Sodbrennen – Woher das Feuer kommt und wie Sie es löschen

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Es ist Sonntag und so langsam verströmt der Braten im Ofen einen verführerischen Duft. Klöße dazu und vielleicht noch ein kühles Getränk, da kann einem schon mal das Wasser im Mund zusammenlaufen. Während sich bei den meisten nach so einem Essen lediglich wohliges Sättigungsgefühl im Bauch ausbreitet, ahnen manche schon jetzt, womit sie anschließend zu kämpfen haben werden: Sodbrennen.

Warum bekommt man Sodbrennen? 

Lebensmittel wie Kaffee oder Fleisch aber auch Übergewicht begünstigen die Magensäureproduktion. Der eigentliche Auslöser für Sodbrennen sind aber unsere Muskeln: Der Ösophagus-Sphinkter ist der Schließmuskel unseres Magens. Er sorgt dafür, dass der Speisebrei hinein, die Magensäure aber nicht hinausgelangt. Kann er dies einmal doch nicht verhindern, bekommt er Unterstützung von der Speiseröhrenmuskulatur, die für die Rückbeförderung der Säure in den Magen zuständig ist. Dauert das aber zu lange, weil etwa die Muskeln nicht stark genug sind oder die betreffende Person liegt, greift die Magensäure die Speiseröhre an und wir haben Schmerzen.

Der Name Sodbrennen ist bezeichnend, da die Beschwerden meist als „Brennen“ hinter dem linken Brustbein wahrgenommen werden. In einigen Fällen erreicht die Säure sogar den Rachen, was besonders schmerzhaft ist und zu einem sauren Geschmack im Mund führt. Die Freude über den leckeren Sonntagsbraten ist so schnell verdorben.

Wie kommt es zu einer Schwächung des Ösophagus-Sphinkter?

Der Ösophagus-Sphinkter übernimmt also eine wichtige Aufgabe bei unserer Verdauung. Wahrnehmen können wir ihn aber erst,  wenn er nicht mehr richtig funktioniert. Vor allem unsere „Laster“, können zu einer Schwächung des Schließmechanismus führen: Alkohol, Nikotin, fettige oder saure Mahlzeiten und hoher Kaffeekonsum sind die hauptsächlichen Übeltäter. Langfristig oder gar in Kombination miteinander lösen sie die Beschwerden aus.

Auch „Fast Food“ im buchstäblichen Sinne, also Essen, das wir schnell und hektisch in uns hineinstopfen, schwächt unseren Verdauungsapparat. Die Folge: Sodbrennen. Um die Beschwerden zu lindern und ihnen vorzubeugen, sollten Sie sich deshalb viel Zeit zum Essen lassen und es richtig genießen. Übergewichtige sollten außerdem auf leichte Kost achten, zumal Sodbrennen und Übergewicht auch in Zusammenhang mit Diabetes mellitus stehen.

Werdende Mütter, die oft ohnehin die verrücktesten Kombinationen essen, müssen das Brennen auch aushalten. Da ihre Gebärmutter auf den Magen drückt, wird der Schließmuskel während der Schwangerschaft stark beansprucht. Immerhin, nach der Geburt sind sie die Beschwerden meist wieder los.

Was kann bei Sodbrennen helfen?

Wenn Sodbrennen nur selten und nicht regelmäßig auftritt, ist es völlig unbedenklich. Wer allerdings öfter darunter leidet, sollte in Betracht ziehen etwas am Lebensstil zu ändern.

Hier ein 10 Tipps, wie das ganz einfach geht:

  1. Besonders saure, fettige oder scharfe Nahrung vermeiden

 Unter anderem diese Lebensmittel sorgen für vermehrte Säure und sollten daher reduziert oder vermieden werden:

  • Fleisch und Fisch
  • Milchprodukte und Ei
  • Getreideprodukte aller Art
  • Zucker und Süßes
  • Viele Nüsse
  • Spargel
  • Knoblauch
  • Früchtetee
  1. Basische Lebensmittel bevorzugen

Basische Lebensmittel sind jene, die neutral oder positiv auf den Säurehaushalt des Magens wirken. Hier einige Beispiele:

  • Birnen, Äpfel und Johannisbeeren
  • Brokkoli, Lauch und Süßkartoffeln
  • Viele Pilze wie Austern, Morcheln und Pfifferlinge
  • Mandeln und Sesam
  1. Lieber mehrere kleine als wenige große Mahlzeiten

Ist der Magen durch große Mahlzeiten vollgefüllt, übt er Druck auf den Speiseröhrenschließmuskel aus und produziert zudem mehr Säure. Mehrere kleine Speisen beugen dem vor.

  1. Ein Verdauungsspaziergang

Helfen Sie Ihrem Magen bei der Verdauung, indem Sie im Anschluss an das Essen einen gemütlichen Spaziergang unternehmen. Das bringt gleich noch den Kreislauf in Schwung und Sie werden nicht müde.

  1. Drei Stunden vor dem Zubettgehen nichts mehr essen

Geben Sie Ihrem Magen Zeit für die Verdauung, bevor Sie schlafen gehen. Ist die Magentätigkeit dann abgeflaut, mindert das das Risiko im Liegen Sodbrennen zu bekommen. Ein weiterer Faktor: abendliches Essen fördert die Ausschüttung von Insulin und das hemmt den Fettabbau.

  1. Sport treiben

Sport entspannt, auch den Verdauungsapparat. Er unterstützt das Herz-Kreislauf-System und kann beim Abnehmen helfen. All dies wirkt sich äußerst positiv auf die Linderung von Sodbrennen aus.

  1. Verzichten Sie auf enge Kleidung

Wer öfter mal den Knopf löst nach dem Essen oder generell enge Kleidung trägt, sollte lieber auf luftige Sachen umsteigen, dann ist der Druck auf den Bauch geringer.

  1. Essen Sie langsam und bewusst

Eine Mahlzeit sollte ein Genuss sein. Langsames und bewusstes Essen gibt nicht nur mehr Freude am Essen, sondern dem Magen auch die nötige Zeit die Nahrung aufzunehmen und ohne übermäßige Säureproduktion zu verarbeiten. Durch langsames Essen ist außerdem auch der Weg zwischen Speiseröhre und Magen kürzer frei, Magensäure kann schwerer nach oben steigen.

  1. Zigaretten und Alkohol sind tabu!