Liebesbeweis oder Tauglichkeitstest - ein Kuss hat viele Bedeutungen

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Egal ob Bussi, Knutscher oder Kuss - rund 90 % der Menschen sehen den Kuss als klassisches Zeichen der Zuneigung. Dieses intime Verhalten findet in den meisten Beziehungen statt. Dazu zählen nicht nur Liebesbeziehungen, sondern auch innerhalb der Familie und unter Freunden, zeigt diese Geste eine vertrauensvolle Verbundenheit zwischen zwei Personen. Allerdings trifft das nicht auf jede Gesellschaft zu. In manchen Kulturen ist ein Kuss in der Öffentlichkeit unerwünscht und wird als unhygienisch angesehen. Doch für die Mehrheit steht der Kuss ganz klar in Verbindung mit Liebe, egal in welcher Art von Liebe.

Evolution und Bedeutung des menschlichen Kusses

Aber wie kam es dazu? Es gibt viele Theorien zur Evolution des menschlichen Kusses.

Die bekannteste Erklärung ist allerdings weniger romantisch. Die Angewohnheit die Lippen zu spitzen und den Mund aufeinanderzupressen, nutzten früher Mütter, um ihren Nachwuchs mit vorgekauter Nahrung zu versorgen. Daraus entstand im Laufe der Evolution der menschliche Kuss.

Welche Bedeutung ein Kuss heute hat, ist Ansichtssache. Wobei hier ein klarer Unterschied zwischen Mann und Frau zu erkennen ist. Während Frauen den ersten Kuss als Test und somit als Entscheidungsgrundlage für weitere Schritte sehen, trifft der Mann oft schon vor dem ersten Kuss einen Entschluss. Doch in einem Punkt sind sich die Geschlechter einig: Ein Kuss ist eine sehr intime Form von Körperkontakt, weswegen dieses Erlebnis nur mit bestimmten Menschen geteilt wird.

Der Tauglichkeitstest – MHC Gene

Bei einem romantischen und innigen Kuss werden nicht nur Speichel, sondern auch wichtige Informationen zu dem Gegenüber ausgetauscht. Besonders interessant findet der Körper dabei, die MHC Gene (Abkürzung aus dem engl. Major histocompatibility complex). Diese tragen alle Informationen zum eigenen Immunsystem. Dadurch wird die Unterscheidung von körpereigenen und körperfremden Strukturen ermöglicht. Mit dem Sinnessystem der Chemosensorik ist es sogar möglich, den eigenen MHC-Genotyp mit anderen zu vergleichen, zu bewerten und darauf zu reagieren. Dies funktioniert durch die Wahrnehmung chemischer Botenstoffe über den Geruchs- und Geschmackssinn. Bei der Partnerwahl werden möglichst unterschiedliche MHC Genotypen bevorzugt, um ein optimiertes Immunsystem an den Nachwuchs weiterzugeben. Diese Auswahl macht sich über den Geruchs- und Geschmackssinn bemerkbar. Falls der MHC-Genotyp des Partners den eigenen Genotypen ergänzt, empfinden wir den Geschmack und Geruch der Person als angenehm oder sogar anziehend. Somit ist für die Partnerwahl der erste Kuss tatsächlich eine Art Test.

Fördert Küssen unsere Gesundheit?

Während eines Kusses dreht es sich aber nicht nur um das Immunsystem des Nachwuchses. Durch den Austausch von Speichel und rund 4.000 Bakterien wird das eigene Immunsystem gefordert und kann somit gestärkt werden. Doch das ist nicht alles, Küssen kann mehrere gesundheitliche Vorteile mit sich bringen. 

So positiv ist Küssen für die Gesundheit

Neben den gesundheitlichen Aspekten bringt ein Kuss noch einen weiteren positiven Effekt mit sich: Ein Kuss kann die Stimmung positiv beeinflussen. Die Ausschüttung der Glückshormone Serotonin und Dopamin hemmt negative Gefühle und stärkt die Motivation, Aufmerksamkeit und Leistungsbereitschaft. Dadurch können Gefühl wie Verliebtheit, Leichtigkeit und somit Glück empfunden werden. Eine enge Bindung entsteht durch die Ausschüttung des Kuschelhormons Oxytocin. Sogar auf Stress wirkt sich ein Kuss, durch die Reduzierung des Stresshormons Cortisol positiv aus.

Aber aufgepasst, beim Küssen werden auch Krankheiten wie Hepatitis B, Herpes oder das Pfeiffersche Drüsenfieber übertragen. Daher gilt: Nur wer gesund ist, wird geküsst.