Macht Lächeln glücklich?

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Unsere Mundwinkel heben sich, die Lippen sind geöffnet und es entstehen die typischen Fältchen rund um die Augen – wenn andere lächeln, machen wir oft automatisch mit. Forscher vermuten, dass dies ein wichtiges Mittel der Kommunikation ist. Denn beim Lächeln zeigen wir wie unsere Vorfahren die Affen unsere Zähne. Die Geste soll beruhigen, etwa in der Art „Hier ich zeige dir meine Waffen, von mir geht keine Gefahr aus“. Mit der Zeit könnten Menschen die Botschaft weiterentwickelt haben bis zum heutigen Lächeln, das ganz viele unterschiedliche Bedeutungen haben kann.

Inzwischen sind wir auf lächelnde Gesichter programmiert und sehen sie überall. So reichen manchmal schon zwei Punkte und eine Klammer aus, um uns anzustecken :) Neben dem berühmten Smiley sehen wir freundliche Gesichter aber auch in Gebäuden und Gegenständen. Das Phänomen der Pareidolie geht auf unsere linke Gehirnhälfte zurück. Sie stuft alles, was wir sehen, nach der Kategorie „Gesichtsähnlichkeit“ ein – und das sehr großzügig. Erst die rechte Gehirnhälfte prüft dann genauer nach. Zwei Augen und ein Bogen nach unten reichen deshalb oft aus, um uns freundlicher zu stimmen.

Wer lächelt, sieht andere in einem besseren Licht

Noch effektiver ist es, einfach selbst zu lächeln. Denn so nehmen wir unser Gegenüber als positiver gelaunt war. Ob neutrale Gesichtsausdrücke, griesgrämige Menschen oder der Gang anderer Personen, gehobene Mundwinkel scheinen unser erstes Urteil zu beeinflussen. Unser Gehirn registriert die anderen ebenfalls als lächelnd, wenn wir es gerade selbst tun. Das funktioniert sogar, wenn wir nur die Muskelbewegungen nachahmen, wie eine Studie von Forscherinnen und Forschern der University of South Australia zeigt. 

Sie baten die Teilnehmer, einen Stift zwischen den Zähnen zu halten, sodass sie gezwungen waren zu lächeln. Bei diesem Durchgang fiel ihre Einschätzung der Gesichter und laufenden Personen deutlich positiver aus als ohne den Stift. Ein unechtes Lächeln kann unseren Alltag also bereichern.

Glücklicher Leben dank (unechtem) Lächeln?

Stimmt also auch die Annahme, dass wir einfach lächeln müssen, um glücklicher zu sein? Zahlreiche Studien haben versucht, diese Frage zu klären; mit den unterschiedlichsten Ergebnissen. Eine Forschergruppe um Nicholas Coles an der University of Tennessee in Knoxville wollte sie deshalb abschließend klären. Sie führten 138 Studien in einer Metaanalyse zusammen und werteten so Daten von 11.000 Teilnehmern auf der ganzen Welt aus.

Das Fazit: Unser Gesichtsausdruck kann Gefühle tatsächlich beeinflussen. Demnach kann uns Stirnrunzeln trauriger machen, ein mürrisches Gesicht übellauniger und Lächeln glücklicher. Der Einfluss ist allerdings sehr gering. Ein Lächeln macht also noch lange keinen glücklichen Tag.

Es gibt allerdings Hinweise, dass es unser Leben verlängern könnte. Ernest Abel und Michael Kruger von der Wayne State Universität in Michigan verglichen dafür Autogrammkarten von 150 Baseball-Spielern. Lächelten die abgebildeten Personen nicht, hatten sie einige Jahre weniger gelebt als die mit breitem Grinsen. Die Studie ist natürlich nicht repräsentativ. Sie ist aber auf jeden Fall ein weiterer Grund, anderen öfter Mal ein Lächeln zu schenken.