Grippeschutzimpfung – warum sie wichtig ist

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ÄRZTE.DE Gesundheitsratgeber Themenwoche zu Covid-19

Teil 1: Das neue Coronavirus – dreimal täglich eine Dosis Vernunft

Teil 2: Verdacht auf Coronavirusinfektion – was muss ich tun?

Teil 3: Wissenswertes rund um Viren

Teil 4: Grippeschutzimpfung – warum sie wichtig ist

 

Die Krankheit Covid-19 die durch das Coronavirus SARS-CoV-2 ausgelöst wird, breitet sich immer weiter aus. Eine Möglichkeit der Immunisierung besteht aufgrund des fehlenden Impfstoffes bislang nicht. Um Krankenhäusern und Ärzten die Arbeit zu erleichtern und Fälle von Covid-19 von der saisonalen Grippe abzugrenzen, rückt die Grippeschutzimpfung immer mehr in den Vordergrund.

Kann die Grippeimpfung gegen SARS-CoV-2 helfen?

Die Antwort darauf ist zunächst einmal klar: Nein. Dennoch kann die Grippeschutzimpfung eine wichtige Rolle bei der Behandlung des Coronavirus spielen. Der Grund ist die große Ähnlichkeit der Symptome der beiden Erkrankungen. Verfügen Sie über einen ausreichenden und aufgefrischten Grippeschutz, sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass Behörden und Ärzte Sie aufgrund von Grippesymptomen als Verdachtsfall einstufen enorm. Dadurch können viele Ressourcen gespart werden, die im Ernstfall an anderer Stelle benötigt werden.

Wichtige Informationen zur Grippeschutzimpfung im Überblick

Um Ihnen einen Überblick zu geben, weshalb eine Grippeimpfung generell wichtig ist, haben wir für Sie relevante Informationen zusammengefasst.

Wer sollte sich gegen die saisonale Grippe impfen lassen?

Jeder Mensch, auch Kinder ab sechs Monaten, sollte sich gegen die Grippe impfen lassen - Stichwort Herdenimmunität. Es gibt jedoch auch einige Risikogruppen, bei denen die Erkrankung einen schweren Verlauf nehmen kann. Für sie ist die Impfung besonders empfehlenswert. Zu diesen Personengruppen gehören:

  • Menschen über 60 Jahren
  • Schwangere ab dem vierten Schwangerschaftsmonat
  • Personen mit einem gesundheitlichen Grundleiden, wie zum Beispiel Immundefekten, einer HIV-Infektion oder einer chronischen Erkrankung der Atemorgane
  • medizinisches Fachpersonal
  • Menschen die im täglichen Leben viel Kontakt zu Personen mit erhöhtem Ansteckungsrisiko haben

Wer darf nicht gegen Grippe geimpft werden?

Sollten Sie zum Zeitpunkt der angedachten Impfung eine fieberhafte Erkrankung mit einer Temperatur von mehr als 38,5 °C oder mehr haben, ist sie bis zum Moment der Genesung zu verschieben. Eine weitere Einschränkung kann bei Menschen auftreten, die eine Allergie gegen Bestandteile des Impfstoffs aufweisen.

Generell sollte bei allen Fragen, Vorerkrankungen oder bestehenden Allergien der Arzt oder die Ärztin informiert werden. Dort erhalten Sie die passenden Antworten.

Wann sollte die Grippeschutzimpfung durchgeführt werden?

Die Grippeimpfung sollte bestenfalls jedes Jahr erneuert werden. Der richtige Zeitraum ist dabei zwei bis vier Wochen vor Beginn der Grippesaison. In Europa beginnt diese etwa im Oktober und dauert bis ungefähr Ende April.
Nach der Impfung benötigt der Wirkstoff einen Zeitraum von etwa 14 Tagen, bis ein ausreichender Schutz hergestellt ist. Aus diesem Grund sollten Sie sich bestenfalls vor Beginn der Grippesaison impfen lassen.

Ist eine Impfung während der laufenden Grippesaison noch sinnvoll?

In vielen Fällen kann auch eine spätere Impfung hilfreich sein. Das ist meist dann der Fall, wenn die Grippewelle verspätet oder noch gar nicht eingesetzt hat. In der aktuellen Situation mit dem Auftreten von Covid-19 kann die Impfung helfen, die Lungenkrankheit von der saisonalen Grippe abzugrenzen.

Sollte die Impfung jedes Jahr aufgefrischt werden?

Die Virenstränge der Grippe können sich leicht verändern, deshalb ist eine jährliche Auffrischung nötig, um den passenden Schutz beizubehalten.
Weiterhin lässt die Abwehrwirkung der Grippeimpfung nach, je länger sie zurückliegt. Eine Grippeimpfung des letzten Jahres kann somit für viele Menschen nicht mehr ausreichen, um der Erkrankung vorzubeugen.

Kann die Impfung eine Grippe auslösen?

Bei der Grippeschutzimpfung handelt es sich um einen sogenannten Totimpfstoff, das heißt, dass darin keine Erreger enthalten sind, die sich vermehren können. In der Folge kann durch die Impfung keine Erkrankung hervorgerufen, noch können andere Menschen in Ihrem Umfeld mit den Impfviren angesteckt werden.

Wer kann die Impfung durchführen?

Grundsätzlich hat jeder Arzt und jede Ärztin die Möglichkeit die Grippeschutzimpfung durchzuführen. In den meisten Fällen wird sie aber von einem Allgemeinmediziner verabreicht.

Eine weitere Möglichkeit der Impfung bieten einige größere Betriebe an. Vor Beginn der Grippesaison gibt es manchmal spezielle Termine bei den Betriebsärzten.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für die Grippeimpfung?

Wenn Sie zu einer der genannten Risikogruppen gehören oder es vom Arzt so angeordnet ist, übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die Kosten für die Grippeschutzimpfung. Bei der privaten Krankenversicherung gelten ähnliche Regeln für die Kostenübernahme.