Broken-Heart-Syndrom – viele Namen, ein gebrochenes Herz

Grafik zeigt eine anatomische Illustration eines Herzens auf einem roten Hintergrund. Diagnose: gebrochenes Herz - Infos zum Broken-Heart-Syndrom

Broken-Heart-Syndrom - Diese im medizinischen Bereich vor allem Stress-Kardiomyopathie genannte Erkrankung bezeichnet eine Funktionsstörung des Herzens. Sie ist erst seit etwa 30 Jahren als eigenständige Krankheit anerkannt und in ihrer Ursache noch unklar. Was alle Patienten jedoch gemein haben: Die Symptome treten nach einer starken psychischen oder physischen Belastung auf.

Was beim Broken-Heart-Syndrom passiert im Herzen?

Wie sich das Broken-Heart-Syndrom entwickelt, ist nicht abschließend geklärt. Während einige Patienten erhöhte Werte von Katecholaminen wie Dopamin, also eine Gruppe chemischer Stoffe im Körper zeigten, ließen sich bei anderen zudem höhere Konzentrationen von Stresshormonen wie (Nor-)Adrenalin und Metanephrin feststellen. Nichtsdestotrotz ist auch eine genetische Veranlagung, ein Tumor oder eine virale Ursache im Gespräch.

Nach bisherigem Wissensstand lassen sich die Abläufe im Herzen folgendermaßen erklären:

Das plötzliche Stresserlebnis führt zu einer abrupt steigenden Produktion von Stresshormonen. Das autonome Nervensystem ist überaktiv und die Konzentration von Katecholaminen stark erhöht. Dies beeinflusst (bzw. lähmt) den Herzmuskel.

Warum sind überwiegend Frauen vom Broken-Heart-Syndrom betroffen?

Nach der Menopause besteht im Körper einer Frau ein (relativer) Östrogenmangel. Dieser aktiviert den Sympathikus, der Teil des autonomen Nervensystems ist.

Welche Symptome hat das Broken-Heart-Syndrom?

Symptome wie sehr plötzliche und heftige Brustschmerzen, kalter Schweiß und Luftnot erinnern nicht nur an einen Herzinfarkt, es lässt sich im Akutstadium sogar nicht mehr ohne Weiteres zwischen dem Broken-Heart-Syndrom und einem Herzinfarkt unterscheiden. Ärzte sprechen deshalb immer erst einmal von einem „akuten Koronarsyndrom“.

Wann treten die Symptome des Broken-Heart-Syndrom auf?

Beinahe jeder Patient berichtet von einem vorausgegangenen belastenden Ereignis.

Beispiele dafür sind:

  • Tod einer nahe stehenden Person
  • Trennung vom Partner
  • Unfall / Verlust der materiellen Existenz
  • Überfall
  • Naturkatastrophe
  • Streit
  • Angstzustand / Panikattacke
  • Schlimme Diagnose
  • Großer Lottogewinn (Happy-Heart-Syndrom)

Warum tritt das Broken-Heart-Syndrom nur selten und nicht häufiger in sehr stressigen Situationen auf?

Züricher Wissenschaftler beantworten die Frage nach der Seltenheit der Erkrankung mit dem Verweis auf das Gehirn. Offenbar kommunizierten bei Patienten des Broken-Heart-Syndroms einige Teile des Gehirns schlechter miteinander, etwa jene die für die Verarbeitung von Gefühlen oder den Herzschlag verantwortlich sind.

Das Broken-Heart-Syndrom ist nicht ungefährlich. Insbesondere in den ersten Stunden nach Auftreten der ersten Symptome besteht das Risiko für ernsthafte Komplikationen.

Wie ist die Prognose des Broken-Heart-Syndroms?

Die gute Nachricht: Die meisten, der überwiegend weiblichen Patienten haben eine gute Prognose und erholen sich innerhalb einiger Wochen. Die Mortalität beträgt laut einer 2005 veröffentlichten Analyse aller bekannten Fälle 3,2 %.

Das Broken-Heart-Syndrom ist eine ernst zu nehmende Krankheit, die durch starken Stress entsteht. In akuten Fällen besteht Lebensgefahr. Bei Verdacht auf einen Herzinfarkt sollte in jedem Fall ein Notarzt gerufen werden!

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