Honig – Gesunder Goldsaft

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Schon in der Steinzeit nutzten Menschen Honig als Nahrungsmittel. Damals nahmen sie ihn noch den wilden Bienenvölkern ab. Erst einige Zeit später begannen Menschen vermutlich in Kleinasien mit der Bienenhaltung zur Gewinnung von Honig. Um etwa 3000 v. Chr. galt das goldene Süßungsmittel im Alten Ägypten bereits als „Speise der Götter“ – und sollte seinen Essern Unsterblichkeit verleihen. Seither werden dem Honig zahlreiche gesundheitsfördernde Wirkungen nachgesagt. Er soll gegen viele Erkrankungen und sogar bei der Behandlung offener Wunden helfen. Aber was genau macht den Honig eigentlich so gesund?

Warum ist Honig so gesund?

Um diese Frage zu beantworten, muss man sich die Inhaltsstoffe des Honigs genauer ansehen. Zunächst mag es erschreckend erscheinen, dass der goldene Wundersaft zu 80 Prozent aus Zucker bestehen soll. Allerdings hat das einen guten Grund: Die Energie aus den Kohlenhydraten sichert den Bienen das Überleben im Winter. Aber Zucker ist nicht gleich Zucker. Im Honig sind verschiedene Zuckerarten enthalten. Diese setzen sich zum größten Teil aus Einfachzucker, also Fruchtzucker und Traubenzucker, zu einem geringeren Anteil aus Zweifachzucker, wie Saccharose und Maltrose, oder Dreifachzucker zusammen. Die genaue Verteilung ist je nach Honigart unterschiedlich und hat einen Einfluss darauf, wie süß er ist.

Ein weiterer Bestandteil ist Wasser. Je weniger davon enthalten ist, desto haltbarer ist er. Durchschnittlich macht Wasser etwa 17 Prozent des Honigs aus. Die restlichen drei Prozent setzen sich aus Aminosäuren, Proteinen, Enzymen, Mineralstoffen, Spurenelementen, Vitaminen und Aroma- und Farbstoffen zusammen. Und genau diese Inhaltsstoffe machen den Honig so gesund.

Wundermittel Honig

So zum Beispiel die enthaltenen Vitamine. Honig enthält viel Vitamin C, welches in der kalten Jahreszeit besonders wichtig ist. Es kann das Immunsystem stärken und uns vor Krankheitserregern schützen, indem es freie Radikale im Blut unschädlich macht und die Kalzium- und Eisenaufnahme verbessert. Zudem festigt es das Bindegewebe und kann sogar konzentrationsfördernd wirken. Ebenfalls im Bienensaft enthalten sind sämtliche B-Vitamine wie B1, B2, B3, B5 und B6. Sie wirken sich vor allem auf den Stoffwechsel, die Verdauung, die Durchblutung, die Schilddrüsenfunktion und die Nerven aus.

Eine positive Wirkung auf den Stoffwechsel haben auch die im Honig enthaltenen Mineralstoffe Kalium und Magnesium sowie die freien Aminosäuren. Eisen, Kupfer, Mangan und Zink sind nur als Spurenelemente im Honig vorhanden. In geringen Mengen fördern sie die Gesundheit und sind sogar lebensnotwendig. Die enthaltenen Proteine werden von den Bienen vor allem in Form von Enzymen hinzugefügt. Enzyme bewirken unter anderem, dass der weniger gesunde Zweifachzucker abgebaut und zu Trauben- oder Fruchtzucker umgewandelt wird. Dieser ist leichter zu verdauen, geht direkt ins Blut und gibt uns sofort Energie. Ein weiterer Inhaltsstoff sind Aminosäuren. Sie sind insbesondere für die Farbe und das charakteristische Aroma des Honigs verantwortlich.

Wirkung von innen und außen

Dieses Hausmittel kennt wirklich jeder: Honig im Tee oder in warmer Milch soll bekanntlich gegen Husten oder Halsschmerzen helfen. Aber warum? Durch seine leicht antiseptische Wirkung hilft er, Entzündungen zu hemmen. Zusätzlich stärkt das enthaltene Vitamin C das Immunsystem. Diese Wirkung hat Honig allerdings nur, wenn er in Getränken aufgelöst wird, die weniger als 40 Grad heiß sind. Die wichtigen Enzyme werden sonst zerstört können ihre volle Wirkung nicht entfalten.

Honig ist ein wahrer Alleskönner. Er wirkt nicht nur durch die Einnahme, sondern sogar äußerlich. Durch seine antibakterielle und pilzhemmende Wirkung ist er auch ein tolles Pflegemittel für die Haut. Er hilft bei Entzündungen und Trockenheit zum Beispiel bei Hautunreinheiten oder spröden Lippen. Sogar bei der Behandlung von offenen Wunden oder Verbrennungen kann der goldene Saft Besserung schaffen. Die enthaltenen Enzyme haben eine antimikrobielle Wirkung und können rund 60 Bakterienarten abtöten. Dies gilt allerdings nur, wenn er nicht wärmebehandelt wurde.

Fraglich ist, ob Honig durch die enthaltenen Spuren von Pollen auch Heuschnupfen-Allergikern helfen kann. Die Theorie scheint einleuchtend: Wer heimische Pollen in geringer Menge zu sich nimmt, trainiert sein Immunsystem. So soll die Wirkung ähnlich der einer Desensibilisierung sein. Bei einer Allergie auf Frühblüher würden Sie dann zu Honig greifen, der im Frühling geschleudert wurde. Umgekehrt sollte bei einer Allergie auf Spätblüher im Herbst geschleudertes Produkt verzehrt werden. Außerdem sollte der Honig nach Möglichkeit einen regionalen Ursprung haben. So kann sichergestellt werden, dass vor allem die Pollen enthalten sind, denen man zu Hause ausgesetzt ist.

Diese Annahme konnte bisher allerdings noch nicht bewiesen werden. Oft wird sogar von einer Desensibilisierung mit Honig abgeraten, da dies bei Allergikern Beschwerden hervorrufen kann.

Darauf sollten Sie achten

Trotz aller gesunden Wirkungen des Honigs gilt: Man sollte es nicht übertreiben. Denn in größeren Mengen kann er durchaus auch schädlich für die Gesundheit sein. Der enthaltene Zucker kann, wie jeder Zucker, Karies hervorrufen. Vor allem Diabetiker müssen vorsichtig sein: Honig gilt zwar als gesünderer Zuckerersatz, kann durch den hohen Zuckeranteil bei einer Diabetes-Erkrankung aber dennoch Probleme verursachen. Besonders für Kinder unter 12 Monaten kann Honig gesundheitsschädlich sein. Er kann Blostridium-Botulinum-Keime enthalten, die bei Babys zu Lebensmittelvergiftungen führen können.

Wichtig ist außerdem: Setzen Sie bei Honig auf hohe Qualität und regionale Produktion. Kaufen Sie keine Mischung von Honig aus EU- und Nicht-EU-Ländern – diese können eine hohe Konzentration an Schadstoffen enthalten und niemand weiß genau, welche Inhaltsstoffe verarbeitet wurden.

Greifen Sie stattdessen zu regionalen Produkten. Vielleicht gibt es sogar einen Imker in Ihrer Nähe? Achten Sie hierbei auch auf Güte-, Qualitäts- oder Prüfsiegel. Das Siegel „Echter Deutscher Honig“ des Deutschen Imkerbundes e. V. weist zum Beispiel auf die Einhaltung bestimmter Qualitätsrichtlinien hin, die unter anderem die Herstellung, den Geschmack und die Inhaltsstoffe des Produktes betreffen.