Fibromyalgie: dauerhafte Schmerzen an Muskeln und Gelenken

Eine ältere Frau sitzt an einem Tisch vor einem Laptop und fasst sich mit schmerzverzerrtem Gesicht an den unteren Rücken. Neben dem Laptop steht eine Tasse mit Untertasse. Im Hintergrund ist ein Topfpflanze auf der Fensterbank zu sehen. Chronisches Schmerzsyndrom - was ist die Fibromyalgie?

Schmerzen sind in den meisten Fällen ein unverkennbares Zeichen des Körpers dafür, dass etwas nicht stimmt. Je nachdem, wo und in welcher Stärke sie auftreten, geben sie zudem einen guten Anhaltspunkt, welche Art der Krankheit oder Verletzung vorliegen könnte. Nicht so bei der Fibromyalgie. Menschen, die am chronischen Schmerzsyndrom leiden, fühlen Schmerzen an Gelenken und Muskeln, ohne dass eine krankhafte Veränderung festzustellen ist.

Was genau ist das Fibromyalgiesyndrom?

Bei der seit mehr als 30 Jahren anerkannten Krankheit handelt es sich um eine hartnäckige Schmerzerkrankung die in verschiedenen Körperregionen auftreten kann. Die meisten Betroffenen klagen über Schmerzen in der Nähe von Muskeln und Gelenken. Sie ist neben dem Namen Fibromyalgie ebenso unter weiteren Bezeichnungen bekannt: Chronisches Schmerzsyndrom, Fibromyalgiesyndrom oder der nicht mehr gängigen Bezeichnung Muskelrheuma beziehungsweise Weichteilrheuma. 

In Deutschland sind rund 1,6 Millionen Menschen von einer Fibromyalgie betroffen, der Großteil davon sind Frauen im Alter von 40 bis 60 Jahren. Obwohl die Erkrankung seit Jahrzehnten bekannt ist und nachweislich Menschen darunter leiden, wird sie häufig nicht erkannt, da zu wenige Menschen die Krankheit und ihre diffusen Symptome kennen.

Fibromyalgie: vielfältige Symptome, unklare Ursache

Neben der fehlenden Bekanntheit gibt es bei der Fibromyalgie ein weiteres Problem. Die genauen Auslöser konnten Forscher bis heute nicht zweifelsfrei feststellen. Es gibt zwar vermehrt Hinweise darauf, dass die Schmerzverarbeitung im Gehirn gestört ist oder das die Krankheit über genetische Veränderungen innerhalb einer Familie weitergegeben wird, die Bestätigung dieser Hypothesen steht aber weiterhin aus.

Aufgrund der fehlenden Evidenz gehen Expertinnen und Experten davon aus, dass verschiedene Faktoren zusammenspielen. Neben einer genetischen und einer körperlichen Komponente sollen ebenso psychische Probleme wie übermäßiger Stress oder Traumata eine Rolle spielen.

Dr. Silija Schäfer über Fibromyalgie bei den Ernährungsdocs
Dr. Silija Schäfer Ernährungsmedizin über Fibromyalgie in Die ErnährungsDocs Folge 59 Scheinfasten gegen den Schmerz

Auch wenn weiterhin nach der genauen Ursache geforscht wird, gibt es bereits heute nachvollziehbare und stichhaltige Erkenntnisse, besonders im Bereich der Symptome.
Eine Fibromyalgie tritt nicht plötzlich innerhalb von Tagen auf, sondern entwickelt sich über einen langen Zeitraum. Das Hauptmerkmal dabei ist ein chronischer, teilweise täglich die Intensität wechselnder Muskelschmerz in verschiedenen Regionen des Körpers. Verantwortlich für die unterschiedliche Schmerzbelastung sind Faktoren wie die Temperatur, Stress oder die Tageszeit. Besonders häufig betroffen sind Teile des Rückens, der Nacken und mindestens eine Stelle an Armen oder Beinen.

Im Zusammenhang mit einem Fibromyalgiesyndrom berichten Betroffene zudem über:

  • Kopfschmerzen oder Migräne
  • Probleme mit dem Magen-Darm-Trakt
  • Müdigkeit, Erschöpfung und Schlafstörungen
  • Überempfindlichkeit auf Reize wie Gerüche oder Licht
  • Seelische Beschwerden, z.B. Angststörungen oder Depressionen

Individuelle Symptome erfordern eine individuelle Behandlung

Vom Zeitpunkt, an dem die ersten Symptome einer Fibromyalgie auftreten bis zu einer feststehenden Diagnose vergeht bei den meisten Patienten viel Zeit. Ein Grund dafür ist ein diffuser und von Mensch zu Mensch individueller Krankheitsverlauf mit teilweise gravierend unterschiedlichen Krankheitsanzeichen.
Deshalb existiert beim chronischen Schmerzsyndrom keine einheitliche Therapie. Erst die Kombination verschiedener Behandlungsformen kann zu einer Verbesserung führen.

Dabei wird häufig auf eine medikamentöse Therapie verzichtet. Studien zufolge haben Schmerzmittel bei den meisten Patienten keinen oder nur einen geringen Effekt. Die Einnahme von Antidepressiva wiederum kann zumindest vorübergehend gegen Schlafstörungen helfen und sogar die Schmerzen mindern.

Am besten bewährt hat sich jedoch eine nicht-medikamentöse Behandlung. Auch wenn Bewegung bei Schmerzen zunächst widersprüchlich erscheint, empfehlen Mediziner Ausdauertraining mit geringer Intensität, etwa Schwimmen oder Radfahren.
Zusätzlich können eine professionelle Wärmebehandlung, Psychotherapie oder Entspannungstraining helfen, die Beschwerden in den Griff zu bekommen.

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