Offenes MRT: Eine patientenfreundliche Alternative zur klassischen Magnetresonanztomographie

Eine Patientin liegt auf einem Untersuchungstisch im offenen MRT. Eine andere Frau nimmt Einstellungen an dem Gerät vor. Eine offene MRT bietet im Gegensatz zum Hochfeld MRT deutlich mehr Liegekomfort. | © Werner - stock.adobe.com

Die Magnetresonanztomographie, kurz MRT, ist eines der wichtigsten bildgebenden Verfahren in der modernen Medizin. Sie ermöglicht eine detaillierte Darstellung von Gewebe, Organen und Gelenken, ohne dass Röntgenstrahlung eingesetzt werden muss. Doch nicht jeder Patient und jede Patientin fühlt sich in der engen Röhre eines herkömmlichen MRTs wohl. Platzangst, körperliche Einschränkungen oder einfach das Unwohlsein in beengten Räumen können dazu führen, dass eine Untersuchung zur Belastung wird. Hier bietet das offene MRT eine Alternative, die mehr Komfort und ein angenehmeres Untersuchungserlebnis bietet.

Was ist ein offenes MRT?

Im Gegensatz zu geschlossenen MRT-Geräten, bei denen der bzw. die Patient:in in eine schmale Röhre geschoben wird, bietet das offene MRT eine deutlich freiere Umgebung. Die Bauweise unterscheidet sich je nach Modell – einige Systeme sind an den Seiten offen, andere haben lediglich eine flache Bauform, sodass die Untersuchung mit mehr Bewegungsfreiheit erfolgen kann.

Vorteile eines offenen MRTs

Hier noch einmal alle Vorteile eines offenen MRTs im Detail:

Mehr Platz und Komfort

Die offene Bauweise schafft eine angenehmere Untersuchungssituation. Viele Patienten und Patientinnen empfinden weniger Stress, da sie während der Untersuchung nicht komplett umschlossen sind. Dies erleichtert das entspannte Liegen, was für die Bildqualität wichtig ist.

Keine Angst vor Enge

Klaustrophobie ist ein weit verbreitetes Problem. Menschen, die sich in engen Räumen unwohl fühlen, brechen eine MRT-Untersuchung in der klassischen Röhre nicht selten vorzeitig ab. Ein offenes MRT minimiert diesen Stressfaktor erheblich.

Bessere Zugänglichkeit für unterschiedliche Patientengruppen

  • Personen mit körperlichen Einschränkungen können durch die offene Bauweise leichter gelagert werden.
  • Übergewichtige Patienten und Patientinnen haben mehr Platz als in einer klassischen Röhre.
  • Kinder profitieren davon, dass ein Elternteil während der Untersuchung beruhigend in der Nähe bleiben kann.
  • Auch Angstpatienten und Angstpatientinnen oder Patienten und Patientinnen mit Klaustrophobie fühlen sich häufig schnell eingeengt und profitieren von der entspannten Umgebung.

Anwendungsgebiete und typische Untersuchungen

Das offene MRT eignet sich für eine Vielzahl von Untersuchungen, insbesondere in der Orthopädie und Neurologie. Es liefert hochauflösende Bilder von Gelenken, Muskeln, Nerven und inneren Organen, ohne dass eine enge Röhre erforderlich ist.

Orthopädische Diagnostik

Besonders bei Beschwerden am Bewegungsapparat ist das offene MRT von Vorteil. Häufige Anwendungsgebiete sind:

  • Knie- und Schulterverletzung 
  • Bandscheibenvorfälle und Rückenschmerzen
  • Arthrose und andere Gelenkerkrankungen

Durch die offene Bauweise können Aufnahmen in natürlicher Haltung gemacht werden, was insbesondere bei der Beurteilung von Gelenken wichtig ist.

Neurologische Untersuchungen

Das MRT wird oft zur Untersuchung des Gehirns und des Nervensystems eingesetzt. Dabei können Erkrankungen wie Multiple Sklerose, Schlaganfälle oder Tumore frühzeitig erkannt werden.

Untersuchung von Weichteilen und Organen

Moderne offene MRT-Geräte ermöglichen auch eine detaillierte Darstellung von inneren Organen, Sehnen und Muskeln. Das ist besonders wichtig für die Diagnostik von:

  • Entzündungen und Tumoren
  • Erkrankungen der Leber, Nieren oder Bauchspeicheldrüse
  • Verletzungen an Bändern oder Sehnen

Bildqualität und technische Aspekte

Dank technischer Fortschritte hat sich die Bildqualität offener MRT-Geräte in den letzten Jahren deutlich verbessert. Während geschlossene MRTs häufig mit einer höheren Magnetfeldstärke arbeiten, bieten moderne offene Systeme eine vergleichbare Detailgenauigkeit.

  • Fortschrittliche Bildgebung: Hochauflösende Aufnahmen ermöglichen präzise Diagnosen.
  • Geringere Geräuschentwicklung: Das offene System reduziert die typischen lauten Klopfgeräusche herkömmlicher MRT-Geräte.
  • Flexible Lagerung: Patienten und Patientinnen können in entspannter Haltung untersucht werden, was die Bildqualität verbessert.

In einigen Fällen kann ein geschlossenes MRT aufgrund der stärkeren Magnetfeldleistung noch Vorteile haben – doch für viele Standarduntersuchungen bietet das offene System eine ebenso zuverlässige Alternative.

Fazit

Das offene MRT ist eine sinnvolle Alternative für Patienten und Patientinnen, die in geschlossenen Röhren Unwohlsein empfinden oder eine flexiblere Lagerung benötigen. Dank moderner Technik bietet es eine hohe Bildqualität, erleichtert den Untersuchungsprozess und sorgt für mehr Komfort. Besonders für Angstpatienten und Angstpatientinnen, Kinder und Menschen mit körperlichen Einschränkungen stellt es eine patientenfreundliche und zuverlässige Untersuchungsmethode dar.

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