Colitis ulcerosa: Die chronische Darmentzündung im Überblick

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Schmerzhafte, blutige Durchfälle, Abgeschlagenheit, Blähungen, krampfartige Bauchschmerzen und bei schwerem Verlauf auch Fieber. Bei Blutuntersuchungen zeigen sich erhöhte Entzündungswerte, die Betroffenen verlieren Gewicht. Doch nicht nur der Darm gerät bei Colitis ulcerosa in die Schusslinie, auch für Gelenkprobleme, Augenentzündungen und Erkrankungen an Haut und Leber ist der Weg frei. Dazu kommt: Die Darmerkrankung ist chronisch, verläuft in Schüben. Was das bedeutet? Wer einmal betroffen ist, den begleitet die Erkrankung ein Leben lang, mal mehr, mal weniger schlimm. Allerdings können Betroffene in den symptomfreien Zwischenzeiten ein nahezu normales Leben führen.

 

Ursache und Verlauf der Colitis ulcerosa

Der tatsächlichen Ursache sind die Forscher bisher noch nicht auf die Schliche gekommen. Einfluss auf die Entstehung der Krankheit nehmen die Ernährung und ein gestörtes Immunsystem, vor allem aber auch genetische und psychosomatische Faktoren. Fest steht: Bei der Colitis ulcerosa kommt es zu chronischen, schubweise verlaufenden Entzündungen der Dickdarm-Schleimhaut. Diese Entzündungen verursachen Geschwüre, die Blut und eitrigen Schleim absondern und heftige Schmerzen verursachen können. Sie beginnen im Mastdarm und breiten sich dann nach oben aus, bis zum Übergang vom Dickdarm in den Dünndarm. Ist der gesamte Dickdarm betroffen, ist die Erkrankung auch als Pankolitis bekannt. In sehr seltenen Fällen überschreitet die Colitis als Backwash-Ileitis auch die Grenze zum Dünndarm.

Wann und in welchem Schweregrad die einzelnen Schübe auftreten, ist von Person zu Person unterschiedlich und von sehr vielen Faktoren abhängig. Gerade die psychische Verfassung spielt allerdings eine entscheidende Rolle. Seelische Belastungen haben starke Auswirkungen auf die Erkrankten. Ein schwerer Schub kann auch einen Krankenhausaufenthalt notwendig machen.

Zentrale Methoden, mit denen der Arzt der Erkrankung auf die Spur kommt, sind zum einen Blutuntersuchungen sowie Ultraschalluntersuchungen und zum anderen eine Darmspiegelung sowie eine Stuhlprobe. Mithilfe einer schlauch-förmigen Vorrichtung, die über den After eingeführt wird, kann der Arzt einen Blick auf den Zustand des Darms werfen und Gewebeproben entnehmen. Die werden im Labor untersucht und liefern im Fall der Erkrankung eindeutige Hinweise auf Colitis ulcerosa. In Deutschland sind knapp 170.000 Menschen betroffen.

 

Behandlung der Colitis ulcerosa

Eine Heilung steht momentan noch in weiter Ferne. Behandeln lassen sich nur die Symptome. Leider haben die Medikamente auch einen entscheidenden Nachteil: Um die ständigen Entzündungen bei schweren Schüben wirkungsvoll zu bekämpfen, müssen sie das gesamte Immunsystem herunterfahren oder teilweise verändern. Für den Betroffenen bedeutet das neben der Belastung durch die Colitis zusätzlich auch noch eine sehr viel höhere Infektanfälligkeit. Weil die Patienten durch die häufigen Durchfälle in den meisten Fällen auch an Vitamin- und Nährstoffmängeln leiden, empfiehlt sich zusätzlich zur Behandlung mit den Medikamenten auch eine Ernährungsberatung.

Verlieren die Medikamente ihre Wirkung, sind Operationen manchmal unumgänglich. Entstandene Verengungen oder in schlimmen Fällen sogar ganze Teile des Dickdarms müssen entfernt werden – sind sie so stark betroffen, dass sie anders nicht mehr zu retten sind.

Neben der Gefahr eines Darmdurchbruchs und starker Blutungen, gehört auch ein gestiegenes Darmkrebsrisiko zur Erkrankung. Die ständigen Entzündungen triezen die Darmzellen so dauerhaft und heftig, dass es zu Zellveränderungen kommen kann – die ihrerseits den Startschuss für die Entstehung von Tumoren bedeuten können. Doch das Risiko ist nicht bei jedem Betroffenen gleich: Dauer und Schwere der Erkrankung nehmen großen Einfluss darauf. Gerade bei Colitis-Patienten sollte deshalb ein besonderes Augenmerk auf regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen liegen.

Neben Morbus Crohn, eine Entzündung, die vorwiegend im Dünndarm auftritt, ist die Colitis ulcerosa eine der wichtigsten chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen. Morbus Crohn zeigt sich durch ein ähnliches Krankheitsbild. Dabei kann allerdings vom Mund bis zum After der komplette Verdauungstrakt betroffen sein – und im Gegensatz zur Colitis auch die tieferen Schichten der Darmwand. In vielen Fällen wird zuerst eine Colitis ulcerosa diagnostiziert, bis sich das Ausmaß der Erkrankung entpuppt oder verschlimmert. Eine endgültige Diagnose ist anfangs unmöglich.