Die Vor- und Nachteile des Dentaltourismus

junger Mann hält einen Koffer in der Hand und leidet unter Zahnschmerzen.
junger Mann hält einen Koffer in der Hand und leidet unter Zahnschmerzen. | © kues1 - stock.adobe.com

Dentaltourismus gewinnt aufgrund der hohen Inflation und wirtschaftliche Krise immer mehr Aufmerksamkeit. Hier sind jedoch nicht die touristischen Elemente ausschlaggebend. Das Hauptziel der Reise ist nicht vorrangig den Urlaub zu genießen, sondern eine Zahnbehandlung durchführen zu lassen, bei der die Kosten viel niedriger sind als im Heimatland des Patienten bzw. der Patientin. 

Warum entscheiden sich Menschen für Zahntourismus?

Patienten und Patientinnen mit größeren Zahnproblemen entscheiden sich des Öfteren für eine Zahnbehandlung im Ausland, da sie sich die Behandlungskosten in ihrem Heimatland nicht leisten können. Zahnbehandlungen sind z.B. in der Schweiz 50 bis 60 % teurer als in anderen osteuropäischen Ländern. Oft wird angenommen, dass der Grund dieses großen Unterschieds die schlechte Materialqualität und die mangelnde Ausbildung der Zahnärzte und Zahnärztinnen sei. Dies ist jedoch nicht der Fall. Die Kosten der Zahnbehandlungen in den Ländern von Osteuropa sind aufgrund der verminderten Lebenshaltungskosten niedriger. Das heißt die Materialien, Strom, Heizung und auch die Arbeit der Ärzte und Ärztinnen kostet weniger, somit sind auch die Preise der Behandlungen weniger hoch.

Beliebteste Ziele für Zahntourismus

Die beliebtesten Zielorte für Zahntourismus befinden sich vor allem in den osteuropäischen Ländern wie z.B. Polen, Ungarn, Rumänien oder Tschechien. In diesen Ländern sind die Mieten, die Löhne und die Materialkosten deutlich günstiger als in Westeuropa.

Von diesen Ländern ist vor allem Ungarn im Dentaltourismus mit ca. 60 bis 70 tausend Patienten und Patientinnen pro Jahr aufgrund der hochqualitativen zahnmedizinischen Versorgung und Bildung hervorzuheben. Ungarische Zahnärzte und Zahnärztinnen sind weltweit bekannt für ihre sorgfältige und hochwertige Arbeit. Universitäten, wie z.B. Semmelweis, bilden die besten Zahnärzte bzw. Zahnärztinnen in Europa aus. Aufgrund der vergleichsweise günstigen Zahnarztbildung, die zudem sehr wertgeschätzt wird, absolvieren viele Studierende aus anderen EU- und Nicht-EU-Ländern ihr Zahnarztstudium in Ungarn. 

Allein aus touristischer Sicht ist dieses Land ein spannendes Reiseziel. Die Hauptstadt von Ungarn, Budapest gilt als das politische, verkehrstechnische, industrielle und kulturelle Zentrum des Landes. Hier erwartet die Gäste eine einzigartige Kombination aus Natur, baulichem und historischem Erbe sowie Kultur-, Gastronomie- und Wellnessangeboten. 

Vor- und Nachteile der zahnärztlichen Behandlung im Ausland

Vorteil: Der größte Vorteil des Dentaltourismus ist der finanzielle Aspekt. Dieser spielt bei nahezu jedem Patienten bzw. bei jeder Patientin eine wichtige Rolle. Um Geld zu sparen, entscheiden sich deshalb viele für eine Behandlung im Ausland. Aufgrund der niedrigen Preise gibt es mehr Spielraum für höherwertige Zahnersätze.

In Ungarn gibt beispielsweise zahlreiche Festivals, Bäder und historische Sehenswürdigkeiten. Ein weiterer Vorteil ist daher, dass die Behandlung mit einem Urlaub verbunden werden kann.

Hierfür bieten die Kliniken, die für Dentaltourismus eingerichtet sind, die Möglichkeit an, die Behandlung in einem Schritt (z.B. in 5 Tagen) durchführen zu lassen. 

Nachteil: Zahnbehandlungen im Ausland lohnen sich aufgrund der Nebenkosten nicht immer. 

Die Gesamtkosten, einschließlich Reise- und Unterkunftsausgaben, können dazu führen, dass der finanzielle Unterschied zwischen der Behandlung im Ausland und im Heimatland eher minimal ausfällt. Komplexe Zahnbehandlungen können bis zu zwei Wochen dauern oder auch mehrere Sitzungen in Anspruch nehmen, die aber schwer mit den Urlaubstagen kombinierbar sind. Nicht jede(r) möchte seinen oder ihren kompletten Urlaub mit Zahnbehandlung verbringen.

Worauf sollten Sie bei der Suche nach einer ausländischen Klinik achten?

Der wichtigste Faktor bei der Suche nach einer Zahnklinik ist die entsprechende Erfahrung der zu behandelnden Ärzte bzw. Ärztinnen und die Empfehlungen. Es sollte außerdem darauf geachtet werden, dass das Personal mehrsprachig ist, um Kommunikationsprobleme zu vermeiden. Eine Konsultation und ein Kostenvoranschlag sollten außerdem noch im Heimatland möglich sein. Die Kliniken, die auf Dentaltourismus eingestellt sind, verfügen oft über eine eigene Praxis im Heimatland des Patienten oder der Patientin. So können die Konsultationen und Kostenvoranschläge noch vor Ort erstellt werden. Kleinere Vorbehandlungen und Nachkontrolle können demnach auch dort durchgeführt werden, um nicht für jede Behandlung ins Ausland reisen zu müssen. 

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