Leisure Sickness: Wenn der Urlaub krank macht

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Endlich Urlaub! Und dann Halsschmerzen, Schnupfen, totale Erschöpfung. Dabei hatten Sie doch so viele schöne Dinge geplant. Mit diesem Problem sind Sie nicht allein. Niederländische Wissenschaftler fanden bereits 2002 heraus, dass etwa 3 % der Bevölkerung die sogenannte Leisure Sickness kennt: Im Alltag geht es ihnen gut. Erst am Wochenende oder im Urlaub werden sie krank.

Die Freizeitkrankheit scheint besonders Menschen zu befallen, die sich gestresst fühlen. Wer besonders engagiert und akkurat arbeitet, immer 110 % geben möchte und gerne Verantwortung übernimmt, ist häufig betroffen, so erste Studien.

Woher kommt die Leisure Sickness?

Die ersten Ergebnisse machen klar: Stress ist der Auslöser der Leisure Sickness. Aber warum werden wir deshalb im Urlaub oder am Wochenende krank? Mediziner finden darauf ganz unterschiedliche Antworten.

Die einen vermuten, in der Freizeit konzentrieren wir uns einfach mehr auf unseren Körper. Plötzlich nehmen wir Symptome viel stärker wahr, die wir im Alltagsstress ignoriert hätten. Wir fühlen uns krank.
Andere denken eher an eine körperliche Ursache. Denn wir wissen, dass uns Stress zwar anfälliger für Infektionen macht, gleichzeitig aber viele Reaktionen des Immunsystems unterdrückt. So können wir in einer lebensbedrohlichen Situation reagieren, ohne uns auf unwichtige Kleinigkeiten zu konzentrieren. Es könnte also sein, dass unsere Abwehrreaktionen im herausfordernden Alltag zurückgehalten werden. Sobald wir freie Zeit haben und der Körper entspannen kann, schlägt das Immunsystem dann voll zu.

Das Problem könnte aber auch sein, dass die Betroffenen gar nicht erst abschalten können. Statt sich zu erholen, kreisen Ihre Gedanken immer weiter um die zurückgelassen Aufgaben. Experten meinen, das belastet den Körper und könnte eine Immunreaktion auslösen.

Wie kann ich vorbeugen?

Wie genau die Leisure Sickness auch entsteht, für Betroffene ist vor allem wichtig, was sie dagegen tun können. Dafür ist es entscheidend, sich mit dem eigenen Stresslevel zu beschäftigen. Denn lassen Druck und Anspannung im Alltag nach, sollten Sie auch im Urlaub weniger krank werden. Dafür gibt es viele verschiedene Ansätze, die sich alle mit einer Änderung des Lebensstils befassen.

Gestressten Menschen können wir schließlich nicht einfach sagen: Entspann dich mal! Stattdessen müssen sie nach und nach wieder lernen abzuschalten. Dabei können verschiedene Entspannungstechniken wie Autogenes Training oder Meditation helfen. Manchmal reichen auch Sport oder ein Hobby, bei dem Betroffene richtig abschalten können. Oft kann auch das Überdenken der eigenen Situation unterstützen: An welchen Stellen könnte ich Aufgaben abgeben, welche Ziele sind mir wirklich wichtig und wo könnte ich etwas kürzer treten? All diese Schritte können langfristig der Leisure Sickness vorbeugen, brauchen aber auch Zeit.

Was hilft kurzfristig gegen Leisure Sickness?

Kurz vor dem Urlaub ist es meist zu spät, etwas gegen den Alltagsstress zu unternehmen. Dennoch können diese 7 Tipps helfen, der Leisure Sickness doch noch aus dem Weg zu gehen:

  1. Versuchen Sie, es schon einige Tage vor dem Urlaub ruhiger angehen zu lassen. So kann sich Ihr Körper an die stressfreie Zeit gewöhnen.

  2. Lesen Sie bewusst keine E-Mails und lassen Sie das Handy, wenn irgendwie möglich, ausgeschaltet. Ansonsten gilt: Die Arbeit sollte Sie wirklich nur im äußersten Notfall kontaktieren.

  3. Tauchen Sie so weit wie möglich aus dem Alltag ab: Lassen Sie die Hausarbeit links liegen und arbeiten Sie keine langen To-Do-Listen ab. Auch ein paar Tage wegzufahren, kann helfen den täglichen Trott zu vergessen.

  4. Planen Sie eine Reise, nehmen Sie sich am besten etwas mehr Zeit. Einen Tag vor der Abfahrt und einen Tag nach der Ankunft sollten Sie mindestens frei haben, um zu packen, aufzuräumen, die Wäsche zu machen, etc.

  5. Im Urlaub möchten wir etwas erleben! Planen Sie trotzdem nicht zu viele Freizeitaktivitäten ein. So bleibt genug Zeit für Entspannung oder spontane Unternehmungen, wie eine Pause im Café oder ein kurzes Sonnenbad.

  6. Sport kann Ihnen helfen sich zu entspannen. Da wir bei körperlichen Aktivitäten leichter abschalten, sollten Sie auch im Urlaub nicht auf Ihr Sportprogramm verzichten oder anders aktiv werden.

  7. Zu guter Letzt: Planen Sie ruhig mit ein, dass Sie sich nach einer stressigen Zeit erst mal müde und erschöpft fühlen. Manchmal braucht ihr Körper danach einfach Ruhe. Lassen Sie sich den Urlaub davon nicht vermiesen und überlegen Sie lieber, wie Sie Ihre Seele am besten baumeln lassen können.