Risikoschwangerschaft - keine Sorge!

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Im Mutterpass werden im Zuge der Vorsorgeuntersuchungen Risiken für die Mutter und das ungeborene Kind abgefragt. Das verunsichert viele Frauen. Diese Sorge ist zwar verständlich, doch glücklicherweise kommen die meisten Kinder gesund zur Welt. Ein gewisses Restrisiko bleibt jedoch für jede Schwangerschaft. Ist es für Mutter oder Kind höher als sonst, besteht eine Risikoschwangerschaft.

Welche Kriterien gelten für eine Risikoschwangerschaft?

Ihr Frauenarzt fragt von 52 möglichen unter anderem diese Kriterien ab:

  • Ist die Mutter jünger als 18 oder älter als 35 Jahre?
  • Hat die Mutter eine oder mehrere dieser Vorerkrankungen?
  • Diabetes
  • Asthma
  • Epilepsie
  • Herzerkrankungen
  • Nierenerkrankungen
  • Schilddrüsenerkrankungen
  • Bluthochdruck
  • Tuberkulose
  • Morbus Crohn
  • Sucht wie Rauchen oder Alkoholkonsum
  • Bestimmte Medikamente
  • Hepatitis
  • Gab es frühere Früh- oder Fehlgeburten?
  • Hatte die Mutter bei einer vorangegangenen Schwangerschaft einen Kaiserschnitt?
  • Besteht eine Rhesus-Unverträglichkeit?
  • Handelt es sich um eine Mehrlingsschwangerschaft?
  • Bestehen in der Familie der Mutter Erbkrankheiten?
  • Bestimmte körperliche Merkmale wie
  • Untergewicht oder Übergewicht
  • Gutartige Wucherungen (Myome) der Gebärmutter
  • Veränderungen im Gebärmutterhals
  • Fehlbildungen der Gebärmutter
  • Ungünstige Lage des Kindes im dritten Trimester

Die Einstufung als Risikoschwangerschaft erfolgt auf Grundlage dieser und anderer Kriterien. Entsprechend viele Schwangere erhalten daher die Erfassung als Risiko-Schwangere im Mutterpass.

Was bedeutet die Einstufung als Risikoschwangerschaft?

Ein Risiko bedeutet meist etwas Unkalkulierbares, kein Wunder also, dass diese Einstufung erst einmal Sorgen bereitet. Es gibt Risikoschwangerschaften die völlig komplikationsfrei verlaufen und gesunde Kinder hervorbringen. Ihr Frauenarzt nimmt es dennoch zum Anlass, Ihre Schwangerschaft engmaschig zu überwachen. In einigen Fällen werden ergänzende Untersuchungen durchgeführt.

Warum besteht bei besonders jungen Müttern ein höheres Risiko?

Bei Müttern unter 20 Jahren treten etwas häufiger vorzeitige Wehen oder eine Schwangerschaftsvergiftung auf. Dasselbe gilt für Mangelentwicklungen und Frühgeburten. Die Mutter und das Kind werden besonders engmaschig medizinisch überwacht.

Warum besteht bei Müttern über 35 Jahre ein höheres Risiko?

Die Zahl der Frauen, die im Alter von 35 bis 39 Jahren ein Kind zur Welt bringen steigt seit Jahren kontinuierlich an. Hat eine späte Schwangerschaft zwar Vorteile wie Erfahrung, Gelassenheit oder ein finanzieller Hintergrund, birgt sie allerdings auch Risiken. Fehl- oder Frühgeburten nehmen zu, ebenso Entbindungen per Kaiserschnitt. Für das Kind besteht ein höheres Risiko einer Chromosomenveränderung (etwa Trisomie 21), während bei der Mutter die erhöhte Sterblichkeitsrate zu engmaschiger Überwachung führt. Bei Schwangeren über 40 Jahren oder mehr steigen diese Risiken weiter an.

Keine Sorge!

Das hohe Niveau der medizinischen Versorgung von Schwangeren und Gebärenden in Deutschland ermöglicht meist eine problemlose Schwangerschaft und Geburt. Zudem ist das Erwarten eines Kindes etwas völlig Natürliches und keine Krankheit. Fast 97 Prozent aller Kinder kommen gesund und munter auf die Welt. Nehmen Sie an allen Untersuchungen im Rahmen der Vorsorge teil und sprechen Sie Ihren Arzt auf Ihre Sorgen an – zu einer guten Versorgung gehört auch eine seelische Betreuung.

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