Hilfe in der Krise: Wohin kann ich mich wenden?

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Depression, Burn-out, Zwangsstörungen – immer mehr psychische Erkrankungen rücken in den Vordergrund. Und das ist auch gut so, denn dadurch fühlen sich Betroffene eher gesehen und weniger stigmatisiert. Nach Erhebungen der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) benötigen etwa fünf Millionen Deutsche eine therapeutische Behandlung. Plätze gibt es nur für jeden Dritten. Viele warten deshalb lange auf ein Erstgespräch. Mit dem neuen Terminvergabeservice der Bundesregierung soll nun vieles anders werden. 

Am Telefon gibt es Hilfe für Akutfälle

Notfallnummern Hilfe in der Krise

Viele Organisationen haben es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen in Krisensituationen zu betreuen und zu begleiten. So finden Sie etwa bei der Telefonseelsorge, bei der „Nummer gegen Kummer“ für Kinder und Jugendliche und auch bei vielen regionalen Notfallnummern immer einen Ansprechpartner.

Die Freiwilligen dort nehmen sich nicht nur die Zeit über akute Probleme zu sprechen, sie sind auch dafür ausgebildet, Sie durch schwierige Situationen zu begleiten. Anonym und schnell sind sie oft der erste Anhaltspunkt, um über das weitere Vorgehen zu beraten. Sie wissen etwa, welche Art Hilfe Sie in Zukunft am besten unterstützen kann. Für besondere Notsituationen haben sie oft ein mobiles Team, das vor Ort vorbeischauen kann oder können schnell die Polizei oder einen Arzt erreichen.

Hilfe im Internet – einfach und anonym

Online haben Betroffene ebenfalls die Möglichkeit, über Ihre aktuelle Situation zu sprechen. Dafür bietet die Telefonseelsorge beispielsweise einen Chat und eine spezielle E-Mail-Adresse an.  Bei der Katholischen Arbeitsstelle für missionarische Pastoral können Sie Seelsorger einfach und anonym erreichen. So haben Sie auch in Momenten, in denen Sie sich hilf- oder kopflos fühlen, einen vertrauensvollen Partner an Ihrer Seite. Achten Sie im Internet unbedingt darauf, dass es sich um serioöse Anbieter handelt, die Ihnen eine anonyme Beratung gewährleisten können. 

Natürlich bietet das Internet im ersten Schritt auch eine breite Recherchemöglichkeit, um nach dem richtigen Hilfsangebot zu suchen. Regionale Stellen können etwa mit dem Suchwort „Krise“ und der nächstgelegenen Stadt gefunden werden. Auch Selbsthilfegruppen haben oft eine Internetseite, die auf das nächste Treffen verweist.

Professionelle Hilfe in Krisensituationen

Wer sich lieber an professionelle Hilfsstellen wenden möchte, kann Kontakt mit dem Ärztlichen Bereitschaftsdienst aufnehmen. Er kann Sie sowohl in medizinischen Fragen als auch zu psychiatrischer Unterstützung beraten. In Notsituationen ist außerdem das nächstgelegen Krankenhaus eine gute Anlaufstelle. Dort gibt es psychiatrische Ambulanzen. Bei akuter Gefahr für sich oder andere, raten Experten außerdem dazu, die Polizei einzuschalten.

Außerdem können Sie sich mit allen Fragen und psychischen Problemen jederzeit an Ihren Hausarzt wenden. Er ist grundsätzlich an die ärztliche Schweigepflicht gebunden und hat oft Kontakte zu Hilfsangeboten in der Nähe. Als Arzt, der Sie gewöhnlich schon eine Weile begleitet, fällt es vielen Menschen leichter, sich an den Hausarzt als Vertrauensperson zu wenden. 

Psychologische Beratung steht jedem zu

Dank all dieser Beratungsstellen müssen Betroffene schwierige Situationen nicht alleine durchstehen. Oft fällt es dennoch schwer, um Hilfe zu bitten oder zu erkennen, dass diese benötigt wird. Sollten Sie oder ein Bekannter in einer Krisensituation sein, können Sie dennoch jederzeit um Unterstützung bitten oder auf die Hilfsangebote hinweisen. Auch wenn es manchmal schwerfallen mag, Hilfe anzunehmen, ist allein das Wissen darum, wo sie zu finden ist, ein erster Schritt.