Aluminium in Lebensmitteln – Es gilt das Vorsorgeprinzip

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Vom ersten warmen Frühlingstag bis spät in den Herbst – Grillen ist fester Bestandteil der schönsten Zeit des Jahres. Und dabei muss es nicht immer zwangsläufig fettig und ungesund zugehen, auch Gemüsespieße oder gesunde Grillpakete landen immer öfter auf dem Rost. Frische Tomaten mit Schafskäse und Basilikum etwa, fix in Alufolie eingewickelt, schon fertig. Oder frische Forelle mariniert mit etwas Zitrone und einem leckeren Bratgewürz? Beides klingt verführerisch – sollte aber vermieden werden. Was das mit der Aluminiumaufnahme zu tun hat und welche wissenschaftlichen Erkenntnisse zu diesem Thema vorliegen, wollen wir klären:

Was ist Aluminium?

Das chemische Element Aluminium (AI) ist natürlicher Bestandteil der Erdkruste. Das helle Leichtmetall wird, unter großem Aufwand abgebaut und ist nach einem Elektrolyseverfahren nutzbar.

Wie gerät Aluminium in den Körper und richtet es dort Schäden an?

Im Alltag erfolgt die Aufnahme von Aluminium über:

  • Trinkwasser
  • Lebensmittel
  • Geschirr, Lebensmittelverpackungen
  • Kosmetische Produkte, zum Beispiel manche aluminiumhaltige Antitranspirantien
  • Arzneimittel

Ein gesunder Mensch scheidet einen Teil des aufgenommenen Aluminiums wieder über die Nieren aus. Besteht eine Niereninsuffizienz oder eine andere Nierenerkrankung kann eine übermäßige Anreicherung entstehen, da sich der Körper des Alus nicht ausreichend entledigen kann. Im Laufe des Lebens kann sich Aluminium auch bei gesunden Menschen anreichern, meist im Skelett und der Lunge.

Insbesondere die Gefahren für das Nervensystem, die Fruchtbarkeit oder eine Wirkung auf ungeborene Kinder stehen beim Bundesinstitut für Risikobewertung derzeit unter Beobachtung. Auch der Zusammenhang von durch Antitranspirantien aufgenommenes Aluminium und Brustkrebs wird weiter erforscht, bislang sprechen aber alle Ergebnisse dagegen. Das Gleiche gilt auch für Alzheimer – obwohl verbreitet eine Kausalität vermutet wird, konnte diese These bislang noch nicht belegt werden. Generell ist die Datenlage zur Forschung mit Aluminium unübersichtlich und lückenhaft.

Wieviel Aluminium verträgt der Körper? 

Um den Bürgern dennoch ein Stück Sicherheit bieten zu können, legte die der EFSA, also die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit 2008 einen Grenzwert fest. Diese Zahl soll bemessen, wie viel in einer Woche aufgenommenes Aluminium für den Körper tolerierbar ist. Für einen durchschnittlichen und gesunden Menschen mit angenommen 60 kg Körpergewicht entspräche das 60 mg, also 1 mg pro kg.

Die Problematik dahinter ist: Laut einer Schätzung eben jener Behörde beträgt die durchschnittliche Aufnahme von Aluminium alleine durch Lebensmittel etwa 0,2 bis zu 1,5 mg pro kg in der Woche. An einem Tag würde ein 60 kg schwerer Erwachsener so bis zu 13 mg Aluminium zu sich nehmen und damit den Grenzwert unter Umständen dauerhaft überschreiten.

Das ALARA-Prinzip

Da durch die alleinige Aufnahme von Aluminium durch Lebensmittel die Grenzwerte in vielen Fällen bereits überschritten werden, gilt für den Umgang mit Alu-Produkten daher folgendes Prinzip:

As Low As Reasonably Achievable (ALARA) – also „so niedrig wie vernünftigerweise erreichbar“.

Sie sollten also, so gut es geht, selbst für eine reduzierte Aluminiumaufnahme sorgen.

Tipps zur Vermeidung von Aluminium und Aluminiumaufnahme:

  • Säure- und salzhaltige Lebensmittel wie etwa Schafskäse, Tomaten oder Zitrone lösen sogenannte Alumimiumionen aus der Alufolie. Diese gehen auf die Lebensmittel über und können sich bei übermäßigem Verzehr im Körper anreichern. Das gilt für alle Aluminiumprodukte, die unbeschichtet sind, wie etwa viele Grillschalen, Aluminiumfolie und manches Alu-Geschirr. Alufolie nur für trockene, feste und nicht saure oder salzige Lebensmittel verwenden.

  • Speisen besser mit einem Teller oder Topfdeckel abdecken, umso länger die Alufolie in Kontakt mit den Speisen kommt, desto mehr wird absorbiert.

  • Insbesondere Grillgut ist oft salzig oder sauer und daher ein Übergang des Aluminiums auf die Speisen zu erwarten. Keramik-, Emaille- oder Edelstahlgrillschalen umgehen dieses Problem und haben zudem noch einen positiven Nebeneffekt: Durch abtropfendes Fett entstehen sogenannte „polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe“, kurz PAKs. Sie sind äußerst krebserregend und legen sich durch aufsteigenden Ruß um das Grillgut. Diese Grillschalen können das verhindern und sparen zudem Geld und Abfall.

  • Vornehmlich geschädigte Haut nimmt Aluminium durch Kosmetika wie Antitranspirantien auf – deshalb lieber nicht auf rasierte oder verletzte Haut anwenden. Bestenfalls Produkte ohne Aluminiumadditive verwenden.

          Kurzer Exkurs: Unterschied zwischen Antitranspirantien und Deodorants
          Antitranspirantien wirken durch enthaltene Aluminiumsalze schweißhemmend, das heißt die Poren werden oberflächlich verstopft. Deodorants                  hingegen sollen die schweißzersetzenden Bakterien abtöten und somit den unangenehmen Geruch verhindern.

  • Nicht nur Antitranspirantien enthalten in vielen Fällen Aluminium, auch andere Kosmetika wie Sonnencreme, Lippenstifte und Zahnpasta können mit dem Leichtmetall angereichert worden sein. Ein kurzer Blick auf die Inhaltsstoffe lohnt sich, oft gibt es eine alu-freie Alternative.

  • Kinder sollten explizit vor unnötiger Aluminiumaufnahme geschützt werden. Immer wieder weisen die bei den Kleinsten so beliebten Laugenbrezen erhöhte Werte auf. Viele Bäckereien verzichten deshalb mittlerweile auf Alu-Backbleche für Laugenbackwaren. Eltern können sich im Vorfeld bei ihrem Bäcker erkundigen.