Hodenkrebs: Von der Selbstuntersuchung bis zur Behandlung

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Zwischen 25 und 45 Jahren, jung, dynamisch, mitten im Leben und männlich, so lassen sich die meisten Hodenkrebspatienten beschreiben. Obwohl die Krebserkrankung mit etwa 1,6 % relativ seltene ist, gehört sie bei den jungen Männern zu einer der häufigsten. Regelmäßiges Abtasten und eine gute Vorsorge sind deshalb besonders in jungen Jahren wichtig. Sie erhöhen die Heilungschancen, die bei Hodenkrebs in einem frühen Stadium über 90 % liegen.

Was ist Hodenkrebs?

Hodenkrebs ist der umgangssprachliche Begriff für ein Karzinom am Hoden. Das Geschwülst bildet sich meist aus den Keimzellen, die für die Spermaproduktion verantwortlich sind. Mediziner unterscheiden diese Keimzellentumoren zwischen Seminome, die aus einer Gewebeart bestehen, und Nicht-Seminome aus verschiedenen Gewebearten. Danach richtet sich auch die spätere Behandlung.

Beide Arten breiten sich zunächst innerhalb des Hodens aus. Im weiteren Verlauf können sie auch die Nebenhoden oder den Samenstrang befallen. Über die Lymphgefäße erreichen die Krebszellen schließlich auch den Lymphknoten im Bauchraum und können Metastasen in anderen Organen bilden.

Wie können Sie Hodenkrebs erkennen?

Ziehende Schmerzen sind bei Hodentumoren sehr selten. Meist verursachen diese gerade zu Beginn überhaupt keine Beschwerden. Oft ist aber eine Verhärtung ertastbar oder Sie können eine klare Vergrößerung erkennen. Zwischen dem 14 und dem 45 Lebensjahr sollten Sie Ihre Hoden deshalb monatlich selbst untersuchen.

Bei einem genauen Blick in den Spiegel entdecken Sie eventuelle Veränderungen in Größe, Form oder Aussehen. Zudem können Sie mit der Handfläche spüren, ob sich ein Hoden schwerer anfüllt als der andere. Beim Abtasten mit Daumen, Zeige- und Mittelfinger achten Sie vor allem auf Unebenheiten, Knoten und Verhärtungen.

Bemerken Sie bei der Selbstuntersuchung eine Veränderung, muss es sich nicht unbedingt um Hodenkrebs handeln. Sie sollten aber in jedem Fall einen Besuch beim Urologen vereinbaren. Schon bei einer körperlichen Untersuchung kann dieser weitere Anhaltspunkte erkennen. Im anschließenden Ultraschall wird ein eventuell vorhandener Tumor bildlich dargestellt. Zusätzlich wird oft eine Blutuntersuchung empfohlen. Das Labor sucht darin nach sogenannten Tumormarkern, durch die etwa die Art des Hodenkrebs bestimmt und der Verlauf kontrolliert werden können.

Risikofaktoren für Hodenkrebs

Der Hodenkrebs befällt in der Regel nur einen Hoden. Dennoch ist bei einem bekannten Karzinom das Risiko höher, dass sich auch am Zweiten im Lauf des Lebens ein Karzinom entwickelt. Zudem gibt es folgende bekannte Risikofaktoren.

  • Vererbung
    Hodenkrebs kommt innerhalb einer Familie häufiger vor. Besonders groß scheint das Risiko zu sein, wenn ein Bruder betroffen ist.

  • Hodenhochstand
    Wandert ein Hoden bis zur Geburt nicht wie von der Natur angelegt nach unten, erhöht sich das Risiko von Hodenkrebs. Eine Operation innerhalb des ersten Lebensjahres kann es eventuell wieder leicht senken.

  • Unfruchtbarkeit
    Viele Patienten mit Hodenkrebs weißen bereits eine verminderte Spermienqualität oder Unfruchtbarkeit auf. Dies sollte auch bei der Behandlung berücksichtigt werden, etwa durch das Einfrieren der Spermien.
  • Doppeltes X-Chromosom
    Beim sogenannten Klinefelter-Syndrom haben Betroffene einen zusätzlichen Chromosomen-Satz, also zwei X- und ein Y-Chromosom. Sie produzieren weniger Testosteron und haben auch ein höheres Hodenkrebs-Risiko.

Wie sieht die Behandlung von Hodenkrebs aus?

Um die Ausbreitung des Karzinoms zu stoppen, wird in der Regel der gesamte Hoden operativ entfernt. Dies hat meist keinen Einfluss auf die Sexualität oder die Fruchtbarkeit des Patienten, da der zweite Hoden die Funktion übernimmt. Im Anschluss gibt es verschiedene Möglichkeiten.

Viele Experten raten heute etwa dazu, zunächst abzuwarten und den weiteren Verlauf sehr genau zu beobachten. So wird nur weiterbehandelt, wenn der Krebs erneut auftritt. Bei Nicht-Seminonem kommt als Nachbehandlung zudem eine Chemotherapie infrage. Bei Seminomen ist sie auch in Kombination mit einer Strahlentherapie möglich. Eventuell befallene Lymphknoten können bei einer Operation genauer untersucht und gegebenenfalls entfernt werden.

Sollten Sie unsicher sein, welche Behandlung für Sie die Richtige ist, holen Sie am besten eine Zweitmeinung ein.

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