Blutkrebs – was Sie über die gefährliche Krebserkrankung wissen sollten

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Der 28. Mai ist Weltblutkrebstag. Ausgerufen von der DKMS soll der weltweite Aktionstag Aufmerksamkeit auf die Krankheit richten und so immer mehr Unterstützer im Kampf gegen Blutkrebs gewinnen. Denn jedes Jahr erkranken weltweit mehr als 917.000 Menschen an Leukämie, alleine in Deutschland sind es etwa 13.700.
ÄRZTE.DE mit einem Überblick über die gefährliche Krankheit.

Was ist Blutkrebs?

Es ist ein weitverbreitetes Missverständnis, dass es sich bei Blutkrebs um eine einzelne Krebserkrankung handelt. Vielmehr steht der Begriff für verschiedene Erkrankungen des blutbildenden Systems. Neben einigen seltenen Arten des Blutkrebses gibt es vier Hauptformen, die den größten Teil aller bekannten Fälle ausmachen:

  • Akute myeloische Leukämie (AML)
  • Chronisch myeloische Leukämie (CML)
  • Akute lymphatische Leukämie (ALL)
  • Chronische lymphatische Leukämie (CLL)

Typisch für die unterschiedlichen Formen ist die unnatürlich erhöhte Bildung krankhafter weißer Blutkörperchen. Dieses abnormale Verhalten der Blutzellen ist gleichzeitig der Ursprung der Bezeichnung Leukämie, sie bedeutet „weißes Blut“ oder „Weißblütigkeit".

Sobald die Menge der krankhaften und funktionsuntüchtigen Blutzellen die der gesunden übersteigt, werden die lebensnotwendigen Funktionen des Blutes, wie der Transport von Sauerstoff oder die Abwehr von Krankheiten, gestört.

Wer kann an Leukämie erkranken?

Die lebensbedrohliche Krankheit kann jeden Menschen, unabhängig vom Alter, treffen. Welche genauen Ursachen für Entstehung von Leukämie verantwortlich sind, ist bis heute noch nicht abschließend geklärt. Durch jahrzehntelange Studien und Forschungen konnten Wissenschaftler jedoch verschiedene Risikofaktoren bestimmen, die dazu beitragen können, dass die Krankheit entsteht. Dazu gehören:

Erbliche Veranlagung

Grundsätzlich kann die Leukämie nicht weitervererbt werden. Forscher haben jedoch herausgefunden, dass ein Zusammenhang zwischen der Krankheitsgeschichte innerhalb der Familie und dem Ausbruch der Erkrankung bestehen kann. Gab es bei nahen Angehörigen in der Vergangenheit bereits ein erhöhtes Aufkommen schwerwiegender Krankheiten, kann das zu einem erhöhten Blutkrebsrisiko führen.

Strahlung

Radioaktive Strahlung kann einen Einfluss auf den Ausbruch von Blutkrebs, besonders der akuten Leukämie haben. Dieser Zusammenhang war zum Beispiel nach atomaren Katastrophen, wie der Atombombe von Hiroshima, zu erkennen.

Rauchen

Experten gehen davon aus, dass Rauchen die Entstehung von Leukämie bedingen kann. Etwa zehn Prozent aller Fälle sollen auf den Zigarettenrauch zurückzuführen sein. Diese Annahme wird dadurch getragen, dass verschiedene Untersuchungen festgestellt haben, dass das Risiko für eine myeloische Leukämie bei Rauchern um 40 Prozent, bei ehemaligen Rauchern um 25 Prozent erhöht ist.

Alter

Auch das Alter kann einen Einfluss auf die Entstehung von Blutkrebs haben. Besonders bei der akuten myeloischen Leukämie, der chronisch myeloischen Leukämie und der chronisch lymphatischen Leukämie gilt das steigende Alter als ein wichtiger Risikofaktor.

Stammzellenspende als letzte Hoffnung

Wie bei den meisten Krebserkrankungen sind Chemo- und Strahlentherapie die ersten Behandlungsoptionen. Sollte hier jedoch kein signifikanter Fortschritt zu erkennen sein oder die Krankheit sich sogar verschlimmern, ist für viele Betroffene eine Stammzellenspende die letzte Möglichkeit.

Um die Stammzellentherapie durchzuführen, ist ein passender Spender, dessen Gewebemerkmale zu fast 100 Prozent mit denen des Empfängers übereinstimmen, unverzichtbar. Ist ein geeigneter Spender gefunden, wird zunächst das Immunsystem des Patienten heruntergefahren, um die Stammzellenspende zu transplantieren. Aus den gesunden Stammzellen bildet sich, im besten Fall, ein neues Immunsystem.

Weitere Informationen rund um den Blutkrebs und die Stammzellenspende erhalten Sie auf der Homepage der DKMS.