Epidemie oder Pandemie?

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ÄRZTE.DE Gesundheitsratgeber Themenwoche zu Covid-19

Teil 1: Das neue Coronavirus – dreimal täglich eine Dosis Vernunft

Teil 2: Verdacht auf Coronavirusinfektion – was muss ich tun?

Teil 3: Wissenswertes rund um Viren

Teil 4: Grippeschutzimpfung – warum sie wichtig ist

Teil 5: Epidemie oder Pandemie?

 

Im Moment werden wir alle bombardiert mit einer riesigen Menge an Informationen zum neuen Coronavirus und bleiben oft ratlos zurück. Im letzten Beitrag unserer Themenwoche zu diesem Thema beschäftigen wir uns mit dem Unterschied von Epidemie und Pandemie sowie mit der Frage, was der Ernstfall für Deutschland bedeuten könnte.

Was ist eine Epidemie?

Eine Epidemie, nach epi („über“) und demos („Volk“) ist per Definition eine Welle an Erkrankungen mit der gleichen Ursache. Sie tritt ausdrücklich nur zeitlich und räumlich begrenzt auf. Sie muss daher von einer Endemie unterschieden werden. Die Endemie ist lediglich geografisch aber nicht zeitlich begrenzt, wie etwa Malaria.

Was ist eine Pandemie?

Die geläufigste Definition einer Pandemie ist die rasante Ausbreitung einer (Infektions-) Krankheit über zwei oder mehr Kontinente hinweg. Ein Beispiel dafür sind demnach Grippeviren, da sie sich leicht von Mensch zu Mensch über den gesamten Globus ausbreiten.

Wie schnell mit der Zunahme des Flugverkehrs aus einer Epi- eine Pandemie werden kann, zeigen zwei Beispiele:

  1. Dank des Ausbreitungsweges Nummer 1 – den Flugrouten – wurde aus dem lokalen Problem HI-Virus schnell eine globale Krise.

  2. Auch die SARS-Pandemie aus den Jahren 2002 und 2003 verdeutlicht diesen Zusammenhang. Während das Virus in Asien eher die gewohnten Wege nahm, entwickelte sich in Kanada schnell ein Reiseeffekt. Innerhalb von sechs Monaten war das Virus schließlich in 29 Ländern angekommen.

Welche Folgen könnte eine Pandemie haben?

Um sich ideal auf die Krisensituation einer Pandemie vorzubereiten, rechnen Experten Fallbeispiele durch. Für das Beispiel einer Influenzapandemie wird demnach eine zehnfach höhere Zahl von Krankenhausaufenthalten und Todesfällen angenommen. Doch dabei bleibt es nicht. Die Bürger meiden aus Angst vor einer Infektion öffentliche Plätze und Verkehrsmittel. Züge und Flüge werden gestrichen. Schulen und Kindergärten bleiben geschlossen, was schlussendlich Menschen vom Arbeitsplatz fernhält. Bis zur Hälfte der Belegschaft, so die Zahlen, könnten den Unternehmen fehlen, weil sie entweder selbst krank sind oder sich um kranke Familienmitglieder kümmern müssen. Als Folge daraus sind die ungestörte Funktionalität der Wirtschaft und die öffentliche Ordnung gefährdet. Die Strukturen der Gesundheitsversorgung werden überbelastet und die Ressourcen der Krankenhäuser schnell zu Neige gehen.

Wie gut ist Deutschland auf eine Pandemie vorbereitet?

Damit es nicht soweit kommt, gibt es in Deutschland Pandemiepläne. Sie enthalten entsprechende Maßnahmen, wie für die Hygiene. In der Vergangenheit hat die Forschung sehr viel über Viren gelernt und setzt dieses Wissen nun zur Bekämpfung ein. Natürlich ist das Wappnen gegen eine Pandemie eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Im Mittelpunkt steht dabei die Reduktion der Erkrankungszahlen einerseits und die Verhinderung von Todesfällen andererseits. Dabei muss es trotz dieser Situation nicht zwangsläufig zum Worst Case, also einer Großschadenslage kommen. Im aktuellen Fall des neuen Coronavirus SARS-CoV-2 zeigt sich zwar eine hohe Ansteckungsgefahr, aber die meisten Erkrankungen verlaufen mild.