Die Menopause – entspannt in den neuen Lebensabschnitt

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„Hast du gemerkt, wie reizbar sie in letzter Zeit ist? Das sind bestimmt schon die Wechseljahre.“ Bemerkungen wie diese zum Thema Menopause sind nicht ungewöhnlich. Viele Frauen fühlen sich bereits vor Beginn der Wechseljahre herabgestuft auf Hormone und körperliche Beeinträchtigungen. Oft begegnen sie den kommenden Veränderungen daher mit Unsicherheit.

Das ist meist unnötig, wie viele erfahrene Fachärzte betonen. Sie plädieren für einen entspannten Umgang mit der Menopause, das kann auch mögliche Beschwerden erleichtern. Diese sind nämlich so individuell wie eine Frau selbst – nicht jede muss mit jahrelangen Hitzewallungen und Reizbarkeit rechnen, manche haben es bereits einige Monate später hinter sich und starten entspannt in die Postmenopause.

Was ist die Menopause?

Die Menopause, also das „Aufhören der Monatsblutungen“, bezeichnet die hormonelle Umstellung zum Ende der fruchtbaren Phase im Leben einer Frau. Die auch als „Wechseljahre“ oder „Klimakterium“ bezeichnete Zeit tritt im Alter von 45 – 60 Jahren ein und kann bis zu 13 Jahre andauern. Sie ist aufgeteilt in drei Stufen:

  1. Perimenopause
    In dieser Zeit, kurz vor der letzten Menstruation, werden die Blutungen unregelmäßiger. Frauen sind in dieser Phase durchschnittlich 47,5 Jahre alt.
  1. Menopause
    Die Menopause bezeichnet den Zeitpunkt der letzten Menstruation, auf die für mindestens ein Jahr keine weitere gefolgt ist. Frauen sind in dieser Phase durchschnittlich 51 Jahre alt.
  1. Postmenopause
    Der Begriff „Postmenopause“ bezeichnet die Zeit nach der Menopause.

Welche Ausnahmen gibt es?

  • Regelmäßiger Alkoholkonsum kann durch die daraus resultierende Erhöhung des Östrogenspiegels zu einer Verzögerung der Wechseljahre führen.
  • In seltenen Fällen tritt die Phase des Klimakteriums früher ein: „Climacterium praecox“ bezeichnet eine mangelnde Funktion der Eierstöcke vor dem 40. Lebensjahr. Tatsächlich hat etwa 1 % aller Frauen unter 40 Jahren bereits die Menopause erreicht, jede 1.000 sogar vor Erreichen des 30. Lebensjahres. Bei einigen medizinischen Eingriffen wie etwa der Entfernung der Eierstöcke, Bestrahlung oder einer Behandlung mit Antiestrogenen wird der Eintritt der Menopause künstlich herbeigeführt.
  • Bei besonders dünnen oder unterernährten Frauen, Raucherinnen und Frauen, die an Diabetes mellitus leiden kann die Menopause früher eintreten.

Welche Beschwerden können auftreten?

Wichtig ist: nicht jede Frau hat Beschwerden, manche nur ein paar und oft auch nicht lange. Die folgende Liste enthält also lediglich eine Aufführung möglicher Beeinträchtigungen:

  • Osteoporose
  • Haarausfall
  • Hitzewallungen
  • Nachtschweiß
  • Stimmungsschwankungen
  • Schlafstörungen
  • Gelenkschmerzen
  • Trockenheit der Schleimhäute (daraus resultierend verminderte sexuelle Erregbarkeit)
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
  • Verstärkte Infektanfälligkeit
  • Angst
  • Depression
  • Herzrasen

Wie erleben Frauen in anderen Kulturen die Menopause?

Die Beschwerden bestimmen den Diskurs um die Menopause in unserer europäischen Kultur. Frauen empfinden sie als Phase des Alterns und der Unfruchtbarkeit. Demgegenüber steht der Umgang mit dem Klimakterium in anderen Kulturen, wie etwa Neuseeland, Georgien oder vielen afrikanischen und asiatischen Ländern, wo Frauen der neuen Lebensphase nicht nur entspannt entgegen sehen, sie erfahren sogar eine Aufwertung in der Gesellschaft. Sie gelten als weise und widmen sich nach ihrer fruchtbaren Zeit politischen, gesellschaftlichen oder anderen geistigen Aufgaben.

Wie können Beschwerden gelindert werden?

Dennoch: So positiv man diesen Lebensbereich auch betrachten mag, letztlich ist das Klimakterium eine biologische, vor allem hormonelle Umstellung und kann seine Folgen haben; zum Teil mit erheblicher Beeinträchtigung der Lebensqualität. Betroffene können sich aber anhand von gesunder Ernährung, körperlicher Aktivität, Rauchverzicht und Stressreduktion durch Yoga oder Qigong selbst helfen. Bei schlimmeren Beschwerden sollte der nächste Schritt aber ein Beratungsgespräch mit dem behandelnden Gynäkologen sein. Die Möglichkeiten einer Therapie sind ebenso vielfältig wie anpassbar.

Therapiemöglichkeiten:

  1. Alternativ- und Komplementärmedizin – „grün“ ist nicht immer gleich „sanft“

Pflanzliche Mittel sind beliebt, es gibt eine lange Bandbreite an „Nahrungsergänzungsmitteln“ mit vielversprechender Wirkung und mitunter saftigen Preisen. Ihnen sollte mit Vorsicht begegnet werden, denn viele Frauenärzte verweisen auf die schlechte Studienlage und fehlende Analysen zu Langzeitwirkungen. Das heißt: Bei vielen Pflanzenpräparaten gibt es kaum wissenschaftliche Erkenntnisse über die Wirksamkeit der Substanzen, ob sie effektiv sind oder dem Körper unter Umständen schaden können. Das Bundesinstitut für Risikobewertung rät von einer langfristigen Einnahme von Mitteln wie Isoflavonen (aus Soja oder Rotklee) ab, da einerseits deren Wirkung nicht nachgewiesen ist, andererseits aber auch eine Schädigung nicht ausgeschlossen werden kann.

So können diese pflanzlichen Hormone wie etwa in Soja oder Rotklee, die ähnlich wie Östrogene wirken, je nach Dosis und Phase der Menopause das Brustkrebsrisiko entweder günstig oder ungünstig beeinflussen. Besser erforscht ist etwa die Traubensilberkerze, da sie vor allem in Asien sehr beliebt ist. Allerdings wirkt diese Pflanze nur in Verbindung mit Johanniskraut, so das Ergebnis einer Studie der Uniklinik Hamburg-Eppendorf. Auch pflanzliche Mittel, besonders Johanniskraut, sollten in jedem Fall mit dem Gynäkologen abgesprochen werden, vor allem um Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten zu vermeiden.

  1. Hormontherapie

Die Deutsche Menopause Gesellschaft e.V. gibt eine Anwendungsempfehlung zum Thema Hormonsubstitution heraus. Sie rät nur dann zu einer hormonellen Behandlung, wenn dafür eine medizinische Begründung gegeben ist. Im Umkehrschluss bedeutet das: Alle Frauen kommen in die Wechseljahre. Deshalb sind sie aber noch lange keine Patientinnen und erst recht nicht therapiebedürftig.

Frauen die unter Schlafstörungen, depressiven Verstimmungen, Leistungs- oder Gedächtnisproblemen und anderen Beschwerden leidet, ist aber mit einer HRT, also Hormontherapie, oft geholfen. Ein Ausgleich von Hormonen kann auch beim Thema Geschlechtsverkehr helfen, manche Beschwerden wie trockene Schleimhäute können bereits durch hyaluronsäurehaltige Cremes oder Gele beseitigt werden, diese kommen ganz ohne Hormone aus. Jedoch sind auch lokale Hormonmittel meist gut verträglich und haben kaum Einfluss auf den Gesamtkörper.

Kann jede Frau eine Hormontherapie erhalten?

Im Allgemeinen muss der Gesamtnutzen für die Frau abgewogen werden. Aufgrund möglicher Nebenwirkungen und eines schmalen Zeitfensters bedarf es einer besonders ausführlichen Aufklärung durch einen Facharzt. So kann eine unnötige Erhöhung des Risikos für Brustkrebs, Herzinfarkte und Schlaganfälle vermieden werden. Verschiedene Leber- oder Tumorerkrankungen schließen zumindest temporär hormonelle Behandlungen aus.

Frauen ohne Vorbelastung durch bestimmte Erkrankungen oder Risikofaktoren können insgesamt von einer medizinisch begründeten Hormontherapie bis zum Alter von 60 Jahren profitieren. Einmal jährlich sollte die Indikation geprüft werden und eine mögliche Absetzung nach einem Zeitraum von etwa drei bis fünf Jahren erwogen werden. Entsprechend der persönlichen Bedürfnisse kann zwischen hoher, Standard, niedriger und ultraniedriger Dosierung und der Verabreichungsform, als Tablette, Spray, Gel oder Pflaster gewählt werden.

  1. Welche weiteren Möglichkeiten gibt es?

Neben der Hormon- und der Alternativ- bzw. Komplementärtherapie gibt es weitere Möglichkeiten. Bestimmte Medikamente der Pharmakotherapie, darunter auch Epilepsiearzneien können helfen, klimakterische Beschwerden zu lindern. Große Erfolge soll zudem Akupunktur feiern, vor allem als Mittel gegen Hitzewallungen.

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