Ein erhöhter Augeninnendruck ist häufig die Ursache des Grünen Stars. - © Dezay / Fotolia
Prof. Dr. med. habil. Marcus Kernt

Prof. Dr. med. habil. Marcus Kernt

Facharzt für Augenheilkunde

Ein erhöhter Augeninnendruck ist häufig die Ursache des Grünen Stars. - © Dezay / Fotolia

SLT / Glaukom-Operation mittels Laser

Beim Grünen Star bzw. Glaukom handelt es sich um eine Schädigung des Sehnervs, welche meist durch einen erhöhten Augeninnendruck ausgelöst wird. Wird die Erkrankung nicht erkannt oder behandelt, kann es im schlimmsten Fall zur Erblindung kommen. Bei den meisten Glaukom-Fällen ist der Abfluss des Kammerwassers im Auge gestört. Das Kammerwasser zirkuliert im Auge und ist unter anderem für die Gesundheit der Hornhaut wichtig. Bei einer Glaukom-Erkrankung ist das Verhältnis zwischen ein- und abfließender Flüssigkeit nicht mehr im Gleichgewicht, wodurch sich der Druck im Auge stetig erhöht. Die Symptome des Grünen Stars entwickeln sich schleichend, wodurch die Erkrankung von Betroffenen meist erst spät erkannt wird. Da ein bereits eingetretener Schaden irreparabel ist, ist das frühzeitige Erkennen des Glaukoms besonders wichtig. Da besonders ältere Menschen betroffen sind, sollten ab einem Alter von 40 Jahren regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen durchgeführt werden. Nur so kann die Erkrankung frühzeitig erkannt und das Sehvermögen erhalten werden.

Ursachen für den Grünen Star

Es gibt viele Ursachen für das Auftreten einer Glaukom-Erkrankung. Primär ist ein erhöhter Augeninnendruck für die Schädigung des Sehnervs verantwortlich. Der Druck erhöht sich, da das Auge nicht mehr in der Lage ist, die Produktion und den Abfluss der Flüssigkeit im Auge zu regulieren. Der kontinuierlich erhöhte Druck im Auge schädigt den empfindlichen Sehnerv zunehmend. Der gestörte Abfluss des Kammerwassers kann viele Ursachen haben. Die häufigste Ursache ist die Ablagerung von Stoffwechselprodukten im sogenannten Trabekelmaschenwerk, sodass das Kammerwasser nicht wie gewohnt abfließen kann. Auch kann es vorkommen, dass sich durch eine Veränderung im Auge wie etwa Entzündungen oder Vernarbungen, der Abfluss verengt oder er komplett blockiert wird. Auch die Erweiterung der Pupillen aufgrund von Drogen, Dunkelheit oder der Einnahme bestimmter Medikamente kann zu einer Blockierung des Kammerwasserabflusses führen. Selbst bei einem normalen Augeninnendruck kann es durch Durchblutungsstörungen, Gefäßerkrankungen oder chronische Erkrankungen wie Diabetes mellitus zu einer Glaukom-Erkrankung kommen.

Symptome bei Grünem Star und akuter Glaukom-Anfall

Der Beginn einer Glaukom-Erkrankung verläuft meist weitgehend symptomfrei und ohne Schmerzen. Dadurch liegen beim ersten Auftreten deutlicher Anzeichen für einen Grünen Star meist bereits irreparable Schäden vor. Im Laufe der Erkrankung führt der erhöhte Innendruck im Auge vor allem bei akuten Druckanstiegen zu Sichtveränderungen wie einer verschleierten Sicht und Farbringen um Lichtquellen. Beim Fortschritt der Erkrankung und bei chronisch erhöhtem Augeninnendruck kommt es zu Gesichtsfeldausfällen, die sich im weiteren Verlauf verschlechtern, bis irgendwann das gesamte Gesichtsfeld betroffen ist. Wird das Glaukom nicht behandelt, kommt es letztendlich zur Erblindung. Spätestens wenn Betroffene Gesichtsfeldausfälle bemerken, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Zu diesem Zeitpunkt ist die Erkrankung schon weit fortgeschritten.

Neben dem schleichenden Fortschritt der Erkrankung kann es außerdem zu einem akuten Glaukom-Anfall kommen, bei dem deutliche Symptome vorliegen. Bei einem akuten Glaukom-Anfall handelt es sich um einen augenärztlichen Notfall, welcher so schnell wie möglich behandelt werden muss. Symptome sind häufig gerötete Augen, ein harter Augapfel, Sehstörungen sowie teilweise auch starke Augenschmerzen. Es kann außerdem auch zu einer Lichtstarre, bei der die Pupille nicht mehr auf Licht reagiert, kommen. Darüber hinaus können allgemeine Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen oder Kopfschmerzen auftreten. Liegt ein akuter Glaukom-Anfall vor, sollte direkt der Arzt oder Notarzt kontaktiert werden.

Diagnose des Grünen Stars

Sobald ein Verdacht auf grünen Star oder einen akuten Glaukom-Anfall vorliegt, wird der Augeninnendruck gemessen. Auch die Hornhautdicke wird bestimmt, da diese das Messergebnis beeinflussen kann. Darüber hinaus werden vom Arzt weitere Faktoren wie der Augenhintergrund sowie das Gesichtsfeld beurteilt. Da die Erkrankung meist über lange Zeit hinweg symptomfrei bleibt, ist eine langjährige Kontrolle und Dokumentation der Beschwerden notwendig. Daher kann es dauern, bis eine endgültige Diagnose vorliegt. Im Gegensatz dazu lässt sich ein akuter Glaukom-Anfall schnell diagnostizieren. Hier werden der Kammerwinkel, der Augeninnendruck sowie der vordere Augenabschnitt untersucht. Mittels einer sogenannten Spaltlampe können selbst feinste Veränderungen am Auge festgestellt werden.

Ob und wie weit fortgeschritten eine Glaukom-Erkrankung vorliegt, kann auch am Zustand von Netzhaut und Sehnerv beurteilt werden. Dazu wird eine Augenspiegelung durchgeführt, um bei der Untersuchung des Augenhintergrunds Rückschlüsse auf Veränderungen der Sehnerven, der Netzhaut und der Blutgefäße ziehen zu können.

Diagnostik des Grünen Stars

Optische Kohärenz Tomographie (OCT):

Bei Patienten mit Glaukom sind bestimmte Schichten der Netzhaut ausgedünnt. Normalerweise kann der Augenarzt die Netzhautdicke nur abschätzen, doch die OCT ermöglicht durch eine kurze Untersuchung völlig unschädlich die Netzhautdicke exakt zu vermessen. Dabei ist es nicht notwendig, das Auge zu berühren. Hierdurch gelingt ein neuartiger Einblick in die kleinste Ebene des Auges. Eine neue Dimension der Diagnostik und Verlaufskontrolle wird somit ermöglicht.

Laser Scanning Polarimetrie mit GDx:

Bei der sogenannten Laser Scanning Polarimetrie mit dem GDx wird die Anzahl der noch vitalen Nervenfasern in der Netzhaut mit einem schwachen Laserstrahl gemessen und computergestützt ausgewertet. Das Verfahren ermöglicht eine objektive und auf µm genaue Messung der Nervenfaserschicht und gibt zudem als einziges kommerziell verfügbares Verfahren eine wichtige Information über die Vitalität der Zellen. Anhand der Untersuchungsergebnisse kann der Augenarzt geringste Veränderungen der Nervenfaserschicht ablesen. So erlaubt das GDx-Verfahren als Ergänzung zur OCT-Untersuchung die frühestmögliche Glaukom-Diagnose und eine präzise Kontrolle des Krankheitsverlaufes. Dies gilt auch für die schwer zu diagnostizierenden Fälle eines Normaldruckglaukoms. Die Entscheidung über den Beginn und die Optimierung der Therapie wird dadurch erheblich erleichtert.

Heidelberg Retina Tomograph (HRT):

Der Heidelberg Retina Tomograph, kurz HRT, ist ein computergestütztes System zur präzisen dreidimensionalen Vermessung des Sehnervkopfes. Das Gerät tastet mit einem schwachen Laserstrahl die Oberfläche des Sehnervkopfes ab und ermöglicht es, aus einer Serie von Schichtbildern dessen Geometrie genau zu rekonstruieren. In seiner Genauigkeit und Reproduzierbarkeit ist der HRT den klassischen Untersuchungsmethoden der Funduskopie überlegen. Über die letzten Jahre konnten für das HRT umfangreiche normative Datenbanken über Sehnervenveränderungen bei Glaukom-Patienten generiert werden und somit ist ein sehr guter Vergleich der Befunde Ihrer Sehnerven im zeitlichen Verlauf, aber auch mit Normalbefunden und pathologischen Veränderungen, möglich.

Gesichtsfeldprüfung (Perimetrie):

Mit der Gesichtsfeldprüfung kann eine Aussage über die Ausdehnung des Gesichtsfeldes und über Gesichtsfelddefekte getroffen werden. Mit der Perimetrie können Gesichtsfelddefekte meist sehr viel früher aufgedeckt werden, als sie der Patient im Alltag bemerkt. Außerdem ist eine Verlaufsbeurteilung von vorhandenen Gesichtsfeldschäden über einen langen Zeitraum möglich, so dass ein Fortschreiten der Glaukom-Erkrankung nachgewiesen werden kann. Bei der Gesichtsfeldprüfung werden Lichtpunkte in eine Halbkugel projiziert. Dabei entsprechen bestimmte Lichtpunkte bestimmten Stellen auf der Netzhaut. Die Punkte haben unterschiedliche Helligkeit und Größe. So lässt sich die Lichtempfindlichkeit an unterschiedlichen Stellen der Netzhaut testen. Sobald der Patient einen Lichtpunkt wahrgenommen hat, drückt er einen Knopf. Eine wichtige Voraussetzung für die Untersuchung des Gesichtsfeldes ist eine gute Mitarbeit des Patienten. Der Patient muss während der gesamten Untersuchung eine Fixationsmarke fixieren und darf nicht den Lichtpunkten hinterher schauen. Die modernen Perimeter (=Geräte zur Gesichtsfeldprüfung) überprüfen automatisch, ob der Patient gut fixiert und mitgearbeitet hat und eignen sich besonders gut für die Verlaufsbeurteilung des Sehschadens beim Glaukom.

Behandlung des Grünen Stars mittels Selektiver Lasertrabekuloplastik (SLT)

Normalerweise wird der Grüne Star medikamentös mit Hilfe von Augentropfen behandelt. Es kommt jedoch vor, dass Patienten die Augentropfen nicht gut vertragen oder sie nicht ausreichend wirken, um die Symptome und vor allem die Ursache der Glaukom-Erkrankung zu lindern. In der Augenarztpraxis von Prof. Dr. Marcus Kernt kommt daher die moderne Methode der Selektiven Lasertrabekuloplastik (SLT) zum Einsatz. Damit kann bei den meisten Erscheinungsformen des Grünen Stars behandelt werden. Der Augeninnendruck kann durch diesen Eingriff um bis zu 20 Prozent gesenkt werden.

Die Selektive Lasertrabekuloplastik ermöglicht die schonende Behandlung des Grünen Stars. Durch die Behandlung wird der Abfluss des Augeninnenwassers im Kammerwinkel gezielt verbessert. Durch den Laser werden bestimmte Strukturen im Kammerwinkelabfluss des Auges behandelt. Dies bewirkt den natürlichen Abbau der behandelten Zellen durch den körpereigenen Heilungsprozess. Durch den Eingriff tritt ein drucksenkender Effekt in Kraft, welcher über mehrere Jahre anhält. Dadurch kann meist vollständig auf Augentropfen zur Behandlung des Grünen Stars verzichtet werden, oder zumindest eine Reduzierung der Tropftherapie ermöglicht werden. Die Behandlung kann bei Bedarf mehrmals und unter Umständen auch wiederholt durchgeführt werden, da der Laser das Gewebe im Kammerwinkel nicht schädigt sondern gezielt am Pigment im Kammerwinkel seine Wirkung entfaltet. Der Eingriff dauert lediglich fünf bis zehn Minuten und kann bei uns in der Augenarztpraxis durchgeführt werden.

Der große Vorteil der Behandlung des Grünen Stars mittels SLT liegt in der anhaltenden Senkung des Augeninnendrucks nach der Behandlung. Dadurch wird die Belastung des Sehnervs deutlich reduziert und dessen Verfall kann entweder verlangsamt oder sogar vollständig aufgehalten werden. Im Idealfall kann die Tropfentherapie zur Behandlung des Glaukoms ebenfalls reduziert oder ganz eingestellt werden. Von Vorteil gegenüber anderen Behandlungsmethoden ist auch der selektive Charakter des Eingriffs, bei dem nur pigmenthaltige Zellen mit Laserlicht bestrahlt werden. So können Kollateralschäden im Zellgewebe des Auges ausgeschlossen werden. Der Eingriff hat außerdem keine signifikanten Nebenwirkungen, verläuft für den Patienten schmerzfrei und muss in der Regel nur alle zwei bis vier Jahre wiederholt werden.

Kontakt

Wenn Sie sich für die Behandlung eines Glaukoms mittels der Selektiven Lasertrabekuloplastik interessieren, vereinbaren Sie gerne einen unverbindlichen Beratungstermin in unserer Augenarztpraxis in München. Kontaktieren Sie uns dafür über unser Kontaktformular auf unserer Homepage oder telefonisch.