Borreliose – im Gras lauert die Gefahr

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Auf die Jahreszeit kommt es den Zecken eigentlich gar nicht an: Schon wenn die Temperaturen auf etwa sieben Grad klettern, werden sie aktiv. Im Frühjahr und Sommer nutzen sie einfach aus, dass so viele Menschen an die frische Luft strömen.

In hohem Gras ist es besonders gefährlich, sich eine Zecke einzufangen, aber auch im Wald und im heimischen Garten fühlen sich die Parasiten wohl.

Wo beißt die Zecke zu?

Eigentlich können Zecken überall zubeißen. Trotzdem haben sie auch ihre Lieblingsplätze. Am besten gefällt es den Parasiten, wo es warm und die Haut schön weich ist, etwa in der Kniekehle oder im Bauchbereich. So manche Zecke sucht sich aber auch eine Stelle für ihren Stich aus, an der niemand mit ihr rechnet: Hinter den Ohren. Bei Kindern finden sich die Zeckenbisse außerdem oft auf dem Kopf.

Wie übertragen Zecken Borreliose?

Das Fatale an einem Zeckenbiss: Er ist nicht schmerzhaft und deswegen sehr leicht zu übersehen. Bleibt die Zecke ungestört, saugt sie in aller Ruhe Blut und überträgt dabei möglicherweise Borrelien.

Die spiralförmigen Bakterien können mehrere Krankheiten auslösen – die bekannteste und häufigste unter ihnen ist die Lyme-Borreliose. Ist von einer Borreliose die Rede, ist deshalb meistens diese Form der Erkrankung gemeint.

An welchen Symptomen erkenne ich Borreliose?

Bei der Lyme-Borreliose breiten sich die Bakterien im Körper aus und beginnen damit, Gewebe und Nerven zu zerstören. Das verursacht zahllose Symptome, die oftmals an eine Grippe erinnern: Fieber, Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen und schmerzende Gelenke. In welcher Stärke und zu welchem Zeitpunkt sich die ersten Beschwerden zeigen, hängt dabei ganz von der betroffenen Person ab.

Bei Kindern und älteren Menschen sind die Borreliose-Symptome aber meist stärker ausgeprägt. Die Zeit bis zum Ausbruch der Erkrankung schwankt ebenfalls: Manchmal sind es nur wenige Stunden, in anderen Fällen dauert es bis zu drei Monate. Das deutlichste, äußerliche Zeichen für eine Borreliose ist die sogenannte Wanderröte. Dabei rötet sich die Haut um den Stich – gelegentlich sogar erst mehrere Wochen nachdem die Zecke am Werk war.

Warum ist Borreliose gefährlich?

Die zerstörerische Kraft der Borrelien kann alle Organe im Körper betreffen. Unbehandelt führt sie oft zu einer Entzündung der Hirnhaut oder des Herzmuskels. Im schlimmsten Fall verschlechtert sich daraufhin der Allgemeinzustand so stark, dass die Borreliose tödlich verläuft. Wird sie rechtzeitig entdeckt und behandelt, ist die Borreliose aber gut heilbar. Bleibende Schäden kann sie trotzdem hinterlassen.

Was kann ich gegen Borreliose tun?

  1. Auf Zeckenbisse achten

Eine Impfung gegen Borreliose gibt es bislang leider noch nicht. Die Zeckenschutzimpfung schützt lediglich vor FSME - eine Entzündung der Hirnhäute und des Gehirns. Deshalb gilt: Auf Zeckenbisse achten und regelmäßig den Körper absuchen!

  1. Zecken sofort entfernen

Je kürzer die Zecke Sie beißt, desto weniger Erreger werden übertragen. Deshalb sollten Sie sich nach einem Ausflug ins Grüne gründlich nach Bissen absuchen und wenn nötig das Tier sofort entfernen.

  1. Zeckenzange benutzen

Entdecken Sie eines der Tiere auf Ihrer Haut, entfernen Sie es nur mit einer Zeckenpinzette! Denn alles andere ist nicht nur unzuverlässig, sondern dauert auch sehr viel länger – und im Todeskampf sondern die Zecken sehr viel mehr Viren und Bakterien ab als sonst.

  1. Den Zeckenbiss beobachten

Ist die Zecke komplett entfernt, erholt sich die Haut meist schnell. Um wirklich sicher zu gehen, sollten Sie den Biss aber im Auge behalten. Wird die Haut um den Biss rot (Wanderröte) ist das ein sicheres Signal, dass etwas nicht stimmt. Dies kann auch noch mehrere Wochen nach dem Biss passieren. Deshalb empfehlen wir, mit einem Kugelschreiber einen Kreis um die betroffene Stelle zu malen, um sie genauer zu beobachten.

  1. Wenn nötig Arzt aufsuchen

Nicht bei jedem Zeckenbiss, müssen Sie gleich zum Arzt. Wirkt die Zecke jedoch hellgrau und prall oder tritt um den Stich eine Rötung auf, ist ein Arztbesuch unbedingt ratsam. Denn wird die Borreliose rechtzeitig behandelt, können Langzeitschäden verhindert werden.