Gesundheitsupdate: Homeoffice - Gesundheitsprävention bei der Bildschirmarbeit

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Immer mehr Arbeitnehmer üben ihren Beruf an einem Bildschirm aus. Die vorwiegend statische Position während des Tages kann sich jedoch negativ auf die Gesundheit auswirken. Vor allem im Homeoffice werden Gesundheitsaspekte vernachlässigt. Die wichtigsten Tipps gegen Fehlbelastungen und Bewegungsmangel.

Rückenleiden und Augenprobleme besonders häufig

Die Digitalisierung hat die klassische Büroarbeit grundlegend verändert. Viele Tätigkeiten werden mittels Computertechnik abgewickelt. Während früher der Gang zum Kopierer oder der Weg zur Teambesprechung für Abwechslung und kleinere Bewegungseinheiten am Tag sorgten, wächst mittlerweile die Stundenanzahl, die Arbeitnehmer nonstop vor dem Computer verbringen.

Verschärft hat sich diese Problematik durch die Zunahme an Homeoffice-Arbeitsplätzen in Zeiten des Corona-Lockdowns. Wichtige Dokumente werden in Online-Clouds abgelegt oder unter Kollegen einfach per Mail ausgetauscht und Teambesprechungen lassen sich ebenfalls per Video-Teamschaltung digital durchführen.

Findet das Berufsleben jedoch nur noch im Sitzen statt, sind körperliche Beschwerden vorprogrammiert. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin bewertet insbesondere Muskel-Skelett-Erkrankungen und Augenbeschwerden als klassische Risiken von modernen Bildschirmarbeitsplätzen.

Um chronischen Erkrankungen vorzubeugen, ist eine gezielte Gesundheitsvorsorge essenziell, die eine gesunde Büroausstattung voraussetzt, zugleich aber auch eine bewusste Balance zwischen Sitzen und Bewegung beinhaltet, da Bewegungsarmut auch Diabetes und Bluthochdruck begünstigt.

Grundlegende Anforderungen an einen Bildschirmplatz

Ein Homeoffice-Büroplatz sollte den gleichen Gesundheitsanforderungen eines externen Arbeitsplatzes entsprechen. Dazu zählen ein ergonomischer Büro-Stuhl mit flexibler Rückenlehne sowie ein Schreibtisch, der sich individuell auf die Körpergröße einstellen lässt. Die Arme sollten auf dem Schreibtisch einen 90 Grad-Winkel bilden und die Füße sollten – ebenfalls rechtwinklig – zum Boden aufgestellt sein. Der richtige Abstand zum Monitor beträgt etwa 50 cm und die erste Textzeile auf dem Bildschirm befindet sich in horizontal ausgerichteter Sichtlinie. Zu empfehlen ist darüber hinaus ein höhenverstellbarer Bürotisch. So kann die Bildschirmarbeit zur Abwechslung auch im Stehen ausgeübt werden.

Störende Blendungen: Möglichkeiten der Fenster-Verdunkelung

Die negativen Auswirkungen von Blendlicht werden häufig unterschätzt. Störende Blendungen können laut der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung unter anderem nicht nur zu Kopfschmerzen führen, sondern durch unbewusste Ausgleichshaltungen auch zu Beschwerden am Bewegungsapparat. Dementsprechend sollte ein Sonnenschutz am Arbeitsplatz zur Verfügung stehen, wie zum Beispiel klassische Jalousien. Werden vorzugsweise textile Sonnenschutztypen wie beispielsweise Rollos, Vorhänge oder Plissees verwendet, sollte darauf geachtet werden, dass der Stoff eine ausreichende Verdunkelung bietet. Durchsichtige oder halbtransparente Fensterbehänge sind aufgrund ihrer Lichtdurchlässigkeit nicht für Bildschirmarbeitsplätze geeignet. Eine Verdunkelung am Fenster schützt im Sommer zudem vor thermischer Belastung.

Pausen und Freizeit aktiv nutzen

Bei stundenlanger Bildschirmarbeit sind Pausen ein elementarer Baustein der Gesundheitsprävention. Empfehlenswert ist es, spätestens alle 90 Minuten aufzustehen und den Büroplatz kurz zu verlassen. Regelmäßige Pausen können über den Tag verteilt für etwas Bewegung oder Ausgleichsgymnastik genutzt werden und bieten auch den Augen eine willkommene Erholung.

Eine besondere Bedeutung kommt jedoch auch der Freizeitgestaltung zu. Nach einer aktuellen Studie der Techniker Krankenkasse sind mittlerweile etwa 76 Prozent der Erwachsenen in ihrer freien Zeit mehrmals täglich oder so gut wie immer online. Wer bereits beruflich hauptsächlich vor dem Bildschirm sitzt, setzt den Körper im Prinzip auch nach dem Arbeitsalltag Bewegungsmangel und Fehlbelastungen aus.

Auch hier gilt es, eine Balance zwischen Computernutzung und Abstinenz zu finden. Aus medizinischer Sicht sollten Büromitarbeiter die Freizeit möglichst bildschirmfrei gestalten und mit Spaziergängen, Radfahren oder Sport für ein effektives Gegenprogramm sorgen, um langfristig gesund zu bleiben.