Was tun bei einem Herzinfarkt?

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Die Blutgefäße, die das Herz mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgen, sind funktionelle Endarterien. Diese Blutgefäße verzweigen sich nicht mehr weiter. Verstopfen sie, ist das fatal – denn dann wird der Bereich des Herzens, der dahinter liegt, nicht mehr ausreichend versorgt und stirbt ab. Je nachdem wo genau es zu so einer Verstopfung kommt, sind die Folgen mehr oder weniger schwerwiegend. Im schlimmsten Fall kann es zu einem Herzstillstand kommen. Die Verstopfung selbst entsteht durch Ablagerungen in den Blutgefäßen – auch bekannt als Arteriosklerose.

Wie erkenne ich einen Herzinfarkt?

Menschen, die einen Herzinfarkt erleiden, bemerken vor allem sehr starke Schmerzen hinter dem Brustbein, die manchmal in Richtung Bauch, Rücken oder linken Oberarm ausstrahlen. Die Betroffenen sind außerdem sehr erschöpft und meist schweißgebadet. Übelkeit und niedriger Blutdruck machen ihnen zusätzlich zu schaffen.

Bei einem Herzinfarkt ist jede Sekunde wertvoll. Verständigen Sie sofort den Rettungsdienst unter der Nummer 112 – eine Vorwahl ist dabei nicht nötig. Ist der Betroffene noch – oder wieder – bei Bewusstsein ist es sehr wahrscheinlich, dass er Angst bekommt oder in Panik gerät. Weil in so einer Situation jegliche Aufregung schädlich ist, ist es sehr wichtig, die Person zu beruhigen und von der Umgebung abzuschirmen. Vergessen Sie dabei nicht mit dem Betroffenen zu sprechen! Geben Sie ihm das Gefühl, dass er nicht allein ist. Sie sind da und kümmern sich.

Um dem strapazierten Herzen etwas Erholung zu verschaffen, sollte der Betroffene entspannend gelagert werden, auf festem Untergrund und mit erhöhtem Oberkörper. Störende und enge Kleidungsstücke, wie beispielsweise die Krawatte, entfernen Sie umgehend. Hat der Patient sein Bewusstsein verloren, müssen Sie als Ersthelfer unbedingt Atmung und Herzschlag überwachen und gegebenenfalls mit der Wiederbelebung anfangen.

Wiederbeleben – aber richtig!

Das wichtigste bei der Herzmassage: Druck und Rhythmus. Das Brustbein sollte sich jedes Mal um etwa 5 Zentimeter senken. Dabei ist es durchaus möglich, dass eine oder mehrere Rippen brechen. Das passiert sehr oft bei Wiederbelebungsmaßnahmen – machen Sie sich deswegen nicht zu viele Sorgen. Auf ein paar funktionsfähige Rippen kann man im Notfall gut verzichten – auf den Herzschlag eher weniger. Der ideale Rhythmus liegt bei etwa 100 bis 120 Mal pumpen in einer Minute. Daran erinnert sich in der akuten Situation aber wahrscheinlich kaum jemand. Deshalb: Führen Sie die Herzmassage zum Rhythmus von „Dancing Queen“ von Abba oder zum Bee Gees Hit „Staying Alive“ durch – letzteres bleibt schon allein wegen einer gewissen Ironie des Titels im Gedächtnis.

Wer sich nicht gut genug auskennt, macht bei der Mund-zu-Mund-Beatmung oft Fehler. Sind Sie sich unsicher, dann bleiben Sie einfach bei der Herz-druckmassage bis der Arzt kommt. Auch so leisten Sie wertvolle Hilfe. Nach einem Herzstillstand ist noch genügend Sauerstoff für etwa acht Minuten im Blut, er muss nur im Körper verteilt werden

Sobald der Patient stabilisiert ist, löst der Arzt die Verstopfung am Herzen medikamentös oder durch eine Stentbehandlung auf und kümmert sich um die Folgeschäden. Die ersten 48 Stunden nach dem Herzinfarkt sind in Bezug auf Komplikationen besonders risikoreich – deswegen sollte der Betroffene in dieser Zeit unbedingt auf der Intensivstation bleiben.