Legionellen – das sollten Sie zum Thema wissen

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Es geht doch nichts über eine ausgiebige Dusche nach einem anstrengenden Tag. Damit das erfrischende Nass auch wirklich zur Entspannung beiträgt, sollten Sie sich vorher einmal kurz mit diesem Thema beschäftigen: Legionellen.

Was sind Legionellen?

„Legionella pneumophila“ sind Bakterien, die als Umweltkeime weltweit verbreitet sind. Sie finden sich in niedriger Anzahl auf Gewässern und im Grundwasser und können beim Menschen Krankheiten auslösen.

  • Am besten vermehren sie sich bei 25 ° C bis 45 ° C, unterhalb von 20 ° C lässt sich nur noch wenig Vermehrung feststellen.
  • Vor allem Wasserleitungen in Gebäuden bieten ihnen daher gute Wachstumsbedingungen, besonders dank Nährböden aus Ablagerungen und Belägen von herkömmlichen Rohren.
  • So werden sie vom Menschen durch zerstäubtes oder vernebeltes Wasser aufgenommen, in dem die in der Luft verteilten Tröpfchen eingeatmet werden.
  • Befallen sind zum Beispiel Duschen, Whirlpools, Luftbefeuchter, Wasserhähne, Kühltürme und Klimaanlagen sowie Autowaschanlagen.
  • Während des Trinkens geschieht sehr selten eine Ansteckung und auch nur wenn sich die betroffene Person dabei verschluckt.
  • Legionellen werden nicht von Mensch zu Mensch übertragen.
  • Gefährdet sind vor allem Diabetiker, Senioren, Raucher, Babys und Menschen mit einer geschwächten Immunabwehr.
  • Der technische Maßnahmenwert liegt bei mehr als 100 koloniebildenden Einheiten (kbE) pro 100 ml.
  • Der Gefahrenwert liegt bei 10.000 kbE pro 100 ml und mehr -> ab hier laufen auch gesunde Menschen Gefahr an Legionellose zu erkranken.

Was kann die Folge einer Ansteckung sein?

  • Legionellen-Pneumonie

Diese Form der Lungenentzündung zeigt sich durch Symptome wie Kopfschmerzen, Husten, Schüttelfrost, ein schweres Krankheitsgefühl und Fieber. Bei korrekter Behandlung hat sie gute Heilungsaussichten.

  • Pontiac-Fieber

Diese grippeähnliche Erkrankung mit Beschwerden wie Fieber, Glieder- und Kopfschmerzen, sowie Unwohlsein ist meist nach einer Woche ausgestanden.

Beide Arten von bakterieller Erkrankung sollten unbedingt von einem Arzt behandelt werden, vor allem die Legionellen-Pneumonie, um ein unnötiges Risiko zu vermeiden. Zudem ist ein Befall mit Legionellen über dem technischen Maßnahmenwert meldepflichtig.

 

Wie kann man einer Vermehrung von Legionellen vorbeugen?

In allererster Linie gilt es, die Vermehrung von Legionellen zu messen und zu vermeiden, zum Beispiel im Leitungssystem des Trinkwassers. Dies geschieht durch spezielle technische Regelwerke und eine kontinuierliche Untersuchung von Wasserproben. Doch auch im privaten Wohnbereich sollte einiges beachtet werden.

Diese Maßnahmen sollten Eigentümer und Mieter durchführen:

  • Regelmäßige Nutzung von Wasserleitungen in Wohngebäuden.

  • Das heißt für den Eigentümer: Während eines Leerstands für regelmäßigen Durchfluss sorgen.

  • Totstränge im Leitungssystem vermeiden.

  • Das heißt für den Mieter/Bewohner: alle Leitungen regelmäßig (täglich, mindestens aber alle drei Tage) nutzen und entkalken. (etwa alle zwei bis drei Monate, um den Legionellen den Nährboden zu entziehen)

  • Hin und wieder thermisch desinfizieren: Durchspülen bei mindestens 70 ° C für drei Minuten.
  • Bei zentraler Wassererwärmung sollte die Reglertemperatur mindestens 60 ° C betragen, damit die Wassertemperatur an allen Stellen der Leitungen immer über 55 ° C bleibt.

  • Ein Eigentümer, der mindestens drei Wohnungen in einer Anlage vermietet, ist verpflichtet, alle drei Jahre eine Wasserprobe auf Legionellen testen zu lassen. Inhaber einer Ferienwohnung sogar jedes Jahr.

  • Dennoch empfiehlt es sich, beim Betreten einer Ferienwohnung oder eines Hotelzimmers, erst einmal für ungefähr zehn Minuten heißes Wasser durch alle Hähne laufen zu lassen. Währenddessen sollte das Fenster geöffnet sein und der Raum verlassen werden.
  • Wer Energie sparen will, sollte dies lieber über eine Optimierung der Wärmedämmung oder eine bedarfsgerechte Planung erreichen, statt einer Senkung der Wassertemperatur.

 

 Wer dennoch unsicher ist, kann mit der Beantwortung dieser 5 Fragen testen, ob das Wasser in Ordnung ist: 

  1. Wassertemperatur am Hahn:
    -> Ist das Warmwasser so heiß, dass man schnell zurückzuckt? Das heißt: ≥ 55 ° C nach max. 3 Liter Ablauf
    -> Ist das Kaltwasser erfrischend kühl? Das heißt: ≤ 25 ° C

  2. Wassertemperatur an der Anlage / Warmwasserbereitung:
    -> Ist das Wasser heißer als 60 ° C? (Am besten mit Thermometer messen) Achtung: Fest eingebaute Thermometer sind oft ungenau. Im Zweifelsfall die Wassertemperatur in einer Probe messen!
  1. Sind alle Leitungen gleich heiß?

  2. Läuft die Wasserpumpe mindestens 16 Stunden am Tag?

  3. Wird das Leitungssystem und Trinkwasserinstallation jährlich gewartet?