Endlich Urlaub! Das sollten Ärzte für freie Tage beachten

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Wir haben Urlaub“ – diesen Satz schreiben alle Kollegen und Kolleginnen gerne an die Praxistür und freuen sich auf ein paar Tage Entspannung vom anstrengenden Praxisalltag. Während Sie und Ihr Team ausspannen, stehen die Patienten dennoch häufig vor Ihrer verschlossenen Tür – und brauchen ärztliche Hilfe. Damit Ihre Patienten in diesem Fall gut versorgt werden, sollten Sie bevor es in den Urlaub geht einige Vorkehrungen treffen. Auch wenn es durch den Praxisalltag zuerst zusätzlichen Aufwand bedeutet, sorgen diese Maßnahmen dafür, dass sie entspannter in den Urlaub gehen können.

Worauf Sie bei der Vorbereitung Ihres Praxisurlaubs achten müssen:

Information an Ihre Patienten

Informieren Sie Ihre Patienten rechtzeitig wann Sie Praxisurlaub machen. Nutzen Sie dafür möglichst alle Kanäle, (Aushang, Praxishomepage, Informationsblatt, Telefonansagen) die Ihnen zur Verfügung stehen.

Muss ein Patient regelmäßig in der Praxis vorbeikommen – beispielsweise für ein Rezept oder eine Untersuchung – können Sie persönlich mit Ihm sprechen. Beantworten Sie dabei möglichst alle wichtigen Fragen:

  • Wann sind Sie nicht da?
  • Kann der Termin ausfallen oder verlegt werden?
  • An wen kann sich der Patient im Notfall wenden?

Vertretung finden

Organisieren Sie eine angemessene Vertretung. Ein Vertragsarzt oder eine Vertragsärztin darf sich nur von einem Kollegen oder Kollegin mit abgeschlossener Weiterbildung in demselben Fachgebiet vertreten lassen, für das er oder sie selbst zugelassen ist. Beachten Sie dabei, dass die Arztpraxis die sie während Ihres Urlaubes vertreten soll, in der Nähe Ihres Standortes ist. Neben zutreffender Qualifikation und Praxisnähe ist der wichtigste Aspekt bei der Wahl der Vertretung, mit seiner Arbeit zufrieden zu sein (und sich auf ihn verlassen zu können).

Die Vertretung muss natürlich über Ihren Urlaub Bescheid wissen und einverstanden sein, die Patienten zu übernehmen. Das mag logisch klingen, viele Ärzte vergessen dennoch Ihren Urlaub mit den Kollegen abzusprechen. Damit schaden Sie nicht nur dem Verhältnis untereinander, sondern unter Umständen auch Ihren Patienten.

Terminplanung

Halten Sie circa zwei Wochen vor Urlaubsbeginn Termine frei für Akutbehandlungen oder Patienten die unvermeidlich nochmal einbestellt werden müssen. Dies gilt ebenfalls für die erste Woche nach dem Urlaub.

 

Welche Regeln für Vertragsärzte gelten

Vertragsärzte müssen – neben den oben genannten Punkten – einige zusätzliche Dinge berücksichtigen. Denn die Kassenärztliche Vereinigung hat eigene Regeln festgelegt, damit alle Patienten möglichst gut betreut werden:

  • Vertragsärzte haben Anspruch auf bis zu drei freie Monate pro Jahr. Die Tage werden dabei addiert.
  • Sie dürfen die Praxis für einen Urlaub, bei einer Erkrankung, für eine Fortbildung oder eine Wehrübung schließen. Medizinische Einsätze, beispielsweise im privaten Bereich, fallen nicht unter die Regelung.
  • Schon ab einem Urlaubstag müssen Sie eine Vertretung organisieren. Diese muss – genau wie die Patienten – darüber informiert werden. Ein Hinweis auf den ärztlichen Bereitschaftsdienst reicht in diesem Fall nicht aus.
  • Die Vertretung darf nur von einem Kollegen mit einer abgeschlossenen Weiterbildung im gleichen Fachgebiet erfolgen. Sie muss keine Kassenzulassung haben. Allerdings darf sie nur Leistungen abrechnen, für die sie und der Vertragsarzt qualifiziert sind.
  • Ist die Praxis mindestens eine Woche geschlossen, müssen Sie das der Kassenärztlichen Vereinigung mitteilen und den Namen Ihrer Vertretung angeben. Je nach Zuständigkeitsbereich geht das mit einem entsprechenden Formular oder auch formlos.
  • In einer Gemeinschaftspraxis können Sie sich auch von einem Ihrer Kollegen vertreten lassen, sofern er die Bestimmungen für die Aufgabe erfüllt. Das geht auch, wenn Sie als Angestellter Ihren Chef vertreten. Die Kassenärztliche Vereinigung müssen Sie darüber allerdings trotzdem informieren.
  • Psychotherapeuten dürfen sich bei probatorischen Sitzungen und bei genehmigter Psychotherapie nicht vertreten lassen.