Gürtelrose-Impfung ab 60: Antworten auf die wichtigsten Fragen

Eine Hand in einem blauen Gummihandschuh hält ein Fläschchen mit der Aufschrift "Zoster Impfstoff" und eine Spritze vor einem unscharfen blauen Hintergrund. Gürtelrose-Impfung ab 60: Antworten auf die wichtigsten Fragen

Jeder Dritte erkrankt im Laufe seines Lebens an Gürtelrose. Seit Mai 2019 ist die Gürtelrose-Impfung Kassenleistung. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt sie allen Personen ab 60 Jahren. Doch es gibt auch Ausnahmen. Wir haben die wichtigsten Antworten für Sie zusammengefasst.

Was ist Gürtelrose?

Gürtelrose, auch Herpes zoster genannt, ist eine Infektionskrankheit, die durch das Varicella-zoster-Virus (VZV) ausgelöst wird. Das Virus gehört zu der Familie der Herpes-Viren und ist auch Erreger der Windpocken. Nach einer überstandenen Windpocken-Erkrankung verbleibt ein Teil der Erreger im Körper – zwar inaktiv aber lebensfähig. So können die Viren auch Jahre später wieder reaktiviert werden und eine Gürtelrose verursachen. Deshalb tritt die Infektion nur bei Menschen auf, die bereits Windpocken hatten. Wer noch keine Windpocken-Erkrankung überstanden hat und ungeimpf ist, kann sich mit dem VZV infizieren und an Windpocken erkranken.

Eine Gürtelrose befällt vor allem die Haut und Nerven. Der Hautausschlag kann dabei die Form eines Gürtels annehmen. Die flüssigkeitsgefüllten Bläschen sind ansteckend. Betroffene leiden unter brennenden und/oder bohrenden bis schneidenden Schmerzen, hauptsächlich im Hals-, Rumpf- oder Schulterbereich. Bricht sie im Kopfbereich aus, können die Augen betroffen sein – im schlimmsten Fall droht dann Erblinden. Jeder zehnte Patient leidet noch Monate nach dem Abklingen der Gürtelrose unter starken Schmerzen, meist bedingt durch eine anhaltende Nervenschädigung.

Die Gürtelrose-Impfung kann in den meisten Fällen einen Ausbruch verhindern. Diejenigen, die trotzdem erkranken, weisen jedoch wesentlich leichtere Symptome und Verläufe auf.

Für wen ist die Gürtelrose-Impfung sinnvoll?

Die Gürtelrose-Impfung ist insbesondere für Menschen mit einem schwachen Immunsystem oder einer schweren Grunderkrankung sinnvoll, da diese Zielgruppe besonders gefährdet ist: Sie ist zum einen anfälliger für eine Gürtelrose-Erkrankung und zum anderen kommt es bei ihr häufiger zu schweren Verläufen und Komplikationen. Auch Menschen, die bereits gegen Windpocken geimpft sind, können an Herpes Zoster erkranken - obwohl die Wahrscheinlichkeit geringer ist und die Infektion in der Regel deutlich milder erfolgt.

Vor allem für ältere Menschen besteht ein hohes Risiko, an Herpes zoster zu erkranken. Gesunde Menschen sollten daher ab 60 Jahren geimpft werden; doch es gibt auch Ausnahmen. Die Expertinnen und Experten der STIKO empfehlen die Gürtelrose-Impfung bereits Personen ab 50 Jahren, wenn sie folgende Grunderkrankungen mitbringen:

  • Asthma
  • Chronische Nierenschwäche
  • HIV
  • Diabetes
  • Rheumatoide Arthritis
  • Morbus Crohn
  • Colitis Ulcerosa
  • COPD
  • Systematischer Lupus erythematodes

Welcher Impfstoff wird empfohlen?

Für die Gürtelrose-Impfung empfiehlt die STIKO einen Totimpfstoff, der Bestandteile des Gürtelrose-Erregers enthält. Zwar gibt es auch einen Lebendimpfstoff aus abgeschwächten Erregern; dieser wirkt jedoch weniger gut und weniger lange als der Totimpfstoff. Außerdem ist er für Menschen mit geschwächtem Immunsystem ungeeignet.

Wie sieht es mit einer Auffrischung aus?

Insgesamt sind zwei Impfungen nötig, damit sie ihre volle Wirkung entfalten kann. In welchem Abstand diese erfolgen sollten, ist bis heute noch nicht vollständig geklärt. Empfohlen wird jedoch ein Impfabstand von zwei bis maximal sechs Monaten.

Studien zufolge hält die Schutzwirkung der Gürtelrose-Impfung mindestens vier Jahre an. Weitere Untersuchungen liefern sogar Hinweise darauf, dass Geimpfte auch deutlich länger vor Zoster geschützt sind.

Dieser Text wurde von unserer Redakteurin Tamara Todorovic verfasst.

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