Rapunzelsyndrom – Der Zwang die eigenen Haare zu essen

Schwarz-Weiß-Nahaufnahme einer Person, die eine Strähne ihres Haares mit den Fingern hält und es mit den Lippen berührt. Die Lippen sind leicht geschlossen und glänzend. Ein Teil des Gesichts und der Haare ist sichtbar. Schwarz-Weiß-Nahaufnahme einer Person, die eine Strähne ihres Haares mit den Fingern hält und es mit den Lippen berührt. Die Lippen sind leicht geschlossen und glänzend. Ein Teil des Gesichts und der Haare ist sichtbar.

Was ist das Rapunzelsyndrom?

Hinter dem Rapunzelsyndrom, auch bekannt unter Trichophagie, verbirgt sich eine seltene psychische Störung, die ein zwanghaftes Verhalten beschreibt, bei dem eine Person (ihre eigenen) Haare verschluckt bzw. isst. Es entsteht eine Ansammlung von Haaren im Magen, die nicht verdaut werden kann. Wenn dieser komplett gefüllt ist kann es passieren, dass sich die Haare weiter in Richtung Darm ausbreiten, wodurch es zum namensgebenden Rapunzelzopf kommt.

Dieses Phänomen wird vorwiegend bei jüngeren Mädchen beobachtet, die eine Neigung dazu haben, sich die Haare auszureißen und diese zu schlucken. Laut einem Bericht, isst eines von 2.000 Mädchen seine eigenen Haare.

Welche Symptome und Risiken bringt das Rapunzelsyndrom mit sich?

Durch die Störung der Magen-Darm-Passage kann es zu einer starken Gewichtsabnahme kommen. So gehen typische Symptome wie Bauchschmerzen, Erbrechen, Appetitverlust und Blähungen mit dieser Erkrankung einher. Außerdem können sich Depressionen, Bulimie, geistige Retardierung, Persönlichkeitsstörungen oder eine Schizophrenie entwickeln.

Bemerkbar macht sich diese Krankheit besonders durch eine harte, verschiebbare Wölbung im Oberbauch. In fortgeschritteneren Stadien kann es sogar zu einem Darminfarkt kommen. Hierbei entsteht eine lebensgefährliche Durchblutungsstörung, welche in kurzer Zeit ganze Darmareale absterben lassen kann. Dadurch und durch den Fremdkörper im Verdauungssystem besteht die Gefahr einer tödlichen Bauchfellentzündung.

Wie kann das Rapunzelsyndrom behandelt werden?

Je nach Größe und Verhärtung des Haarknäuls im Magen-Darm-Trackt erfolgt die Entfernung minimal-invasiv. Hierbei wird der Fremdkörper endoskopisch durch eine natürliche Körperöffnung, wie zum Beispiel dem Mund, entfernt. Dies ist jedoch nicht immer praktikabel, weshalb es passieren kann, dass der Haarballen operativ entfernt werden muss.

Betroffene können zusätzlich auch psychologisch betreut werden. Durch eine Therapie wird hierbei besonders die Kontrolle der Stimmung und das Verhalten der einzelnen Person trainiert.

Worin liegt die Ursache in der Entstehung des Rapunzelsyndroms?

Die Gründe für die Entstehung dessen sind weitgehend unbekannt. Es wird eine Überlappung von psychischen Störungen des Essverhaltens und des Selbstwertgefühls vermutet.

Neben Trichophagie, leiden Betroffene oftmals auch an einer Trichotillomanie. Das bedeutet, dass sie sich selbst büschelweise die Haare ausreißen.

Dieser Text wurde von unserer Redakteurin Sophia verfasst.

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