Reha: Auszeit für Ihre Gesundheit

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Egal, wie sehr Sie sich bemühen: Oft ist der Alltag nicht gerade förderlich für Ihre Gesundheit. Der Stress nimmt überhand, die Gewohnheiten lassen sich nur schwer ändern oder es ist einfach nicht genug Zeit, um sich darum zu kümmern. Eine Reha ist deshalb eigentlich für jeden im Laufe seines Lebens sinnvoll. Besonders empfohlen wird sie:

  • nach der Diagnose einer chronischen Krankheit wie Diabetes, COPD, Morbus Crohn.
  • nach einer schweren Erkrankung oder einem Unfall, z. B. Herzinfarkt, Schlaganfall, Wirbelsäulenverletzung.
  • bei einer starken gesundheitlichen Beeinträchtigung etwa Übergewicht, Abhängigkeit oder Behinderungen.
  • bei einer großen psychischen Belastung in der Arbeit oder durch Care-Arbeit in der Familie (Eltern-Kind-Kur).

ÄRZTE.DE Tipp:
Eine Reha muss nicht zwingend mit einem Aufenthalt in einer entsprechenden Klinik verbunden sein. Sie kann auch ambulant oder in seltenen Fällen bei Ihnen zu Hause durchgeführt werden. Sprechen Sie am besten mit Ihrem Arzt über die verschiedenen Möglichkeiten!

Reha beantragen

Der Antrag auf eine Reha oder Kur hat schon so manchen abgeschreckt. Denn die Voraussetzungen sind umfassend und oft kompliziert. Deshalb sollten Sie ihn nicht alleine ausfüllen. Ihr Hausarzt kann Sie dabei tatkräftig unterstützen. Er kennt Ihren Gesundheitszustand am besten und kann die Reha oder Kur verschreiben. Zudem weiß er, welche Begründungen für eine Kostenübernahme entscheidend sind.

Sind Sie stationär in einem Krankenhaus, müssen Sie mit dem Antrag nicht bis zum nächsten Hausarztbesuch warten. In der Regel führen Sie noch vor der Entlassung ein umfassendes Gespräch, wie es mit Ihrer Gesundheit weitergehen soll. Dabei erläutert ein speziell dafür geschulter Mitarbeiter nicht nur Ihre Möglichkeiten. Er unterstützt Sie auch dabei, die nötigen Unterlagen zusammenzubekommen. Wird eine Reha vom behandelnden Arzt empfohlen, bekommen Sie also schon im Krankenhaus Unterstützung bei der Einreichung an der richtigen Stelle.

Wer die Kosten für die Reha oder Kur übernimmt, hängt von den Gründen dafür ab:

  • Die Rentenkasse zahlt eine Reha, wenn Sie für die Eingliederung in den Arbeitsmarkt nötig ist.
  • Die Krankenkasse erstattet alle Kosten, wenn die Maßnahme zur Vorsorge gedacht ist, also zukünftige Verschlechterungen abwenden soll.
  • Sehr selten kann auch die Haftpflichtversicherung eine Reha übernehmen, etwa nach einem Unfall.

Dennoch gibt es ein paar Voraussetzungen, die für alle Reha-Anträge gelten. So müssen Sie in der Regel 4 Jahre bis zu einem weiteren Antrag warten. Nur in Ausnahmefällen können die Maßnahmen öfter oder auch erst nach 15 Jahren in Anspruch genommen werden. Zudem müssen für eine Kur oder Reha die schulmedizinischen Maßnahmen erschöpft sein oder zumindest nicht den gewünschten Erfolg bringen.

Kur oder Reha?

Heute sprechen wir vor allem von Reha, früher fuhr man zur Kur. Die beiden Begriffe bezeichnen eigentlich die selben Maßnahmen; verschiedene Therapien zur Verbesserung der Gesundheit. Wer es ganz genau nimmt, kann aber doch einen Unterschied erkennen:

 

Reha steht für Rehabilitation. Sie wird immer dann verschrieben, wenn Sie Hilfe brauchen zurück in den Alltag oder Job zu finden.

 

Kur ist eher eine Vorsichtsmaßnahme. Sie soll verhindern, dass sich Ihre Gesundheit in der Zukunft massiv verschlechtert, sodass Sie ihren Pflichten nicht mehr nachkommen können.

 

Wie sieht die Reha aus?

Rehakliniken gibt es in ganz Deutschland. Sie liegen meist abgeschieden in der Natur und bieten unterschiedliche Therapien an. Oft sind sie auf einige Krankheitsbilder oder Therapien spezialisiert. Als Patient können Sie selbst wählen, wo Sie die Reha oder Kur antreten wollen, sofern dort geeignete Maßnahmen für Sie angeboten werden. Diese können ganz unterschiedlich sein: von Sport und Physiotherapie über Entspannungstechniken bis hin zu psychologischer Betreuung. Oft beinhaltet die Reha oder Kur auch Kurse, die Ihnen helfen sollen, den Alltag zu Hause besser zu meistern. Das können etwa Kochkurse, Stressmanagement-Seminare oder Übungen zum Einsatz bestimmter Hilfsmittel sein.

Ein Aufenthalt vor Ort dauert in der Regel drei Wochen und kann unter Umständen verlängert werden. Kinder und Jugendliche werden zwischen vier und sechs Wochen betreut.

Was passiert, wenn der Reha-Antrag abgelehnt wird?

Oft sind formale Gründe der Auslöser für eine Ablehnung. Deshalb sollten Sie die Absage mit Ihrem behandelnden Arzt durchsprechen. Sie enthält in der Regel eine genaue Begründung, nach der Ihr Antrag angepasst werden kann. Reichen Sie diesen erneut ein, wird er oft doch noch genehmigt.