Die richtige Sitzhaltung am Arbeitsplatz

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Die insgesamt 23 Bandscheiben des menschlichen Körpers sollen die Wirbel, zwischen denen sie liegen, vor zu viel Druck schützen und gut auspolstern. Schließlich verläuft mittendurch ein entscheidender Teil des Nervensystems: das Rückenmark. Tagsüber presst die Belastung die Bandscheiben immer weiter zusammen, nachts füllen sie sich wieder auf. Mit zunehmendem Alter funktioniert dieser Mechanismus nicht mehr einwandfrei. Werden die „Gelkissen“ zwischen den Wirbeln zu stark beansprucht oder – durch mangelnde Bewegung – zu wenig, verlieren sie an Elastizität und platzen möglicherweise. Dann tritt der „Inhalt“ der Bandscheibe aus und kann je nach Austrittsort auf die umliegenden Nerven drücken – starke Schmerzen sind da vorprogrammiert, manchmal kommt es auch zu motorischen Einschränkungen.

Die falsche Sitzhaltung schadet dem Rücken

Natürlicherweise nimmt die Wirbelsäule eine doppelte S-Form an. Das macht sie beweglich und wirkt bei Erschütterungen oder Stauchungen wie eine Sprungfeder – Wirbel, Bandscheiben und Rückenmark sind also optimal geschützt. Zumindest wenn der Mensch immer in Bewegung bleibt. Allerdings sind heutzutage Arbeit und viele Freizeitbeschäftigungen zunehmend aufs Sitzen ausgerichtet. Der durchschnittliche Deutsche verbringt täglich etwa 11,5 Stunden im Sitzen.

Für den Rücken wird das nicht nur wegen der gestiegenen Gefahr eines Bandscheibenvorfalls zur Belastung. Weil die Muskeln so lange in derselben oder einer ähnlichen Position verharren müssen, verkrampfen sie sich – der verspannte Rücken schmerzt. Und bei den Rückenbeschwerden allein bleibt es nicht: Die Durchblutung des gesamten Körpers nimmt ab, der Stoffwechsel fährt herunter. Dauerhaftes Sitzen kann außerdem den Darm träge machen und Verdauungsbeschwerden verursachen. Auch das Darmkrebsrisiko klettert nach oben. Mittlerweile konnten Forscher sogar einen Zusammenhang zwischen häufigem, langem Sitzen und der Entstehung von Depressionen nachweisen. Die scheinbar harmlose Sitzhaltung ist also mittlerweile durchaus als Übeltäter entlarvt.

Auf die Haltung kommt es an

Wie macht man es also besser? Ist der innere Schweinehund erst einmal besiegt, lässt sich die Freizeit leichter beeinflussen – auf der Arbeit sieht es da schon anders aus. Wer am Schreibtisch arbeitet, ist zwangsweise an seinen unbequemen Bürostuhl gekettet, oder? Nicht unbedingt! Viele Arbeitgeber kümmern sich um ergonomische Stühle oder genehmigen alternative Sitzgelegenheiten wie Gymnastikbälle. Rückenschule und Massagen können außerdem dazu beitragen, die Beschwerden loszuwerden. Und wenn die Arbeit aktuell nicht unbedingt Sitzen erfordert, lässt sich vieles auch im Gehen oder Stehen erledigen. Und wenn dann doch einmal der Bürostuhl ruft, hilft vor allem die richtige Sitzhaltung:

Becken, Rücken und Kopf sollten dabei auf einer senkrechten Linie zum Boden liegen, die Unterarme platzieren Sie auf dem Tisch, die Oberschenkel bleiben leicht geöffnet.

Aber Achtung: In der ersten Zeit beschwert sich der Körper wahrscheinlich über die neue Haltung – schließlich sind Muskeln und Gelenke noch anderes gewohnt. Lassen Sie sich davon nicht vom richtigen Sitzen abhalten. Und: Stundenlanges Verharren in einer Sitzhaltung – auch wenn sie noch so gesund sein mag – tut dem Rücken ebenfalls nicht gut. Strecken, sich anders hinsetzen, zwischendurch ein paar Schritte gehen: All das fördert die Durchblutung im Rückenbereich und lässt Muskulatur und Bandscheiben aufatmen.

Sie haben trotz der richtigen Sitzhaltung Rückenschmerzen? Mit unseren 5 Tipps sagen Sie Rückenschmerzen im Büro den Kampf an!