Superfood Avocado? Was sie so beliebt macht

Zwei Hälften und eine ganze Avocado liegen auf einem hölzernen Schneidebrett, umgeben von grünen Blättern auf einem Holztisch. Die eine Hälfte zeigt den runden Kern, während die andere Hälfte entkernt ist. Wunderobst Avocado

Die Avocado ist seit einiger Zeit in aller Munde: Die einen halten sie für die Lösung einer ausgewogenen Ernährung, die anderen möchten sie der Umwelt zuliebe ganz vom Speiseplan verbannen. Ein neues Phänomen ist die sogenannte „Avocado-Hand“, vor dem ein britischer Mediziner jüngst warnte. Dieser Umstand könnte der Avocado nun sogar einen Warnhinweis in Supermärkten bescheren. Doch was macht sie eigentlich so besonders?

Die Avocado – Obst oder Gemüse?

Die Avocado wächst in tropischen Gebieten an einem immergrünen Baum, der eine Höhe von bis zu 20m erreichen kann. Da der Avocadobaum der Gattung der Lorbeergewächse zuzuordnen ist, handelt es sich bei der Avocadofrucht theoretisch um eine Beere – und ist somit entgegen der allgemeinen Meinung eher als Obst denn als Gemüse zu sehen.

Warum der ganze Hype?

In Sachen Nährwerte ist die Avocado ein echter Alleskönner. Sie enthält nicht nur einfach ungesättigte Fette, die zu den gesündesten überhaupt gehören, sondern hat gleichzeitig auch nur wenige Kohlenhydrate. Die Kohlenhydrate die sie besitzt, sind allerdings qualitativ sehr hochwertig und können sogar einen positiven Einfluss auf Blutzuckerspiegel, Lipidprofil und Cholesterinspiegel haben.

Die Avocado als Beautyprodukt

Aus dem Fruchtfleisch der Avocado lässt sich aufgrund des hohen Fettgehalts sehr gut Öl herstellen. Dieses Avocado-Öl findet sich in immer mehr Naturkosmetika, Cremes und Beautyprodukten, da es die Haut mit Feuchtigkeit versorgt und sie weich und elastisch macht. In Verbindung mit dem hohen Vitamin E und C Gehalt der Avocado sorgt dies für einen Anti-Aging-Effekt, der die Elastizität und Festigkeit der Haut fördert.

Die medizinische Wirkung der Avocado

Schon Inkas und Azteken verwendeten die Avocado einst als Heilpflanze. Sie wurde zum Beispiel zur Fiebersenkung, gegen Frauenleiden oder als Aphrodisiakum eingesetzt, wobei jeder Teil der Frucht verwendet wurde: Fruchtfleisch, Schale, Blätter und Kern.

Grafik mit den positiven Auswirkungen von Avocado
Das kann die Avocado | © Erstellt mit Google Gemini

 

Der Avocado werden aufgrund Ihrer Nährstoffe gleich mehrere positive Auswirkungen auf den menschlichen Körper zugeschrieben. So soll sie vor einem zu hohen Cholesterinspiegel schützen, eine Regulation des Blutdrucks fördern, zu einer gesunden Ernährung für Menschen mit Diabetes beitragen und gegen die starken Schmerzen einer Arthrose helfen.

Von kanadischen Wissenschaftlern wurde ein besonders außergewöhnliches Fett in der Avocado entdeckt: Das Avocatin B. Dieses Fett ist unter anderem in der Lage den Zustand von Leukämie-Patienten (Blutkrebs-Patienten) zu verbessern, da das Avocatin B offenbar die Leukämie-Stammzellen angreift, ohne jedoch die gesunden Zellen zu beeinflussen.

Die Avocado hilft uns also in vielen Bereichen der Gesundheit weiter. Dabei müssen nicht einmal große Mengen davon verzehrt werden. Es reicht schon, kleine Mengen mit in die tägliche Ernährung einzubauen.

Was ist denn nun eine Avocado-Hand?

Die sogenannte „Avocado-Hand“ bezeichnet schlicht das Phänomen, beim Schneiden einer Avocado den Kern nicht zu berücksichtigen und sich deshalb in die Hand zu schneiden. Simon Eccles, ein britischer Facharzt für plastische Chirurgie, empfahl kürzlich, Warnhinweise in Form eines Cartoons auf der Avocado zu platzieren. Er stellt sich z.B. einen Aufkleber mit einem Messer und einem großen, roten Kreuz darauf vor. Laut der britischen Zeitung „The Times“ behandle er mittlerweile schon etwa 4 Patienten pro Woche, die sich beim Zubereiten der beliebten Frucht verletzt haben.

Warum gibt es Avocado-Gegner?

Die Avocado ist also nicht bei jedem beliebt. Den Avocado-Gegnern geht es allerdings weniger um die „Avocado-Hand“, sondern eher um den ökologischen und ethischen Aspekt des Anbaus.

Da die Avocado von Natur aus eher in warmen Ländern wie Chile, Peru und Afrika beheimatet ist, findet dort der Großteil des weltweiten Anbaus statt. Das bedeutet, dass die Avocado bis zu uns auf den Tisch einen weiten Weg, meist mit dem Flugzeug, zurücklegt. Deshalb verursacht sie unterwegs einen hohen CO²-Ausstoß.

Zudem benötigen Avocado Plantagen viel Wasser. Für zweieinhalb reife Avocados werden in den Anbaugebieten ca. 1000 Liter Wasser verbraucht. Zum Vergleich: ein Kilogramm Tomaten kommt im Durchschnitt auf ca. 180 Liter Wasserverbrauch bis es geerntet werden kann.

Da die Avocado auch in wasserarmen Gebieten wie beispielsweise Südafrika angebaut wird, ist dies ein bedenklicher Wert.

In Mexiko kommt es mittlerweile zu illegaler Abholzung von ganzen Wäldern aufgrund von des Avocado Anbaus. Laut Umweltschützern handelt es sich hier um ca. 1500 bis 4000 Hektar pro Jahr.

Was sollte beim Kauf von Avocados beachtet werden?

Beim Kauf von Avocados sollten Reifestatus, Geschmack und auch Ökologie eine Rolle spielen.

In dem man als Verbraucher ausschließlich Avocados mit EU-Bio-Siegel konsumiert und auf ein möglichst nahes Herkunftsland achtet, lässt sich der ökologische Fußabdruck von Avocados bedeutend reduzieren.

Da Avocados unreif geerntet werden, ist es außerdem wichtig beim Kauf auf die richtige Konsistenz der Frucht zu achten. Sie sollte frei von Druckstellen oder dunklen Flecken sein und bei leichtem Druck ein wenig nachgeben.

In diesem Zustand sollte die Avocado innerhalb der nächsten 1-2 Tage verzehrt werden. Wenn sie von außen noch fest ist, kann sie trotzdem gekauft werden und zu Hause noch etwas nachreifen, bevor sie gegessen wird.

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