Acai-Beere: wenig Frucht, viel Kern

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Im Müsli und Fruchtaufstrich, in Creme und Lotion: Acai-Beeren (sprich Assa i) sind als Superfood längst überall. Zahlreiche Studien sollen ihre positive Wirkung auf den Körper belegen. Doch wie bei jeder Superfrucht gilt: Die Natur kann nicht jedes Marketingversprechen halten.

Was ist drin in Acai-Beeren?

Die Acai-Beere stammt aus dem Amazonasgebiet. In Brasilien gibt es sie etwa als dickflüssigen Saft. Etwa 90 % der Frucht besteht allerdings aus einem Kern. Der Ertrag ist also eher gering. Dennoch erobert sie seit einigen Jahren die Supermarktregale. Das liegt vor allem an ihren Inhaltsstoffen. Anthozyanen sollen sie zu einem echten Superfood machen. Die Antioxidantien sind wichtig zur Beseitigung von freien Radikalen im Körper. So sollen sie allerlei Krankheiten etwa Diabetes oder Herzerkrankungen verhindern.

Daneben verbergen sich in den Acai-Beeren viele Vitamine und Mineralien und viel Fett. Der hohe Fettgehalt, vergleichbar mit Avocado, soll für ein langes Sättigungsgefühl sorgen. Manch einer empfiehlt die Beeren deshalb auch zum Abnehmen.

Wie gesund sind Acai-Beeren wirklich?

Wer wirklich etwas für seine Gesundheit tun möchte, setzt am besten auf eine ausgewogene Ernährung. Ob Superfoods wie die Acai-Beere zusätzlichen Nutzen haben, ist schwer zu sagen. Ihre Auswirkung auf den Menschen sind nur wenig untersucht. Natürlich versorgen sie den Körper mit guten Inhaltsstoffen. Wie diese sich im Gesamtbild auswirken und welche Wechselwirkungen es vielleicht geben könnte, wissen wir allerdings nicht.

Zudem landen die Acai-Beeren nach einer weiten Reise und vielen Verarbeitungsschritten auf unseren Tellern. So gehen viele der Inhaltsstoffe verloren. Im Vergleich zu frischen regionalen Produkten sind Acai-Beeren deshalb eher schlecht geeignet, um uns mit vielen Nährstoffen zu versorgen. Zumal auch heimisches Obst und Gemüse ähnlich viel Anthozyanen und Vitamine sowie Mineralstoffe hat.

Verbraucherschützer raten bei Acai-Beeren außerdem dazu, auf die Dosierung zu achten. Die Früchte enthalten Mangan. Besonders Kinder und Vegetarier sollten davon nicht zu viel aufnehmen, um ihre Eisenaufnahme nicht zu beeinträchtigen. Als Pulver oder getrocknete Frucht sind die Inhaltsstoffe hoch konzentriert. Es reichen also schon kleine Mengen für den Tagesbedarf aus.

Unser Fazit: Finden Sie Acai-Beeren lecker und möchten sie auch weiterhin in Ihre Ernährung integrieren, spricht nichts dagegen. Ob Sie damit allerdings wirklich Ihre Gesundheit fördern, ist eher fraglich.