Blutplasma – Eine Spende die Leben retten kann

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Bis in die 1970er Jahre hinein lag die Lebenserwartung von Menschen mit Bluterkrankheit bei etwa 30 Jahre. Heutzutage ist dies dank Medikamenten aus Blutplasma nicht mehr der Fall. Das Leben der Patienten hat sich dadurch in den letzten Jahren stark gewandelt und zum Positiven verändert. Die Herstellung von Präparaten für die Bluterkrankheit ist jedoch nur eine der vielen Anwendungsmöglichkeiten von gespendetem Plasma. Warum eine Blutplasmaspende wichtig ist und ob Sie als Spender in Frage kommen, ÄRZTE.DE hat sich für Sie informiert.

Was ist Blutplasma und welche Aufgaben hat es im Körper?

Als Blutplasma wird die im Körper enthaltene Blutflüssigkeit bezeichnet. Sie macht insgesamt 55 % des menschlichen Blutes aus. Plasma besteht aus zwei Komponenten: lebensnotwendigen, gelösten Stoffen und Wasser, welches dabei einen Anteil von etwa 90 % hat. Die übrigen 10 % setzen sich aus Plasmaeiweißen, Fetten, Zucker und anderen Inhaltsstoffen zusammen.

Durch seinen flüssigen Zustand erfüllt Plasma die Rolle des Lieferanten im menschlichen Körper und verteilt Stoffwechselprodukte wie Hormone und Glukose. Neben der Transportfunktion besitzen die einzelnen Bestandteile des Blutplasmas eigene, wichtige, Aufgaben. Vor allem die unterschiedlichen Eiweißstoffe sind für die Gesundheit des Menschen unersetzlich:

  • Antikörper, sogenannte Globuline, und Enzyme sind zwei Abwehrstoffe des Blutes und schützen den Körper vor Angriffen von außen.
  • Fibrinogen und Prothrombin kontrollieren die Blutgerinnung und werden dem Plasma bei Bedarf entzogen, um in Kooperation mit den Blutplättchen und der Wundoberfläche die Blutstillung voranzutreiben.
  • Albumin verhindert bei einer Verletzung, dass Blut aus den Gefäßen austritt.

Warum ist eine Blutplasmaspende wichtig?

Wer sich mit dem Thema auseinandersetzt, denkt dabei meistens an die bekannte Vollblutspende, bei der dem Spender 500 ml Blut abgenommen werden. Die Spende von Blutplasma wiederum ist oftmals nur eine Randnotiz. Dabei ist das gewonnene Plasma für die moderne Medizin nicht weniger wichtig. Die daraus hergestellten Medikamente sind für die Empfänger überlebenswichtig, denn allein in Deutschland sind etwa 16.000 Patienten darauf angewiesen. So benötigt ein erkranktes Kind zur Behandlung einer Blutgerinnungsstörung bis zu 100 Spenden im Monat, um ein normales Leben zu führen.

Welche Krankheiten können mit Plasma behandelt werden?

Um wirksame Medikamente für die verschiedenen Krankheiten herzustellen wird nicht das komplette, bei der Spende entnommene, Blutplasma benötigt. Vielmehr werden die unterschiedlichen Stoffe extrahiert, von denen jeder ein eigenes Anwendungsgebiet hat.

Fibrinogen und Prothrombin werden verwendet, um Menschen mit der Erbkrankheit Hämophilie A zu behandeln. Patienten mit dieser Erkrankung leiden an einer Blutgerinnungsstörung, umgangssprachlich auch Bluterkrankheit genannt. Seit der Einführung von Medikamenten auf Blutplasma-Basis in den 1970er Jahren haben Bluter heutzutage eine nahezu gleiche Lebenserwartung wie Menschen ohne Krankheit. Präparate auf Basis von Globulinen helfen dabei chronisch geschwächte Immunsysteme zu stärken, da der Körper der Betroffenen selbst keine Infektionen abwehren kann. Ebenso kann damit einer drohenden Rhesus-Unverträglichkeit zwischen Mutter und Kind vorgebeugt werden.

Neben der Medikamentenherstellung für chronische Erkrankungen wird Blutplasma verwendet um Produkte für die Notfallmedizin, wie Wundkleber für Operationen oder Erzeugnisse der alltäglichen Medizin herzustellen.

Der Bedarf an Präparaten aus Blutplasma ist in Deutschland ungebrochen hoch. Alleine um die Versorgung für einen Patienten für ein ganzes Jahr zu gewährleisten, werden bis zu 1000 Spenden benötigt. Aufgrund des hohen Bedarfs ist es für Spendeneinrichtungen wichtig, dass sich regelmäßig Menschen für eine Spende entscheiden.

Wer kann Plasmaspender werden?

Informationen Blutplasmaspender ÄRZTE.DE

 

Was muss vor und nach einer Spende beachtet werden?

Eine Blutplasmaspende ist eine Belastung für den Körper, daher sollte jeder Spender gesund sein sowie auf eine gute Vor- und Nachbereitung achten. Um am Tag der Spende bestmöglich vorbereitet zu sein, sollte auf genügend Schlaf geachtet werden. Ausreichend Essen und viel Trinken hilft dabei, Kreislauf und Blutzuckerspiegel stabil zu halten. Planen Sie genug freie Zeit für den Tag der Spende ein, damit eine möglichst entspannte Atmosphäre herrscht. Theoretisch kann mit Abstand von zwei Tagen regelmäßig Plasma gespendet werden. Spenderausweis nicht vergessen!

Ebenso wichtig wie eine gute Vorbereitung, ist die richtige Nachbereitung. Es empfiehlt sich, nach der Abnahme noch etwa 30 Minuten vor Ort zu bleiben und dem Körper eine kurze Erholung zu gönnen. Der angelegte Druckverband sollte mindestens 45 Minuten angelegt bleiben. Auch wenn die Blutplasmaspende für den Körper weniger anstrengend ist als eine Vollblutspende, sollten Sie für den restlichen Tag auf starke körperliche Belastungen wie Schwimmen verzichten.

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