Positives Denken: Kann das wirklich helfen?

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Mit einem Lächeln im Gesicht voller Hoffnung optimistisch bleiben – ganz egal, was wir gerade überwinden müssen, die Kraft des positiven Denkens soll es richten. Oft weißen Ratgeber und Experten auf die zahlreichen Studien hin, die gute Auswirkungen dieser Denkweise belegen. Doch werden wir wirklich schneller gesund, wenn wir glauben, dass schon alles gut wird?

Positive Gedanken können nicht heilen

Stress und schlechte Laune werden oft als erster Auslöser von Erkrankungen genannt. Tatsächlich können sie auch Einfluss nehmen. Entscheidend sind aber nach wie vor andere Punkte, wie Veranlagung oder ein geschwächter Körper. Manchmal spielt auch der Zufall mit. Ist jemand einmal erkrankt, kann der Rat zu guter Laune zudem kontraproduktiv sein.

Die Botschaft, die dabei ankommt, ist oft: „Du müsstest nur positive denken, dann ginge es dir besser oder du wärst gar nicht erst krank geworden.“ Tatsächlich können gute Gedanken aber weder einen kleinen Schnitt in den Finger zuwachsen noch die Krebszellen verschwinden lassen. Dafür sind andere Systeme und eventuell Medikamente zuständig.

Optimistisches Denken kann die Selbstheilungskräfte unterstützen

Was die eingangs genannten Studien belegen, ist eine ganz andere Kraft des positiven Denkens. Durch sie wissen wir, dass gute Stimmung unser Immunsystem stärken kann. So erkranken wir beispielsweise seltener an Erkältungen. Blutdruck und Blutzuckerspiegel sind bei guter Stimmung zudem geringer, was sich positiv auf Herzerkrankungen auswirken kann.

Durch das positive Denken haben viele Patienten den Eindruck, ihnen geht es insgesamt besser. Das kann auch die Behandlung beeinflussen. Denn wer Hoffnung auf Besserung hat, nimmt seine Medikamente regelmäßiger und setzt Maßnahmen effektiver um.

Manchmal ist schlechte Laune genau das richtige  

Dennoch sind negativ gestimmte Menschen nicht ständig krank oder leben ungesund. Es gibt ausreichend Beispiele von Patienten, die trotz Pessimismus erfolgreich behandelt worden sind. Manchmal ist die schlechte Stimmung sogar wichtig.

Jeder muss selbst herausfinden, wie er mit einer Krankheit oder einer Stresssituation umgehen möchte. Das kann mit Wut und Verstimmungen ebenso gut funktionieren wie mit guter Laune und einem Lächeln im Gesicht. Am Ende zählt vor allem: Alles, was es für Sie persönlich leichter macht, ist erlaubt. Das gilt sowohl bei schweren Erkrankungen als auch bei einem Schnupfen.