Das hilft bei einer Depression

Depression  c  photographee eu fotoliay2gi7k

Manchmal fühlen wir uns einfach matt und antriebslos. Das ist auch völlig in Ordnung. Denn die kurzen Tiefs unserer Stimmung nutzt unser Körper, um sich zu erholen. So verarbeiten wir körperliche oder psychische Belastungen. Nach ein paar Tagen ist die schlechte Phase vorbei. Mit neuer Energie starten wir in unseren Alltag.

Bedenklich wird es erst, wenn so eine Phase über zwei Wochen lang anhält. Die negativen Auswirkungen auf Ihren Alltag sollten Sie jetzt nicht mehr ignorieren. Ein Arzt kann untersuchen, ob wirklich eine Depression vorliegt.

Was ist eine Depression?

Die meisten würden eine Depression mit tiefer Traurigkeit gleichsetzen. Viele Betroffene sehen das aber anders. Sie fühlen sich antriebslos und werden schnell müde. Oft gehört auch eine gedrückte Stimmung dazu. Grundsätzlich traurig sind sie aber nicht. Bei einer Depression herrscht meist eher Interessen- und Freudlosigkeit vor. Die Patienten können sich für nichts mehr wirklich begeistern. Weinen, um die schlechte Stimmung zu überwinden, können sie aber nicht.

Neben den oben genannten Hauptsymptomen müssen Ärzte mindestens noch zwei Nebensymptome feststellen können, bevor sie von einer Depression sprechen. Dazu zählen zum Beispiel körperliche Merkmale, wie Appetitlosigkeit und Schlafstörungen. Daneben gibt es natürlich noch viele weitere psychische Faktoren, wie Schuldgefühle, fehlendes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen, Perspektivlosigkeit, und vieles mehr.

Das wirklich Fatale an Depressionen ist allerdings, dass die Betroffenen die Situation ausweglos empfinden. Suizidgedanken oder -versuche kommen deshalb häufig vor.

Was kann ich bei einer Depression tun?

Eine Depression sollte immer von einem Arzt behandelt werden. Sollten Sie also das Gefühl haben, ein Bekannter oder Sie selbst brauchen Hilfe, suchen Sie am besten Ihren Hausarzt oder einen Psychiater auf. Falls er Ihnen nicht weiterhelfen kann, überweist er Sie an den entsprechenden Facharzt.

Die Behandlung besteht dabei aus zwei Säulen: Medikamenten und Psychotherapie.
Antidepressiva sind speziell für die Behandlung einer Depression zugelassen. Ihre Aufgabe ist es, die Botenstoffe im Gehirn wieder in die richtigen Bahnen zu lenken. Dabei machen sie nicht high oder süchtig.

Viele Depressions-Patienten wollen keine Medikamente nehmen. Sie sind allerdings ein wichtiger Teil der Behandlung und sollten über einen langen Zeitraum, regelmäßig eingenommen werden. Sprechen Sie deshalb intensiv mit Ihrem Arzt darüber, bevor er Ihnen Medikamente verschreibt. Er kann Ihnen Zweifel nehmen und auch die Wirkungsweise genau erklären.

Auch vor Psychotherapie schrecken viele Menschen zurück. Deshalb ist die Wahl des richtigen Therapeuten sehr wichtig. Machen Sie einige Probetermine aus und testen Sie, ob die Chemie stimmt, bevor Sie mit der Therapie beginnen. Es gibt viele verschiedene Ansätze, eine Depression zu behandeln. Dabei spielt auch die Therapieform eine große Rolle. Lassen Sie sich ruhig Zeit, das richtige Konzept und den richtigen Therapeuten für Sie zu finden!

Ist es möglich, einer Depression vorzubeugen?

Woher eine Depression kommt, konnte noch nicht endgültig festgestellt werden. Manche Erkrankungen, wie Herz-, Leber- und Gelenkerkrankungen, und einige Medikamente, zum Beispiel Betablocker, Vasodilatatoren (gegen Migräne) und Statine (zur Lipidsenkung), können sie begünstigen. Zudem könnten Sie auch erblich vorbelastet sein. Eine klare Ursache, die Sie auf jeden Fall meiden sollten, gibt es aber nicht.

Besonders in den Industrienationen scheint die Gefahr einer Depression groß. Einige Wissenschaftler erklären sich das mit dem steigenden Wohlstand und der Übersättigung. Stress kann auf jeden Fall eine große Rolle spielen. Daneben beeinflusst aber auch das Wetter und vieles mehr unsere allgemeine Gemütslage.

Hatten Sie einmal eine depressive Phase, ist die Wahrscheinlichkeit auf eine weitere sehr hoch. Deshalb sollten Sie sich möglichst früh behandeln lassen. Auch nachdem Sie die Phase überwunden haben, heißt es weitermachen. Gesunde und ausgewogene Ernährung, viel Schlaf und Bewegung können einer erneuten Depression vorbeugen. Daneben gibt es natürlich auch noch andere Maßnahmen wie Medikamente und Psychotherapie.

Tipps für Angehörige und Freunde

Laut der Weltgesundheitsorganisation ist jedes Jahr jeder 15. Europäer von einer Depression betroffen. Dass Sie jemanden kennen, der darunter leidet, ist also sehr wahrscheinlich. Ratschläge, wie sich nicht so gehen zu lassen oder Diskussionen darüber, dass die Gefühle des Betroffenen nicht gerechtfertigt sind, helfen nicht weiter. Ein paar Dinge können Sie aber dennoch tun, um Ihren Angehörigen oder Freunden beizustehen:

  1. Überfordern Sie sich nicht!
    Versuchen Sie nicht, alles alleine zu machen und ohne Pause für den Betroffenen da zu sein. Eine Depression ist oft eine kräftezehrende und lange Krankheit. Viele Betroffene brauchen Hilfe bei den leichtesten Alltagsaufgaben. Gönnen Sie sich eine Pause, wenn Sie sie benötigen, und bitten Sie um Hilfe. Vor allem wenn der Depressive Suizidgedanken äußert oder versucht sein Leben abzuschließen, benötigen Sie ärztlichen Beistand.
  2. Fragen Sie einen Arzt um Rat!
    Depressive glauben oft gar nicht, dass Ihnen geholfen werden kann. Ohne einen Arzt können sie ihre Phase aber meist nicht überwinden. Deshalb kann es helfen, wenn Sie einfach den Termin für sie ausmachen. Auch wenn der Betroffene ihn dann doch nicht wahrnehmen möchte, können Sie sich von einem Experten Rat holen, wie es weitergehen soll.
  3. Keinen Druck machen
    Es hilft nichts, die Depression nicht ernst zu nehmen oder kleinzumachen. Auch Aussagen wie „Jetzt komm schon, das ist doch nicht so schwer“ erreichen eher das Gegenteil. Möchten Sie einem Betroffenen helfen, brauchen Sie viel Geduld. Denn Druck von außen verstärkt meist die Schuldgefühle und damit die Depression.
  4. Einen strukturierten Alltag einhalten
    Struktur ist bei vielen psychischen Erkrankungen ein wichtiger Faktor. Depressive können sich im Alltag zu nichts aufraffen. Das wird umso schlimmer, wenn sie den ganzen Tag im Bett liegen und an die Wand starren. Leben Sie selbst einen festen Alltag mit Essens- und Schlafenszeiten, vielleicht sogar bestimmten Ritualen vor und versuchen Sie auch die betroffene Person mit einzubeziehen.
  5. Da sein!
    Bei einer Depression fühlen sich die Betroffenen oft ganz alleine in einer ausweglosen Situation gefangen. Deshalb hilft es schon, wenn sie merken, dass sie Ihnen wichtig sind. Auch wenn Sie nur regelmäßig anrufen oder zu Besuch kommen können, können Sie schon helfen.