Die private und die gesetzliche Krankenversicherung im Vergleich

20220704 die private und die gesetzliche krankenversicherung im vergleichmisucq

Ist die private Krankenversicherung (PKV) eine Alternative zur gesetzlichen Krankenversicherung (GKV)? Die Wahl haben nur wenige Personen, aber wer zwischen GKV und PKV wählen kann, sollte diese Chance nutzen und sich über die Vor- und Nachteile informieren. Was sind die Unterschiede der beiden Systeme? Darauf wird dieser Artikel Antworten geben.

Wer darf sich wie versichern?

Die meisten Menschen in Deutschland haben die gesetzliche Krankenversicherung. Insbesondere Auszubildende, Angestellte, Rentner, und Personen ohne Einkommen sind in der GKV zu finden. Um sich in Deutschland privat versichern zu können, müssen bestimmte Voraussetzungen gegeben sein. Angestellte Arbeitnehmer mit einem Gehalt oberhalb der Pflichtversicherungsgrenze dürfen die private Krankenversicherung in Anspruch nehmen. Das Gleiche gilt für Selbstständige und Freiberufler.

Zu den Sonderfällen zählen zum Beispiel Auslandskrankenversicherungen, die man immer privat abschließt, welche aber auch weder die GKV noch die PKV ersetzen.

Auslandskrankenversicherungen werden einerseits von deutschen Staatsbürgern gewählt, die längere Zeit (mehr als 60 Tage) im Ausland verbringen, aber genauso von ausländischen Gästen, die sich temporär in Deutschland aufhalten und deswegen nicht verpflichtet sind, eine deutsche Krankenversicherung zu haben. Wer sich für den Abschluss einer privaten Krankenversicherung informieren will, ist gut damit beraten, sich die Testsieger Private Krankenversicherung anzusehen.

Welche Vorteile hat eine gesetzliche Krankenversicherung - GKV?

Die GKV hat einen Vorteil, besonders gegenüber Familien. Der Ehepartner und die Kinder bis zu einem Alter von 25 Jahren werden kostenlos mitversichert, wenn sie kein oder sehr nur geringes Einkommen haben. Im Gegensatz steht die PKV, wo jedes Familienmitglied eine eigene Versicherung abschließt und dementsprechend einen eigenen Versicherungsbeitrag zahlt.

Die Familienversicherung ist gerade für Studenten eine sehr günstige Möglichkeit, eine Krankenversicherung zu haben, sie ist nämlich in den meisten Fällen kostenlos. Studierende können bis zu ihrem 25. Lebensjahr ein Teil der Familienversicherung sein. Zu beachten ist nur die Einkommensgrenze von 470 €/ Monat, die nicht überschritten werden darf.

Welche Vorteile hat eine private Krankenversicherung - PKV?

Der Umfang der Leistungen ist bei der GKV gesetzlich festgelegt. Bei der privaten Krankenversicherung funktioniert es anders, da hier der Versicherte die Leistungen individuell konfigurieren und mehr nach seinen Ansprüchen anpassen kann. Daraus resultiert, das Privatversicherte exklusivere Leistungen bekommen, sei es beim Hausarzt, Zahnarzt oder im Krankenhaus.

  • Privatversicherungen übernehmen auch eher die Kosten für spezielle Behandlungen oder bei Vorsorgeuntersuchungen. Spezielle Behandlungen können zum Beispiel alternative Heilmethoden sein.
  • Auch bei der Terminvergabe können Inhaber einer PKV punkten. In der Regel erhalten sie leichter einen Termin beim Facharzt und haben kürzere Wartezeiten bei der Terminvergabe. Manche Arztpraxen und Krankenhäuser sind dazu übergegangen, nur noch Versicherte mit einer PKV neu aufzunehmen.
  • Anders als bei den gesetzlich Versicherten, wo eine gesetzliche Zuzahlung bei Medikamenten üblich ist, müssen PKV-Versicherten eine solche nicht leisten, wenn sie die Medikamente in einer Apotheke kaufen.,

Wie sind die Beiträge bei einer PKV geregelt?

Anders als bei der gesetzlichen Krankenkasse, hängt bei der PKV der Versicherungsbeitrag nicht vom Einkommen ab. Entscheidend ist vielmehr das Eintrittsalter, eventuelle Vorerkrankungen und der Umfang der geforderten Leistungen. Die PKV ist häufig für Personen mit hohem Einkommen von Vorteil. Dies können Angestellte, wie auch Freiberufler sein. Aber auch junge Leute wie z.B. Studenten können ihre Vorteile aus den günstigen Beiträgen einer privaten Krankenversicherung ziehen. Ein weiterer Bonus der privaten Versicherung ist der weltweite Versicherungsschutz, der für eine Zeitraum von bis zu einem Monat gilt.

Welche Nachteile haben gesetzliche Krankenversicherungen?

Gesetzlich Versicherte können den Umfang der Leistungen nicht selber bestimmen, da dieser über einen Katalog fest vorgegeben ist. So kommt es, dass GKVs nur den festgelegten Regelsatz bei medizinischen Behandlungen zahlen. Wenn die Behandlung (z.B. im Ausland) von dem Regelsatz abweicht, muss der Unterschied aus eigener Tasche beglichen werden. Gesetzliche Krankenkassen übernehmen für ärztliche Leistungen im Ausland nur die Kosten, wie sie in Deutschland gesetzlich regelt sind. Leistungen außerhalb Europas werden von einer deutschen gesetzlichen Krankenkasse in der Regel überhaupt nicht erstattet.

Welche Nachteile hat die private Krankenversicherung?

Anbieter von privaten Krankenversicherungen haben das Recht, einen Antrag abzulehnen. Vorerkrankungen wie zum Beispiel Asthma, können es deswegen erschweren, in eine PKV aufgenommen zu werden. Wer sich für den Beitritt zu einer PKV bewirbt, muss deswegen Fragen zu seinem Gesundheitszustand beantworten. Anders als bei einer GKV gibt es hier auch keine kostenlose Familienversicherung inklusive. Jedes einzelne Familienmitglied ist ein eigener Versicherungsnehmer. Wer ambulante Leistungen in Anspruch nimmt, muss meistens Vorkasse leisten. Die Arztrechnung muss also erst selber bezahlt werden.