Gesund und ausgeglichen mit Traditioneller Chinesischer Medizin

Ein Mann macht Tai Chi auf einem hölzernen Steg, der über das Wasser ragt. Er trägt ein orangefarbenes Oberteil und weiße Hosen. Im Hintergrund ist ein ruhiger See und weit entfernte Hügel zu sehen. Traditionelle Chinesische Medizin - Was steckt dahinter?

Das zentrale Symbol der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) ist weltweit bekannt: Taiji, das Symbol für Yin und Yang. Ausdrücken soll es das individuelle Gleichgewicht der Kräfte – alles in uns und um uns herum besteht aus Gegensätzen, die einander die Balance halten müssen. Nur so kann es den Menschen gut gehen. Genau auf diesem ganzheitlichen Konzept basiert auch die Traditionelle Chinesische Medizin. Im Fokus steht nicht nur die Behandlung von Krankheiten, sondern auch Meditation und Entspannung – um vorzubeugen und den Menschen als Ganzes ins Gleichgewicht zu bringen.

Was beinhaltet die Traditionelle Chinesische Medizin?

Um dieses universelle Gleichgewicht zu erreichen, greift die TCM gleich auf mehrere Techniken der alten chinesischen Medizin zurück.  Die wahrscheinlich bekannteste Anwendung ist die Akupunktur. Mit der Platzierung von feinsten Nadeln an festgelegten Punkten soll die jahrtausendealte Behandlung die Lebensenergie wieder in einen gleichmäßigen Fluss bringen – und den Körper zur Selbstheilung anregen.
Auch „einfache“ Massagen gehören zu den Säulen der Traditionellen Chinesischen Medizin. Die Tuina-Massage beispielsweise ist der Akupunktur sehr ähnlich. Dabei werden allerdings keine Nadeln in die Haut gestochen, sondern die entsprechenden Punkte massiert. Das löst Blockaden und steigert die Durchblutung. Sowohl die Akupunktur als auch die Tuina-Massage werden deshalb besonders gern in der Schmerztherapie angewendet.

Die Bewegungsformen Qigong und Tai-Chi gehören ebenso zur Traditionellen Chinesischen Medizin. Sie zielen darauf ab, Körper und Geist miteinander zu verschmelzen und in Einklang zu bringen. Langsame, fließende Bewegungen sollen Selbstheilung und Selbsthilfe anregen.

Die Anwendungen werden zusätzlich von innen heraus unterstützt. Spezielle Ernährungsprogramme und die chinesische Kräuterheilkunde – bei der die Wirkstoffe als individuell zusammengestellte Tees oder Kapseln eingenommen werden – fördern das Gelichgewicht der Kräfte.

Ist die TCM zurecht beliebt?

Mittlerweile finden die Techniken der Traditionelle Chinesische Medizin auch in der Schulmedizin immer mehr Anklang. Dabei handelt es sich bei der TCM nur um einen Bruchteil der Medizintradition Chinas, der ganz bewusst zum Export-Produkt aufgebaut wurde. Für die Chinesen selbst spielt sie kaum noch eine Rolle. In den westlichen Ländern dagegen erfreut sie sich großer Beliebtheit – obwohl die tatsächliche Wirkung der Techniken bislang noch nicht einwandfrei wissenschaftlich bestätigt ist.

Interessierte sollten sich deswegen einen kritischen Blick behalten - denn der Trend zur Traditionellen Chinesischen Medizin wird oft auch ausgenutzt. Vieles, was als TCM verkauft wird, hat tatsächlich gar nicht viel mit ihr zu tun. Vorsicht auch bei Pülverchen und Tees: Sie werden häufig gestreckt oder enthalten massenweise Pestizide. So manches, das zum Thema Harmonie und Energieausgleich verbreitet wird, ist außerdem überhaupt nicht Bestandteil der Traditionellen Chinesischen Medizin. TCM-Ärzte oder -Heilpraktiker sollten mit Bedacht gewählt werden – denn auch hier praktizieren viele noch zu unerfahren oder unzureichend ausgebildet. „Ein Arzt eignet sich besser als ein Heilpraktiker, weil er fundiertes schulmedizinisches Wissen hat“, empfiehlt Annika Neupel von der Internationalen Gesellschaft für Chinesische Medizin (SMS). „Außerdem sollte er eine mehrjährige, breitgefächerte und intensive Ausbildung in Chinesischer Medizin aufweisen – nicht nur in Akupunktur.“

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