Helicobacter pylori: zu Gast in unserem Magen

Helicobacter royaltystockphoto adobestockamrnay

Bis zu 50 Prozent der Erwachsenen sollen das Bakterium Helicobacter pylori, auch H. pylori genannt, im Magen haben. Bemerkt wird es meist lange Zeit nicht, manche Betroffene bleiben ein Leben lang gesund. Dennoch empfehlen Ärzte immer wieder, es behandeln zu lassen.

Was steckt dahinter? Wir haben den Helicobacter unter die Lupe genommen.

Helicobacter pylori: Was ist das?

In unserem Körper befinden sich viele Bakterien – und nicht alle davon sind böse beziehungsweise schlecht für unsere Gesundheit. Im Magen können die meisten allerdings nicht überleben. Sie werden von der Magensäure zerstört. Helicobacter ist eine Ausnahme. Er hat ein System entwickelt, um in der sauren Umgebung zu überleben.

Dafür haftet er sich an der Magenwand an und sondert ein Enzym ab, dass die Säure neutralisiert. Um ihn herum entsteht ein sicherer Schutzraum. Das passiert meist schon im Kindesalter, denn die Bakterien werden oft von engen Verwandten, etwa über den Speichel, übertragen.

Welche negativen Folgen kann Helicobacter haben?

Helicobacter muss überhaupt keine negativen Auswirkungen auf die Betroffenen haben. Manchmal sorgt er aber für eine Magenschleimhautentzündung. Da sein Schutzraum die Produktion von Magensäure anregt, kann diese weiter verstärkt oder auch chronisch werden. Daraus kann auch ein Geschwür in Magen oder Darm entstehen.

Sehr viel seltener kann auch Magenkrebs eine Folge des Helicobacter pylori sein.

Gibt es auch einen positiven Einfluss?

Neuere Studien deuten darauf hin, dass Helicobacter auch positive Auswirkungen auf unsere Gesundheit haben könnte. So kommt es in Gegenden, in denen das Bakterium häufig vorkommt, seltener zu Asthma.

Auch Hormonhaushalt und Darmflora verändern sich durch H.pylori. Das könnte unser Immunsystem positiv beeinflussen. Da es im menschlichen Körper so viele Bakterien gibt, ist es für die Forscher nicht leicht, zwischen „guten“ und „bösen“ zu unterscheiden. Eindeutige Erkenntnisse gibt es deshalb noch nicht.

Wie erhalten Sie eine Diagnose?

Symptome wie Völlegefühl, Schmerzen im Oberbauch oder Übelkeit können auf den Helicobacter hinweisen. Ein eindeutiges Ergebnis verspricht aber vor allem eine Magenspiegelung. Dabei können eventuelle Entzündungen erkannt und Gewebeproben genommen werden. Unter dem Mikroskop sind die Bakterien meist klar zu erkennen. Zusätzlich legt der Arzt eine Bakterienkultur an.

Für das Messen des Behandlungserfolgs werden außerdem noch weitere, nicht-invasive Tests empfohlen. In Blut, Speichel, Urin oder Stuhl können beispielsweise Antikörper gegen Helicobacter pylori nachgewiesen werden. Beim sogenannten C-Harnstoff-Atemtest, auch C13-Atemtest, machen sich die Experten den Stoffwechsel des Bakteriums zu nutze. Nehmen Patienten markierten Harnstoff auf, kann dieser im CO2 der Atemluft nachgewiesen werden, sofern noch H.pylori vorhanden sind.

Wie sieht die Behandlung aus?

Auf vielen Gesundheitsseiten finden Sie Tipps, welche Lebensmittel die Ausbreitung von Helicobacter pylori schaden sollen. Endgültig entfernt werden, können die Bakterien aber nur mit einer Antibiotika-Behandlung. Zusammen mit einem magenschützenden Medikament, dass die Produktion von Magensäure hemmt, muss es etwa sieben Tage lang eingenommen werden. Die Therapie sollte von einem Arzt angeleitet und nicht vorzeitig unterbrochen werden.

Im Anschluss kann ein Test zeigen, etwa der C-Harnstoff-Atemtest, ob alle Bakterien abgetötet wurden. Einmal behandelt kehrt Helicobacter pylori bei Erwachsenen in der Regel nicht mehr zurück.

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren: