Malaria Impfung: neue Hoffnung im Kampf gegen die Parasiten

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Wer in Afrika schlafen geht, sollte sich unter ein mit Insektizid eingesprühtes Moskitonetz legen. Denn bis heute ist das der wirksamste Schutz gegen Malaria und dort ist die Krankheit mit den Fieberschüben besonders verbreitet. Etwa 94 Prozent der über 200 Millionen Fälle jährlich werden in Afrika registriert. Für Kinder unter 5 Jahren endet sie oft tödlich.

Organisationen wie die WHO kämpfen deshalb seit Jahren mit Kampagnen dagegen. Sie verteilen etwa kostenlose Moskitonetze. Doch die Fallzahlen stagnieren. Die Grenze der bisherigen Maßnahmen scheint erreicht. Die Malaria Impfung könnte ein Ausweg sein.

Malaria Impfung: der momentane Stand der Forschung

Seit 2015 gibt es bereits einen zugelassenen Impfstoff gegen Malaria. RTS,S/AS01, kurz RTS,S, wird bereits in Ghana, Kenia und Malawi an Kinder verimpft. Dort gehen die Fallzahlen zurück. Mit einer Wirksamkeit von etwa 40 Prozent ist die Impfung allerdings ähnlich effektiv wie ein Moskitonetz. Sie bietet einen gewissen Schutz, kann aber noch lange nicht alle Kinder vor einer Erkrankung bewahren.

Forscher der Universität Oxford experimentierten deshalb weiter. Ihr Präparat R21/Matrix-M hat die gleichen Inhaltsstoffe, setzt aber auf ein anderes Verhältnis. In einer sogenannten Phase-II-Studie konnte es 2021 77 Prozent Wirksamkeit erreichen. Noch wurde der Impfstoff lediglich an 450 Kindern in Burkina Faso getestet. Nur die höhere von den getesteten Dosen erreichte diese Wirksamkeit. Zudem wurde dafür strategisch geimpft. Kurz vor der Mückensaison könnte auch RTS,S effektiver sein. Denn beide Impfstoffe sind vor allem einige Wochen nach der Impfung am wirksamsten. Trotzdem: Durch eine Schnellzulassung könnte R21/Matrix-M vielleicht viele weitere Kinder retten.

Warum ist es so schwer, eine Malaria Impfung zu entwickeln?

2030 möchte die WHO effektive Impfstoffe gegen Malaria gefunden haben. Das klingt nach einem sehr langen Zeitraum, liegt aber vor allem am Auslöser von Malaria. Grund für die Erkrankung ist kein Virus, sondern ein Parasit. Er gelangt beim Mückenstich in den Körper und verändert sich immer wieder. Zunächst nistet er sich in der Leber ein. Nach ein paar Tagen oder Wochen wandelt er sich und wandert zu den roten Blutkörperchen. Diese werden durch ihn nach und nach zerstört, was die Symptome auslöst. Schließlich verändert sich der Parasit erneut, um wieder von Mücken aufgenommen werden zu können.

Die Veränderungen machen es unserem Immunsystem sehr schwer, den Parasiten zu bekämpfen. Außerdem gibt es viele unterschiedliche Arten. Die häufigste ist Plasmodium falciparum. Gegen diese richten sich auch die Impfstoffe RTS,S und R21/Matrix-M. Daneben gibt es aber noch viele weitere Arten des Parasiten. Eine Impfung kann deshalb viele Malariafälle verhindern, verschwinden wird die Erkrankung dadurch aber wohl nicht.