Guter Schlaf – das Schlaflabor kann helfen

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Unruhigen Schlaf, Schlafstörungen, durchwachte Nächte- wer kennt das nicht? Gründe für unbefriedigenden Schlaf gibt es viele- etwa Stress, ungünstige Schlafumgebung, schlechte Schlafhygiene oder ernsthafte Krankheiten. Im Schlaflabor können diese Ursachen präzise geklärt werden und so der Weg für erholsamen Schlaf gefunden werden.

Was ist ein Schlaflabor und wie kann mir das helfen?

Ein Schlaflabor ist eine spezielle Einrichtung in einer (meist ambulanten) Klinik, in der Patienten mit Schlafstörungen übernachten. Währenddessen wird im Nebenraum ihr Schlaf überwacht und bestimmte Messwerte aufgezeichnet. Das heißt Polysomnographie. Im Schlaflabor arbeiten ÄrztInnen verschiedener Fachrichtungen zusammen, um interdisziplinarisch die Ursachen und beste Therapie der Schlafstörungen finden zu können. Eine Untersuchung im Schlaflabor sollte dann erfolgen, wenn alle bisherigen Untersuchungen ergebnislos waren sowie auf eine physisch bedingte Schlafstörung hindeuten, etwa ein Schlafapnoe-Syndrom oder Restless-Legs-Syndrom.

Weltweit leiden viele Menschen an Schlafstörungen, die auch die Lebensqualität erheblich einschränken können. Zudem steigt mit ihnen auch das Risiko für schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Eine Beurteilung des Schlafs durch das Schlaflabor kann dem vorbeugen und den Schlaf deutlich verbessern.

Schlaflabor: Wie bereite ich mich vor?

Ihr Hausarzt hat Sie an ein Schlaflabor überwiesen. Nun stellt sich die Frage, wie Sie sich auf die Untersuchung vorbereiten können. Diese Punkte sollten Sie beachten:

Ein im Voraus geführtes Schlafprotokoll kann entscheidend zu den Ergebnissen der Untersuchung beitragen. Tragen Sie dort täglich ein, wann Sie zu Bett gegangen sind, wann Sie aufgestanden sind und ob Medikamente eingenommen wurden. Notieren Sie zudem, wie Sie Ihren Schlaf und die Wachzeiten beurteilen würden. Was haben Sie gegessen und getrunken? Gab es besondere Ereignisse und wurde Sport gemacht? Wichtig: Sprechen Sie dies vorher mit dem Labor oder den behandelnden ÄrztInnen ab, da ein Protokoll in manchen Fällen nicht nötig ist.

Am Tag der Untersuchung sollten Sie ab 14 Uhr keine koffeinhaltigen Getränke wie Kaffee oder schwarzen Tee sowie keinen Alkohol mehr trinken. Zudem sollten Sie tagsüber nicht schlafen und mit frischgewaschenen Haaren erscheinen. Bitte verzichten Sie auf Haarkosmetika wie Haargel oder -spray.

Packen Sie für die Übernachtung im Schlaflabor alle jene Dinge, die Sie für einen Besuch im Hotel mitnehmen würden. In der Regel sind das ein Waschbeutel, frische Kleidung für die Nacht und den nächsten Tag und gegebenenfalls Medikamente. Da einige Arzneien Einfluss auf die Testergebnisse haben könnten, sollten Sie dies im Voraus mit dem Schlaflabor abklären. In manchen Fällen muss (nur in Absprache mit den ÄrztInnen!) das Medikament kurzzeitig abgesetzt werden. Denken Sie auch an die Überweisung und Ihre Versichertenkarte!

Messwerte

Schlaflabor: Was passiert, wenn ich dort bin?

Nach Ihrer Ankunft im Schlaflabor werden Sie vom Personal in Empfang genommen. Ein ausführliches Anamnesegespräch findet statt und bietet die Gelegenheit für Sie, alle Fragen zu klären. Im Anschluss daran können Sie „Ihr Zimmer“ beziehen und sich wie gewohnt auf das Zubettgehen vorbereiten. Dann werden Sie mit den Messgeräten „verkabelt“. Dies ist, wie die gesamte Untersuchung, absolut schmerzfrei. Je nach Untersuchungsanlass werden in der Regel diese Messgeräte angeschlossen: Elektroden am Kopf, Elektroden am Brustkorb, Sensoren an weichen Gurten um Bauch und Brustkorb, ein Atemflusssensor in Form einer Nasenbrille, ein Sensor am Zeigefinger oder Ohr, zwei Elektroden am Unterschenkel sowie ein kleines Mikrofon im Halsbereich.

Mithilfe dieser Geräte sind die MitarbeiterInnen des Schlaflabors in der Lage, wichtige Messwerte zu generieren:

Aktivität des Gehirns

Bewegungen der Augen

Atmung durch die Nase und den Mund

Schnarchen

Sauerstoffsättigung des Blutes

Level der Atmungsanstrengung

Herzfrequenz

Bewegungen der Arme und Beine

Änderung der Schlafposition per Videoüberwachung

Die Polysomnographie zeigt, in welchen Stadien des Schlafes Sie sich befinden. Dazu zählen der Übergang vom Wachzustand zum Schlafen, der Leichtschlaf sowie Tief- und Traumschlaf (REM-Schlaf). Während des Schlafens wechseln sich diese Phasen immer wieder ab. Diese Messwerte wiederum geben dem erfahrenen Personal Aufschluss darüber, ob Atemaussetzer im Schlaf durch Atemwegsverengungen verursacht werden und ob über einen bestimmten Zeitraum hinweg die Atmung reduziert wird. Zudem können die Werte zeigen, inwiefern Atemaussetzer durch Einschränkungen der Atemstimulation begründet sind. Natürlich lassen sich auch Ein- und Durchschlafstörungen sowie das Restless-Legs-Syndrom diagnostizieren.

Selbstverständlich sind nächtliche Toilettengänge möglich. Nehmen Sie dazu einfach Kontakt zum Personal auf, meist über einen Klingelknopf.

Schlaflabor: Kann ich dort überhaupt schlafen?

Die meisten Patienten sind vor dem ersten Besuch im Schlaflabor aufgeregt, stellen im Nachhinein aber überrascht fest, dass sie besser geschlafen haben als gedacht. Das Schlafen mit verkabelten Messgeräten ist zwar ungewohnt, jedoch gewöhnen sich die meisten Menschen schnell daran.

Schlaflabor: Was kommt danach?

Am nächsten Morgen werden Sie entkabelt und können im Anschluss direkt nach Hause gehen. Eine Nachbesprechung der Ergebnisse findet an einem Folgetermin statt, wenn alle Messwerte ausgelesen wurden.