Der Mutterpass – das bedeuten die Eintragungen

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Der Mutterpass ist ein kleiner Meilenstein zu Beginn Ihrer Schwangerschaft. Zugleich stellt er auch ein wichtiges Dokument dar, in dem alle Details zum Schwangerschaftsverlauf, sowie Eckdaten Ihrer Gesundheit und Krankengeschichte notiert werden. Sie sollten ihn immer bei sich tragen, damit der behandelnde Arzt im Notfall richtig reagieren kann.

Auf der ersten Seite sehen Sie den Stempel Ihrer Arztpraxis oder Hebamme und vereinbarte Termine. Spätestens ab der zweiten Seite Ihres Mutterpasses finden sich viele Fachausdrücke wieder. Wir erklären Ihnen Seite für Seite die wichtigen Begriffe, die Ihre Schwangerschaft nun begleiten:

Mutterpass Seite 2-3: Laboruntersuchungen und Rötelnschutz

Auf der zweiten und dritten Seite Ihres Mutterpasses wird Ihre Blutgruppe eingetragen. Der Rhesusfaktor ist von Bedeutung, wenn sich das Blut der Mutter und das des Kindes unterscheiden. Es kommt zu einer Rhesusunverträglichkeit, wenn die Mutter Rhesusnegativ und das Ungeborene Rhesuspositiv getestet werden. Ein weiterer Test auf dieser Seite ist der Antikörper-Suchtest, er gibt Aufschluss über Faktoren fremder Blutgruppen. Diese Erkenntnis ist wichtig, da diese gefährlich für das Kind werden könnten.

Eine Rötelninfektion der Mutter kann ihrem ungeborenen Kind schaden und zu schweren Missbildungen führen. Der Röteln-HAH-Test prüft, ob Antikörper gegen Rötelnviren bestehen. Dies ist der Fall, wenn bereits eine Rötelninfektion durchgestanden oder zweimal dagegen geimpft wurde. Drei weitere wichtige Tests, sind die Lues-Such-Reaktion welche zeigt, ob ein Syphilisinfekt vorliegt, das HBs-Antigen (Hepatitis B) und eine Untersuchung auf Chlamydien. Um die Gefahr durch diese Krankheiten für das Baby zu verringern, wird Ihr Arzt gegebenenfalls eine begleitende Behandlung durchführen.   

Ihr Arzt wird Sie auf die empfohlenen Laboruntersuchungen von Toxoplasmose und Zytomegalie ansprechen. Ein Toxoplasmose-Infekt ist erst einmal harmlos und kommt häufig durch Haustiere oder den Genuss von nicht komplett gegartem Fleisch zustande. Ihr Körper hat dann Antikörper entwickelt und ist fortan immun dagegen. Stellt sich nach dem Test heraus, dass das bei Ihnen noch nicht der Fall war, muss eine Infektion in der Schwangerschaft dringend vermieden werden, um schwere Schädigungen beim Kind zu verhindern.

Eine Untersuchung auf das Humane Immundefizienz-Virus (HIV) ist wichtig, da der Erreger bei der Geburt auf das Kind übertragen werden kann. Schutzmaßnahmen können das verhindern. Nichtsdestotrotz wird der Test nur nach einer Beratung und mit der Genehmigung der Mutter durchgeführt. Das Ergebnis wird nicht im Mutterpass festgehalten.

Als IGe-Leistung wird eine Infizierung mit B-Streptokokken untersucht. Dies ist besonders ab Schwangerschaftswoche 36 relevant, wie aus einer Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe hervorgeht.

Mutterpass Seite 4a-4b: Angaben zu vorangegangenen Schwangerschaften

Informationen über vorangegangene Schwangerschaften sind für Ihren Gynäkologen von großer Bedeutung für die Begleitung Ihrer jetzigen Schwangerschaft. Deshalb bietet die Seite vier des Mutterpasses Platz dafür. Dort werden alle vorherigen Geburten samt Geschlecht, Gewicht und Größe des Babys vermerkt. Abgänge, Fehl- (Abort) und Totgeburten oder Bauchhöhlenschwangerschaften (EUextrauterine Schwangerschaft) werden ebenfalls aufgelistet. Eine Spontangeburt bezeichnet eine Geburt ohne medizinische Eingriffe. Anders als eine Sectio, dabei handelt es sich um einen Kaiserschnitt, also einen operativen Eingriff. Abruptio ist der Begriff für einen Schwangerschaftsabbruch.

Mutterpass – Seite 5: Allgemeines und Vorsorgeuntersuchungen

Während der ersten Vorsorgeuntersuchungen gibt es viel zu besprechen. Auf der fünften Seite des Mutterpasses kann alles dazu eingetragen werden und im Fragenkatalog Entsprechendes vermerkt werden. Das umfasst neben der Anamnese unter anderem auch Ernährung, Sport und Reisen. Ein Zahnarztbesuch für die optimale Schwangerschaftsprophylaxe wird ebenfalls empfohlen. 

Mutterpass – Seite 6: Befunde und Geburtstermin

Ein spannender Moment: Sie erfahren den voraussichtlichen Geburtstermin. Er wird Sie in den 40 Wochen der Schwangerschaft begleiten und insbesondere zum Ende der Zeit immer mehr in den Fokus rücken. Beachten Sie jedoch, dass nur fünf Prozent dieser Kinder exakt an diesem Tag das Licht der Welt erblicken. Die Seite sechs des Mutterpasses gilt zudem Notizen zu besonderen Befunden zur Schwangerschaft. Haben Sie Allgemeinerkrankungen oder nehmen Sie Medikamente ein? Rauchen Sie oder besteht ein Schwangerschaftsdiabetes? Dies und mehr wird hier vermerkt. So kann eine möglicherweise bestehende Risikoschwangerschaft eingegrenzt werden

Mutterpass Seite 7-8: Schwangerschaftsdokumentation

Das Gravidogramm – Dieser Schwangerschaftsbeobachtungsbogen dokumentiert alle Ergebnisse der Vorsorgeuntersuchungen sowie mögliche Notfalluntersuchungen.

 

Gravidogramm

 

Mutterpass Seite 9: Besonderheiten zu den Katalogen & Stationäre Behandlungen, Cardiotokographische Befunde

Hat die Mutter während der Schwangerschaft einen stationären Krankenhausaufenthalt, vermerkt der Arzt dies auf dieser Seite. Treten vorzeitige Wehentätigkeiten auf, werden sie ebenfalls notiert, wie die Herzaktivität des Babys.  

Mutterpass Seiten 10 - 11 und 12 - 14: Ultraschall-Untersuchungen

Laut den Mutterschaftsrichtlinien stehen für die Mutter drei Ultraschallscreeninguntersuchungen an, vorausgesetzt die Schwangerschaft verläuft normal. Diese Screenings sind optional, werden jedoch von den meisten Müttern gerne in Anspruch genommen. Tatsächlich werden im Schnitt sogar mehr, etwa sechs Ultraschalluntersuchungen pro Schwangerschaft durchgeführt. Für das Kind oder die Mutter sind dabei keine Schädigungen zu befürchten. Die Ergebnisse der regulären US-Untersuchungen werden auf den Seiten zehn und elf festgehalten. Werden Weitere durchgeführt, stehen dafür die Seiten zwölf und 14 zur Verfügung.

In der neunten bis zwölften Schwangerschaftswoche findet das erste Screening statt, gefolgt vom zweiten in den Wochen 19 bis 22. Die letzte US-Untersuchung sollte in der 29. bis 32. Woche erfolgen. Ihr Arzt misst dabei die Größe des Kindes, wie sich die Organe entwickeln und seine Herzaktivität. Er vermerkt dabei auch die Fruchtwassermenge und den Sitz der Plazenta.

Mutterpass Seite 15-16: Abschluss-Untersuchung nach der Geburt

Die Abschlussuntersuchung nach der Geburt auf Seite 15 und Untersuchungen nach der Entbindung auf Seite 16, schließen die Dokumentation Ihrer Schwangerschaft ab. Die Epikrise, also Beurteilung der Schwangerschaft, Geburt und des Wochenbetts wird hier notiert. Ebenso wie die Vitalität und Entwicklung des Babys sowie Besonderheiten zu Nachsorgeuntersuchungen und Stillen. Die APGAR-Zahl etwa gibt Aufschluss über den Zustand des Neugeborenen. Die Skala reicht von 0 bis zehn. Einen APGAR-Wert von 9 bis 10 erhalten sehr fitte Kinder.

 

Abkürzungen im Mutterpass

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