Was macht Bitterstoffe so besonders?

Die Bildbeschreibung zeigt zwei Straßenschilder auf einem Asphaltuntergrund. Das obere Schild weist nach links und trägt die Aufschrift "BITTER", das untere Schild weist nach rechts und trägt die Aufschrift "SÜSS". Die Bildbeschreibung zeigt zwei Straßenschilder auf einem Asphaltuntergrund. Das obere Schild weist nach links und trägt die Aufschrift "BITTER", das untere Schild weist nach rechts und trägt die Aufschrift "SÜSS".

Süße Lebensmittel sind lecker und bringen viel Energie. Bittere lassen uns dagegen das Gesicht verziehen und können in großen Mengen sogar giftig sein. Da ist es eigentlich kein Wunder, dass die meisten von uns lieber Süßes essen. In den letzten Jahren sind die Bitterstoffe fast gänzlich aus unserer Ernährung verschwunden. Lediglich in Bier oder Kaffee sind sie noch erlaubt – oft verdeckt durch eine Extraportion Zucker.

Dabei haben die Inhaltsstoffe, die für eine bittere Note sorgen, auch positive Eigenschaften. Naturheilkundler:innen und auch Ärzte bzw. Ärztinnen empfehlen sie deshalb gegen allerlei Beschwerden.

Bitterstoffe sind für die Verdauung wichtig

Dass ein Kräuterbitter nach dem Essen helfen soll, haben wir alle schon einmal gehört. Dabei ist nicht der Alkohol entscheidend, sondern die Bitterstoffe. Sie sorgen dafür, dass der Magen mehr Saft produziert und regen die Darmtätigkeit an. Das unterstützt die Verdauung und beugt Sodbrennen, Blähungen und dem lästigen Völlegefühl vor.

Die bittere Note hat zudem noch einen weiteren Effekt. Sie lässt uns langsamer und bewusster Essen. Bei Vollmilchschokolade können wir etwa ein Stück nach dem anderen verputzen. Zartbitter ab 70 Prozent dagegen stillt den Appetit viel schneller. Dabei hält das Sättigungsgefühl bei bitteren Lebensmitteln auch viel länger an. Sie werden deshalb oft zum Abnehmen empfohlen.

Bitterstoffe für Zähne und Gallenblase

Zähen und Zahnfleisch profitieren ebenfalls von Bitterstoffen. Denn diese regen den Speichelfluss an und verändern seine Zusammensetzung. So verbessern sie den Schutz vor Karies und Bakterien. Einige Zahnärzte bzw. Zahnärztinnen empfehlen deshalb Bitterstoffe, um die Behandlung einer Parodontitis zu unterstützen.

Die Gallenblase ist sogar auf die bitteren Bestandteile in unserer Nahrung angewiesen. Fehlen diese, wird das Organ fauler und zieht sich nicht mehr richtig zusammen. Dann können Gallensteine entstehen und die Gallenblase muss unter Umständen entfernt werden.

Bitterstoffe bringen außerdem noch eine wichtige Eigenschaft mit. Sie sind Antioxidantien. Wissenschaftler:innen vermuten, dass diese Stoffe viel Einfluss auf unsere Gesundheit haben. So könnten sie zum Beispiel vielen Erkrankungen wie Krebs vorbeugen.

Daher bekommen wir Bitterstoffe

In einigen Gemüsesorten, etwa Chicorée, Radicchio oder Rosenkohl kommen die Bitterstoffe in natürlicher Form vor. Meist befinden sich darin allerdings nur geringe Mengen, da sie im Laufe der Jahre herausgezüchtet wurden. Wildwachsende Pflanzen und Kräuter enthalten noch sehr viel mehr davon. Schließlich soll sie die bittere Note vor natürlichen Fressfeinden schützen.

In der Apotheke bekommen Sie außerdem spezielle Präparate mit Bitterstoffen. Ob diese wirklich etwas bewirken, konnte wissenschaftlich noch nicht nachgewiesen werden. Falls Sie diese einnehmen, sollten Sie auf die richtige Dosierung achten. Denn zu viele Bitterstoffe können Ihrem Körper auch schaden.

Folgende Lebensmittel enthalten unter anderem Bitterstoffe:

  • Bittergurke
  • Grapefruit
  • Oliven
  • Zartbitterschokolade
  • Brokkoli
  • Kaffee
  • Grüner Tee
  • Bier
  • Linsen
  • Löwenzahn
  • Brennnessel
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