Skoliose - Alles über die Wirbelsäulenverkrümmung

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Eine Skoliose ist ein krumme Angelegenheit, was schon die Bedeutung des Wortes "skoliosis", nämlich Krümmung beweist. Geschätzt etwa drei bis fünf Prozent der Deutschen leiden darunter, viele erfahren erst spät von der krankhaften Verkrümmung ihrer Wirbelsäule.

Was ist eine Skoliose? Grafik_Skoliose_aerztede

Wie unsere Grafik links zeigt, hat jede Wirbelsäule drei natürliche Krümmungen. An der oberen Halswirbelsäule und der unteren Lendenwirbelsäule ist jeweils ein Bogen in Richtung Bauch zu erkennen. Wohingegen sich die mittlere Brustwirbelsäule zum Rücken hin krümmt.

Von einer Skoliose ist die Rede, wenn die Krümmung darüber hinaus geht, die Wirbelsäule also auch seitlich „verkrümmt“ ist. Manche Wirbelkörper verdrehen sich zudem um ihre eigene Achse.

Eine Skoliose ist unterschiedlich stark ausgeprägt und besteht chronisch. Wird sie nicht behandelt und befindet sich der Betroffene im Wachstum, verschlechtert sie sich oft noch. Die meisten Skoliose-Fälle sind idiopathisch, das heißt, ihre Ursache ist unbekannt. Jedoch haben Kinder von Betroffenen einer Verkrümmung eine Veranlagung dafür.

Sichtbare Anzeichen einer Skoliose:

Stellen Sie sich aufrecht hin, mit geradem Rücken. Lassen Sie beide Arme locker hängen. >> Bei Betroffenen sind die Schultern nicht gleich hoch.

Stellen Sie sich eine Linie vor, die gerade vom Kopf bis zum Becken hinunter verläuft. Ist der Rücken gesund, sollte sie in der Mitte des Beckens enden. >> Bei Skoliose-Patienten endet sie oft seitlich nach links oder rechts verschoben.

>>Bei nacktem Oberkörper ist bei Betroffenen einer Wirbelsäulenverkrümmung oft zu erkennen, dass sich ein Schulterblatt am Rücken deutlich hervorhebt.

 

Je nachdem, wie groß der Winkel der Neigung ist, lässt sich der Grad der Skoliose einteilen:

Ein Winkel bis 40° -> leichte Skoliose

Ein Winkel ab 40° bis 60° -> mittelschwere Skoliose

Ein Winkel ab 60° bis 80° -> schwere Skoliose

Ein Winkel ab 80° -> sehr schwere Skoliose

Gibt es Therapien für Skoliose?

Viele Fälle von Skoliose müssen gar nicht behandelt werden. Hier erfolgt, je nach Alter des Patienten dann eine Beobachtung durch den Kinder- oder Allgemeinarzt und gegebenenfalls die Verordnung von Krankengymnastik.

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Ist die Verkrümmung jedoch stark ausgeprägt sollten Betroffene oder Eltern schnell handeln. Abgesehen von meist sichtbaren Wirbelsäulenverbiegungen können für Patienten besonders gesundheitliche Probleme wie Schmerzen und die Einschränkung im Alltag unangenehme Folgen sein. Frühzeitiges Eingreifen durch eine erweiterte Therapie, ein Korsett oder eine Operation kann verhindern, dass sich die Beschwerden verschlimmern oder sich sogar auf die Funktion von Lunge und Herz ausweiten. Das gilt auch für Erkrankungsbilder, bei denen sich die Skoliose rasch verschlechtert. Da alle an der Wirbelsäule anknüpfenden Teile des Körpers in Mitleidenschaft gezogen werden können, häufen sich zudem Verschleißerscheinungen.

Bevor sich Patienten für eine Therapie wie ein Korsett oder gar eine Operation entscheiden, ist es sinnvoll erst eine Zweitmeinung durch einen erfahrenen Arzt oder ein Rückenzentrum einzuholen. Eine starke Skoliose und ihre Behandlung sind anspruchsvoll und sollten gut diagnostiziert und umfassend behandelt werden.

 ÄRZTE.DE Tipps:

Schwimmen stärkt die Rückenmuskulatur, besonders Kinder und Jugendliche können von dieser Sportart profitieren.

Squash, Radfahren, Reiten oder Kunstturnen gelten dagegen als zu belastend.

Schwere Gegenstände sollten nie einseitig getragen werden. Die Wahl der (Schul-) Tasche kann die Rückengesundheit positiv wie negativ beeinflussen.