem
Erektionsstörungen können zwar öfter auftreten, müssen aber nicht zwangsläufig eine erektile Dysfunktion sein. Hiervon wird erst gesprochen, wenn der Mann über einen Zeitraum von drei bis sechs Monaten keine Erektion bekommen oder halten kann. Daher ist der erste Schritt der Behandlung immer: Ruhe bewahren!
Abgesehen davon ist eine erektile Dysfunktion ein ernstzunehmendes Problem. Viele Patienten, die aufgrund eines Schlaganfalls im Krankenhaus behandelt werden, geben bei Befragungen an, schon über einen längeren Zeitraum unter Erektionsstörungen zu leiden. Daher sollten Betroffene, wenn es sich um ein dauerhaftes Problem handelt, unbedingt einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen.
Wie wird eine erektile Dysfunktion erkannt?
Es gibt eine Reihe von Tests, die durchgeführt werden können, um festzustellen, ob eine erektile Dysfunktion vorliegt und welche Ursachen diese habe könnte.
Am Anfang der Diagnose steht ein ausführliches ärztliches Gespräch: Seit wann bestehen die Erektionsprobleme? Treten sie regelmäßig oder nur in bestimmten Situationen auf? Auch Vorerkrankungen, Medikamente, sexuelle Wünsche, Stress und die Partnerschaft werden berücksichtigt.
Anschließend folgen eine körperliche Untersuchung und Blutuntersuchungen, insbesondere auf Blutzucker, Blutfette und den morgendlichen Testosteronwert. Je nach Befund können weitere Untersuchungen sinnvoll sein, etwa ein Ultraschall der Penisgefäße. Eine Messung nächtlicher Erektionen ist nur in ausgewählten Fällen erforderlich.
Körperliche und psychische Einflüsse lassen sich nicht immer eindeutig trennen. Bei Stress, Versagensängsten oder Partnerschaftskonflikten kann eine sexualtherapeutische Begleitung sinnvoll sein.
Was ist eine physische erektile Dysfunktion?
Um verstehen zu können, wie Erektionsprobleme zustande kommen, ist es wichtig, die männliche Erektion zu erklären. Im Penis befinden sich Schwellkörper, die wenn sie hart sind, den Blutfluss in das Glied verhindern. Somit ist der Penis schlaff. Ist der Mann sexuell erregt wird der Botenstoff Stickstoffmonooxid ausgeschüttet. Daraus synthetisiert sich ein Enzym (cGMP – Guanosinmonophosphat), dass die Schwellkörper erschlaffen lässt und so den Blutfluss in den Penis ermöglicht.
Bei einer erektilen Dysfunktion, die physische Gründe hat, wird das cGMP so schnell wieder abgebaut, dass keine Erektion entsteht. Auch ein zu niedriger Blutdruck kann zu einer erektilen Dysfunktion führen. Diese feinen Unterscheidungen können allerdings nur Fachärzte bzw. Fachärztinnen treffen, weswegen der Arztbesuch so wichtig ist.
Die Behandlungen für erektile Dysfunktion
Zur Behandlung werden häufig PDE-5-Hemmer wie Sildenafil eingesetzt. Sie hemmen das Enzym Phosphodiesterase Typ 5, das den Botenstoff cGMP abbaut. Dadurch unterstützen sie bei sexueller Stimulation die Erektion. Vor der Verordnung müssen mögliche Gegenanzeigen und Wechselwirkungen geprüft werden.
Erektionsmedikamente sind in Deutschland rezeptpflichtig. Nachdem Sie sich allerdings ein Rezept vom Facharzt oder der Fachärztin geholt haben und dieser die Behandlung mit PDE-5-Hemmern verschrieben hat, können Sie die Medikamente auch ganz einfach im Internet bestellen. Erektionsstörungen werden aber nicht nur medikamentös behandelt.
Wenn schwere Krankheiten den Erektionsstörungen zu Grunde liegen, dann müssen meistens nicht nur weiterführende Untersuchungen vorgenommen, sondern die grundlegenden Probleme behandelt werden. Testosteronmangel, ungünstige Blutzucker- oder Blutfettwerte, aber auch koronare Herzkrankheiten könnten Ursachen hierfür sein. Allerdings ist das Problem oft gar nicht so drastisch und eine einfache Umstellung des Lebensstils hin zu gesünderer Ernährung und Sport kann bereits helfen.
Weitere Informationen
- Erektionsstörungen – Erektile Dysfunktion (Gesundheitsportal Österreich): https://www.gesundheit.gv.at/krankheiten/sexualorgane/sexuelle-funktionsstoerungen/erektionsstoerung-erektile-dysfunktion.html
- Erektionsstörung: Was tun bei erektiler Dysfunktion?: https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Erektionsstoerung-Was-tun-bei-erektiler-Dysfunktion-,potenz102.html
- sildenafil: https://www.ema.europa.eu/en/medicines/human/EPAR/viagra