Wissenswertes rund um Viren

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ÄRZTE.DE Gesundheitsratgeber Themenwoche zu Covid-19

Teil 1: Das neue Coronavirus – dreimal täglich eine Dosis Vernunft

Teil 2: Verdacht auf Coronavirusinfektion – was muss ich tun?

Teil 3: Wissenswertes rund um Viren

 

Die gute Nachricht: Viren reagieren relativ empfindlich auf warme Temperaturen und so kommt mit dem Frühling auch das Aufatmen nach jeder Erkältungs- und Grippesaison. 

Was ist ein Virus?

Während Bakterien in der Medizin und Wissenschaft als Lebewesen bezeichnet werden, ist das bei Viren wie SARS-CoV-2 nicht der Fall. Der Grund dafür ist, dass sie weder eine eigene Zelle, noch einen eigenen Stoffwechsel besitzen. Neben diesen fehlenden Eigenschaften haben sie zusätzlich auch keine eigenständige Möglichkeit der Energiegewinnung. Diese drei Faktoren sind jedoch entscheidend, um als Lebewesen eingestuft zu werden.

In ihrem strukturellen Aufbau sind sie sehr einfach. Sie bestehen aus einem oder mehreren Molekülen und sind von einer Eiweißhülle umgeben. Innerhalb dieser Moleküle ist das Erbgut, die DNA und RNA des Virus enthalten, die für die spätere Vermehrung nötig sind. Zusätzlich zum einfachen Aufbau sind sie mit etwa 20 bis 300 Nanometern winzig und besitzen verschiedene Erscheinungsformen. Manche ähneln Kaulquappen, andere sind rund, wieder andere eckig.
Während sie sich in Aussehen und Größe unterscheiden, ist die Art und Weise wie sich ein Virus ausbreitet, stets gleich.

Wie verbreitet sich ein Virus innerhalb des Körpers?

Einem Virus fehlt die Möglichkeit, sich von selbst zu vermehren. Aus diesem Grund ist es auf eine passende Wirtszelle angewiesen. Hat es diese gefunden, übernimmt es direkt nach dem Eindringen in den Wirt die Kontrolle über dessen Stoffwechsel. Auf diese Art und Weise werden zahlreiche einzelne Viruspartikel hergestellt und zu einem neuen Virus zusammengesetzt. Sobald diese Aufgabe abgeschlossen ist, stirbt der Wirt ab und gibt tausende neue Viren frei. Diese machen sich direkt wieder auf die Suche nach einem Wirt, wodurch der gesamte Kreislauf von vorne beginnt.

Wie gelangt ein Virus in den menschlichen Körper und wie verbreitet er sich weiter?

Im Fall des Coronavirus SARS-CoV-2 sind sich internationale Forscher noch nicht sicher, wie es auf den Menschen übertragen wurde. Fest steht lediglich, dass es sich um ein Fledermausvirus handelt, dass womöglich den Pangolin, auch als Tannenzapfentier bekannt, als Zwischenwirt zum Menschen genutzt haben könnte. Auf einem Markt in Wuhan soll der Erreger auf die ersten Infizierten übergegangen sein.

Um von einem Wirt zum nächsten zu gelangen, gibt es für Viren verschiedene Übertragungsmöglichkeiten:

Tröpfcheninfektion

Bei der Tröpfcheninfektion gelangen die Krankheitserreger, welche zum Beispiel in den Atemwegen angesiedelt sind, in Form winziger Tropfen an die Luft. Hier werden sie dann von anderen Menschen eingeatmet.

Schmierinfektion

Bei der Schmierinfektion, auch als Kontaktinfektion bezeichnet, werden Viren über Berührungen weitergegeben. Beispielsweise kann sich das Herpes-Virus durch die gemeinsame Nutzung eines Glases von einer Person auf die Nächste übertragen.

Übertragung via Stechmücke

Bestimmte Viren können von Stechmücken verbreitet werden. Sobald sie das Blut einer erkrankten Person absaugt und zu einer neuen, noch gesunden Person, weiterfliegt, kann sie mit ihrem Stich den Erreger verteilen.

Ist eine Impfung möglich?

Unter Hochdruck arbeiten Wissenschaftler rund um die Welt an einem wirksamen Vakzin, also Impfstoff gegen SARS-CoV-2. Erfahrungsgemäß dauert das einige Jahre. Spezielle Verfahren, etwa für einen Erbgutimpfstoff verkürzen diese Zeit um ein Vielfaches. Bis aber die Testreife für einen Impfstoff gegeben ist, ist es ein langer Weg. Im Gegensatz zu Covid-19 besteht bei vielen weiteren Viruserkrankungen bereits die Möglichkeit, dieser mit einer Impfung vorzubeugen. Dazu gehören:

 

Impfung Virus

 

Trotz der Möglichkeit, sich gegen verschiedene Krankheiten zu immunisieren, gibt es Menschen, bei denen das aufgrund verschiedener Begebenheiten nicht möglich ist. Deshalb bietet eine Impfung nicht nur Schutz für den Geimpften selbst, sondern auch für Personen in seinem Umfeld, die sogenannte Herdenimmunität.

Die Gründe warum manche Menschen bestimmte Impfungen nicht erhalten können sind vielfältig:

  • Säuglinge sind für einige Impfungen noch zu jung
  • Aufgrund von Erkrankungen welche die körpereigenen Abwehrkräfte unterdrücken, wie das HI-Virus oder Leukämie, können Betroffene nicht mit der passenden Wirksamkeit geimpft werden
  • Ältere Menschen können anfälliger sein für verschiedene Krankheiten