Aktualisiert: 26.02.2026 | Lesezeit: 3 Minuten
Trotz einer Lipödem Erkrankung können Sie trotzdem aktiv bleiben.
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Die Diagnose Lipödem beeinflusst nicht nur das äußere Erscheinungsbild, sondern oft auch den täglichen Lebensrhythmus. Viele Betroffene sind von Schmerzen, Druckempfindlichkeit und schneller Erschöpfung über Jahre begleitet, während das Leben weiterläuft. Im Job warten Termine, im Urlaub geht es auf Reisen und das auch mit Lipödem. Mit den folgenden richtigen Anpassungen kann es Ihnen gelingen, ohne dass die Erkrankung den Takt Ihres Lebens vorgibt.
Bringen Sie Struktur in Ihren Arbeitsalltag
Ein langer Arbeitstag vor dem Monitor oder im Stehen stellt für Ihre Beine eine enorme Belastung dar. Wenn Sie im Büro arbeiten und von einem Lipödem betroffen sind, sollten Sie auf eine ergonomische Sitzposition achten und Ihre Beine so oft wie möglich hochlegen.
Ein kleiner Hocker unter dem Schreibtisch kann hier bereits Wunder wirken, da er den Rückfluss des Blutes und der Lymphflüssigkeit unterstützt. Planen Sie feste Pausen ein, in denen Sie kurz aufstehen, ein paar Schritte gehen oder gezielte Venengymnastik machen. Falls Ihr Beruf langes Stehen erfordert, ist Bewegung am Platz Ihr bester Freund.
Sie müssen sich für Ihre Erkrankung nicht schämen! Gehen Sie auf Ihren oder Ihre Arbeitgeber:in zu und teilen Sie ihm bzw. ihr mit, wenn Sie ergonomische Hilfsmittel benötigen oder gern ein flexibleres Arbeitszeitmodell nutzen würden.
Nutzen Sie unterstützende Kleidung für Ihren Körper
Die Wahl der richtigen Kleidung ist bei einem Lipödem ein fundamentales Element. Ihre Kompressionsversorgung bildet das wichtigste Fundament, um Schwellungen zu reduzieren und das Gewebe zu stützen. Tragen Sie Ihre Kompression konsequent jeden Tag, auch wenn es im Sommer Überwindung kostet.
Moderne Flachstrick-Versorgungen gibt es mittlerweile in vielen Farben, die sich gut in Ihre Garderobe integrieren lassen. Kombinieren Sie Ihre Kompression mit locker sitzenden Oberteilen oder Kleidern aus natürlichen Materialien wie Baumwolle oder Leinen. Diese Stoffe sind atmungsaktiv und verhindern, dass Sie unter der festen Bestrumpfung unnötig schwitzen.
Achten Sie bei Hosen auf einen elastischen und nicht einschneidenden Bund, da Druckstellen an der Taille oder den Knöcheln den Lymphabfluss behindern können. Mit flachen, bequemen Schuhe, die Ihren Füßen genug Platz bieten, werden Sie zudem deutlich leichter durch den Tag kommen.
Verzichten Sie nicht auf Reisen
Ein Lipödem sollte Sie nicht davon abhalten, die Welt zu entdecken. Bei langen Flug- oder Autofahrten ist Ihre Kompression unverzichtbar, um ein Anschwellen der Beine durch das lange Sitzen zu verhindern. Planen Sie bei Autoreisen ausreichend Pausen für Bewegung ein und nutzen Sie im Flugzeug jede Gelegenheit, um im Gang auf und ab zu laufen. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist während der Reise besonders wichtig, damit Ihr Stoffwechsel aktiv bleibt.
Entscheiden Sie sich für Reiseziele mit moderatem Klima ohne extreme Hitze, denn diese nimmt Einfluss auf Ihre Gefäße. Am Meer oder am Pool können Sie sich im Wasser bewegen und Ihren Lymphabfluss unterstützen.
Packen Sie immer eine kleine Notfalltasche mit Kühlgel und Ersatzstrümpfen ein.
Stärken Sie Ihr Selbstbewusstsein im Alltag
Der Umgang mit den optischen Veränderungen erfordert oft viel mentale Stärke. Lassen Sie nicht zu, dass Scham Ihren Alltag bestimmt oder Sie sich isolieren. Suchen Sie den Austausch mit anderen Betroffenen, etwa in Selbsthilfegruppen oder Online-Communities, um zu verdeutlichen, dass Sie mit Ihren Herausforderungen nicht allein sind. Je offener Sie mit Ihrer Erkrankung umgehen, desto weniger Raum nehmen die Unsicherheiten ein.
Weitere Informationen
- Lipödem: https://www.sanego.de/Krankheiten/Lip%C3%B6dem/
- Wenn der eigene Körper missverstanden wird: Wie man ein Lipödem erkennt – und warum es so oft übersehen wird: https://www.aerzte.de/gesundheitsratgeber/lipoedem-erkennen
- Welche Ernährung bei Lipödem? 10 Lebensmittel-Tipps: https://www.sanego.de/ratgeber/ernahrung-lipoedem-10-tipps