Gesundheitsupdate: verunreinigtes Trinkwasser

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Radio, Soziale Medien, Zeitungen: Fast überall wurde in den letzten Tagen und Wochen vor verschmutzen Leitungswasser gewarnt. Die Überschwemmungen und der starke Regen schwemmten an vielen Stellen Keime in die ansonsten sichere Trinkwasser-Versorgung. Besonders E. coli Bakterien können Symptome wie Durchfall und Erbrechen auslösen.

Was bedeutet die Warnung „Leitungswasser muss abgekocht werden“?

Gibt das Gesundheitsamt eine offizielle Anweisung heraus, sollten Sie zunächst tief durchatmen. Denn meist handelt es sich dabei um eine Vorsichtsmaßnahme. Das bedeutet: Auch wenn Sie in den letzten Minuten oder Stunden Wasser aus dem Hahn getrunken haben, werden Sie wahrscheinlich nicht krank. Dennoch sollten Sie das Leitungswasser ab sofort abkochen, bevor Sie

  • es trinken.
  • Lebensmittel damit waschen (Obst und Salat).
  • es zum Kochen oder Zubereiten von Nahrung verwenden.
  • Zähne putzen.

Die Waschmaschine sollte vorsichtshalber auf 40 °C eingestellt werden. Spülmaschinen erreichen um die 60 °C und stellen kein Problem dar. Auch Baden und Duschen sind sicher, solange sie das Wasser nicht schlucken.

Um krankmachende Organismen unschädlich zu machen, sollte das Leitungswasser etwa eine Minute sprudelnd gekocht werden. Danach lassen Sie es mindestens 10 Minuten langsam von selbst abkühlen. Wer möchte, kann auch auf Vorrat Abkochen und das Leitungswasser für einen Tag in einem sauberen und geschlossenen Behälter aufbewahren.

Was müssen Sie bei gechlortem Wasser beachten?

Chlor macht die meisten Verschmutzungen in Trinkwasser unschädlich. Viele Wasserwerke, die von der Verunreinigung betroffen waren, liefern deshalb inzwischen gechlortes Wasser. Der Schwimmbadgeruch ist im ersten Moment vielleicht abschreckend, es ist aber bedenkenlos nutz- und trinkbar.

Der Chloranteil ist sehr gering. Zudem wird die Chemikalie nur für einen kurzen Zeitraum eingesetzt, um das Leitungswasser zu reinigen. Sobald die Verschmutzung beseitigt ist, bekommen Sie wieder Ihr übliches Trinkwasser aus der Leitung. Erst wenn Sie über Monate oder Jahre auf gechlortes Wasser zurückgreifen, kann das negative gesundheitliche Folgen haben. Schwangere und Säuglinge sollten im Zweifel aber auf Wasserfilter oder Flaschenwasser zurückgreifen.

Wo erfahren Sie, ob auch Ihr Ort oder Urlaubsziel betroffen ist?

In Deutschland ist das Gesundheitsamt für die Versorgung mit sauberen Leitungswasser zuständig. Gibt es Bedenken, informiert das Amt die Bürgerinnen und Bürger aktiv. Dafür nutzt es Aushänge, Warnapps und auch die Medien, zum Beispiel Zeitungen und Radiostationen. Im Internet finden Sie deshalb schnell Informationen, welche Regionen betroffen sind. Sollten Sie unsicher sein, können Sie auch direkt beim Gesundheitsamt oder dem Wasserversorger nachfragen.

Fahren Sie in den Urlaub, informieren Sie sich am besten vorher über die Wasserversorgung vor Ort. Auch innerhalb von Europa kann diese ganz unterschiedlich sein. In großen Hotelketten ist das Leitungswasser dennoch meist sicher. Oft informieren die Betreiber auch darüber, worauf Sie achten müssen. Könnte das Wasser verschmutz sein, kochen Sie es vorsichtshalber ab. Das gilt insbesondere beim Campen oder bei Wasserquellen aus der Natur wie Bächen oder Seen.