Sonnenallergie – ein bekanntes unbekanntes Problem

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Ein schöner, wolkenloser Tag in der der Natur ist ideal, um ein paar Stunden die Sonne zu genießen. Für etwa zehn Prozent aller Menschen in Deutschland ist das jedoch nicht ohne Weiteres möglich. Sobald sie zu lange und ohne Schutz den Sonnenstrahlen ausgesetzt sind, entstehen Juckreiz, Hautrötungen oder Bläschen auf der Haut. Umgangssprachlich wird diese bekannte Reaktion gerne Sonnen- oder Lichtallergie genannt.

Sonnenallergie – was ist das?

Auch wenn der Begriff Sonnenallergie nach einer medizinischen Ausdrucksweise für eine allergische Reaktion auf die Sonneneinstrahlung klingt, gibt es diesen Begriff nur in der Umgangssprache. Hinter der Bezeichnung verbergen sich verschiedene Erkrankungen, bei deren Entstehung die UV-Strahlen des Sonnenlichts eine entscheidende Rolle spielen. Um eine echte Allergie handelt es sich dabei jedoch in den wenigsten Fällen.

Die am weitesten verbreitete Sonnenkrankheit ist die polymorphe Lichtdermatose (PLD) auch als Sonnenekzem bekannt. Ungefähr 90 Prozent aller bekannten Sonnenallergien in Deutschland sind eine PLD. Die Erkrankung kann ohne passende Behandlung über Jahre hinweg zu Beschwerden führen.

Wie entsteht die polymorphe Lichtdermatose?

Wenn der Körper über einen längeren Zeitraum hinweg dem Sonnenlicht ausgesetzt ist, kommt es zu einer bekannten Reaktion. Die Haut beginnt zum Schutz der Zellen mit einer verstärkten Produktion des Hautpigments Melanin, das zum „braun werden“ führt. So können schädliche UV-A- und UV-B-Strahlen vom Erbgut der Zellen ferngehalten werden.
Bei der PLD ist nicht nur die Bildung dieses natürlichen Schutzschildes gestört, eher das Gegenteil ist der Fall. Die Haut von Betroffenen reagiert meistens sehr sensibel auf die UV-A-Strahlung der Sonne und führt so zu den Symptomen Hautrötung, Juckreiz, Bläschen auf der Haut oder Schwellungen an den betroffenen Stellen.

Welche genaue Ursache die Krankheit hat, ist trotz jahrzehntelanger, intensiver Forschung bis heute nicht geklärt. Was für internationale Experten klar ist: Das Sonnenlicht ist der Auslöser der Erkrankung. Diese Annahme konnte bereits mehrfach in spezialisierten Labors getestet und validiert werden. Da es bis heute trotzdem keine Antwort zum Auslöser der polymorphen Lichtdermatose gibt, existieren unterschiedliche Theorien zu ihrer Entstehung:

  • Es handelt sich um eine tatsächliche Sonnenallergie: Einige Forscher:innen nehmen an, dass es im Körper von Betroffenen zu einer allergischen Reaktion kommt, sobald die Sonnenstrahlen die Haut berühren. Ähnlich wie etwa beim Heuschnupfen oder Kreuzallergien bildet der Körper Allergene aus, die das Immunsystem anstacheln, den vermeintlich schädlichen Stoff zu bekämpfen. In diesem Fall die Sonneneinstrahlung. Dieser Ansatz ist bis heute jedoch noch nicht bestätigt.
  • Freie Radikale: Eine andere Theorie besagt, dass die Sonnenstrahlen dafür sorgen, dass sich aggressive Sauerstoffverbindungen, sogenannte freie Radikale, unter der Haut bilden. Diese Radikale sollen die Zellen schädigen und das Risiko für Hautkrebs erhöhen. Die freien Radikale aktivieren durch ihr Vorgehen das Immunsystem und sorgen so für die bekannten Symptome. Wie bei der Theorie der Sonnenallergie fehlt es hier jedoch auch an eindeutigen Belegen.

Behandlung und Vorbeugen einer Sonnenallergie

Obwohl es sich bei der polymorphen Lichtdermatose um eine unangenehme Erkrankung handelt, können die meisten Menschen ihren Alltag ohne größere Probleme bestreiten. Grund dafür sind gut wirksame Medikamente und hilfreiche Präventionsmaßnahmen.

Um eine PLD von Anfang an zu vermeiden, gilt ab Beginn der Diagnose ein Credo: konsequenter Sonnenschutz. Dabei können folgende Möglichkeiten helfen:

Kleidung schützt vor UV-Strahlung

Sonnenhut/Cap, luftige Blusen oder Hemden und mittellange bis lange Hosen bieten eine gute erste Schutzschicht gegen die Sonneneinstrahlung. Seit einigen Jahren gibt es auch eine geprüfte UV-Schutzkleidung, die noch einmal besonders gegen die schädliche Strahlung schützen soll.

Mittags am besten innen bleiben

Es ist landläufig bekannt, dass zwischen 11.00 und 15.00 Uhr die Sonne auf ihrem Zenit steht. Zu diesem Zeitpunkt erreicht auch die UV-Strahlung ihr Maximum. Personen mit einer Sonnenallergie sollten in dieser Zeit so gut es geht innen bleiben.

Sonnencreme verwenden

Hautbereiche die nicht von Kleidung bedeckt sind, müssen eingecremt werden, um unangenehmen Reaktionen vorzubeugen. Ein hoher Lichtschutzfaktor von mindestens 30 ist dabei unabdingbar. Wer sich nicht sicher ist, welche Sonnencreme am besten geeignet ist, kann sich in der Apotheke beraten lassen.

Ist es bereits zu einer ungeschützten Begegnung mit den Sonnenstrahlen gekommen, heißt es direkt raus aus der Sonne und dem Körper Erholung geben. Mit ausreichend Zeit, ohne direkte Sonneneinstrahlung verschwinden Juckreiz und Hautrötungen meistens von selbst. Sind die Veränderungen jedoch deutlich stärker als sonst und das Jucken wird unerträglich, ist der zeitnahe Besuch beim Arzt die richtige Wahl.

Mithilfe einer entzündungshemmenden Kortison-Salbe werden die betroffenen Hautstellen behandelt. Bei Juckreiz kommen häufig Antihistaminika in Form einer Salbe oder Tabletten zum Einsatz. Mit diesem Antiallergikum kann der Juckreiz abgeschwächt werden.