Peter-Pan-Syndrom - Wenn Männer nicht erwachsen werden

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Was ist das Peter-Pan-Syndrom?

Das Peter-Pan-Syndrom beschreibt eine Verhaltensweise, die meistens bei Männern auftritt. Diese haben einen starken Drang nicht erwachsen zu werden und zeigen kindische Verhaltensmuster auf. Der Begriff des Peter-Pan-Syndroms wurde im Buch „Das Peter-Pan-Syndrom: Wenn Männer nicht erwachsen werden“ von dem Familientherapeuten Dan Kiley in den 1980er Jahren geprägt. Der Name stammt von dem berühmten Kinderbuch „Peter Pan“, denn die Hauptfigur im Nimmerland will ebenfalls niemals erwachsen werden. 

Es handelt sich hierbei um ein psychisches Krankheitsbild, das jedoch bisher noch nicht offiziell anerkannt ist. Es beschreibt demnach eher ein Gesellschaftsphänomen, das sehr häufig auftritt und mit Folgen verbunden ist, von denen nicht nur die Erkrankten betroffen sind. Das Syndrom wird nur von wenigen Experten und Expertinnen der Psychologie sowie der Neurologie als eigenständiges Krankheitsbild gesehen. Es ist teilweise schwach ausgeprägt und gilt als schwer diagnostizierbare Störung.

Wie verhalten sich betroffene Männer?

Dan Kiley beschreibt in seinem Buch sechs Symptome, wie sich das Syndrom äußert:

Verantwortungslosigkeit: Betroffenen Männern fällt es nicht nur schwer Verantwortung zu übernehmen, sie entziehen sich dieser sogar gänzlich. Sie wollen lediglich ihren Spaß haben und drücken sich vor Problemen und Pflichten. Somit können sie meist auch nicht richtig mit Geld umgehen. 

Angst: Das Peter-Pan-Syndrom entsteht oftmals durch ein Trauma aus der Kindheit, aus dem ein geringes Selbstbewusstsein resultiert. Somit sind Bindungsängste und die Angst vor Ablehnung sehr präsent. Aus diesem Grund fällt es Betroffenen gleichzeitig auch schwer, Gefühle zu zeigen.

Einsamkeit: Die Betroffenen haben meist nur wenige bis gar keine richtigen Freunde bzw. Freundinnen. Da sie jedoch Angst vor Einsamkeit haben, suchen sie sich schnell viele, oberflächliche Bekanntschaften, die sie emotional auf Abstand halten. Oft sind das Gleichgesinnte oder Jugendliche.

Sexueller Rollenkonflikt: Das Problem der Oberflächlichkeit spiegelt sich auch im Beziehungsleben der Peter-Pan-Männer wieder. Sie können sich nicht auf langfristige und tiefgründige Beziehungen einlassen, da sie dafür Verantwortung übernehmen müssten. Stattdessen stürzen sie sich von einem Abenteuer ins nächste und freuen sich über kurz andauernde Erfolge im Liebesleben.

Narzissmus: Narzissten fühlen sich anderen stets überlegen und sind regelrecht selbstverliebt. Zudem können sie sich selbst nicht kritisch hinterfragen.

Chauvinismus: Die Betroffenen halten an längst überholten und sexistischen Rollenklischees fest. Damit verbunden ist typisches Machogehabe und Frauenfeindlichkeit.

Richtiger Umgang mit dem Peter–Pan–Syndrom in einer Beziehung 

Betroffene Männer können die andere Person in der Beziehung schnell verletzen, da sie oft manipulativ sind und kein großes Interesse an den Gefühlen ihres Partners haben. Gerade in Konfliktsituationen wird seine trotzige und kompromisslose Art ein Problem darstellen. Eine Beziehung kann also nur dann funktionieren, wenn die betroffene Person sich ihrem Problem stellt. In einer Therapie werden vor allem frühkindliche Traumata aufgearbeitet. Einen Mann, der an dem Peter-Pan-Syndrom leidet, selbst ändern zu wollen ist so gut wie unmöglich. Deshalb sollte das eigene Wohlbefinden immer an erster Stelle stehen. Es ist ein wichtiger Schritt, auf Abstand zu gehen, wenn die Situation zu viel wird.

 

Dieser Text wurde von unserer Redakteurin Lisa verfasst.