Blutdruckwerte – das sollten Sie wissen

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Früher wurde er noch mit der Handpumpe und dem Stethoskop gemessen, heute kommen meist Geräte mit Display zum Einsatz, doch das Ergebnis ist immer gleich. Zwei Werte, ein höherer und ein niedriger, geben den aktuellen Blutdruck an. Dass dieser schon mal variieren kann, wissen wir; etwa, wenn das Herz vor Aufregung schneller schlägt und das Blut in den Ohren rauscht. Doch was sagen uns die Blutdruckwerte eigentlich, die bei jeder Vorsorgeuntersuchung gemessen werden?

Blutdruck – was und wie wird gemessen?

Blut, Herz und Gefäße bilden zusammen eine Art Transportsystem. Bei jedem Herzschlag wird das mit Sauerstoff angereicherte Blut in alle Winkel des Körpers gepumpt und sorgt so dafür, dass wichtige Stoffe dorthin gelangen, wo sie gerade gebraucht werden. Damit das funktioniert, übt das Herz Druck auf die elastischen Gefäße aus. Der Blutkreislauf fließt.

Beim Blutdruckmessen werden gleich zwei Werte ermittelt: Der obere systolische, während eines Herzschlags, bei dem der Druck am höchsten ist und der unteren diastolische zwischen den Herzschlägen. Um möglichst genau zu messen, sollte die Manschette nah am Herzen und über einem Gefäß angebracht werden, dass möglichst weit oben in der Haut liegt. Deshalb wird das Gerät meist in der Armbeuge oder am Oberarm angebracht.

Die aufblasbare Manschette unterbricht dort den Blutfluss. Früher lauschten Ärzte oder medizinische Fachangestellte mithilfe des Stethoskops dem Rauschen, das beginnt, sobald er wieder einsetzt. Heute ermitteln die Geräte automatisch den Widerstand. Die Einheit ist allerdings gleich geblieben. Millimeter Quecksilbersäule (mmHg) stammt noch von den ersten Messgeräten, die den Druck anhand einer Quecksilbersäule mit Millimeterskala anzeigten.

Die Blutdruckwerte sind bei jeder Messmethode gleich genau, sofern sie richtig durchgeführt wird. Einige Patienten beobachten allerdings ein Phänomen, das sich nur schwer beeinflussen lässt. Die Messung in der Praxis zeigt bei Ihnen sehr viel höhere Ergebnisse an als zu Hause. Oft hat das mit der Aufregung zu tun, die ein Arztbesuch mit sich bringen kann. Einige Mediziner empfehlen deshalb erstmals auftretende hohe Werte, daheim oder in der Apotheke überprüfen zu lassen. Erst wenn auch diese mehrmals auffällig sind, starten sie eine Behandlung. Bei einer Blutdruckerkrankung kann es zudem helfen, mehrmals zu messen. Schon nach zehn Minuten haben sich die Werte oftmals normalisiert.

Blutdruckwerte – der aktuelle Stand

Die Tabelle unten zeigt Blutdruckwerte eines gesunden Erwachsenen. Sollten Ihre Ergebnisse davon abweichen, könnte das auf eine Erkrankung hinweisen. Inzwischen ist sich die Forschung allerdings einig, dass 120 zu 80 nicht immer den idealen Blutdruck darstellt. Liegt eine Hypertonie, also ein Bluthochdruck vor, wird oft eher ein Wert von 140 zu 90 angestrebt. Für die Patienten ist die Behandlung so leichter in den Alltag zu integrieren. Das erhöht auch ihr Durchhaltevermögen, die Anweisungen des Arztes werden eher befolgt.

Einige Mediziner empfehlen sogar individuell auf den Patienten abgestimmte Blutdruckgrenzen festzulegen. Sprechen Sie deshalb am besten mit Ihrem Arzt über Ihre persönlichen Möglichkeiten.

 

 

systolisch

diastolisch

Normalwert

120

80

 

Zu niedriger Blutdruck

In der Regel sprechen wir von Bluthochdruck, er kann aber auch zu niedrig sein. Die sogenannte Hypotonie gilt nur in Deutschland als anerkannte Krankheit. Sie beginnt etwa bei Werten von 100 zu 60 mmHg und kann ganz verschiedene Ursachen haben. Vom Flüssigkeitsmangel und Blutverlust über eine Schilddrüsenerkrankung und eine Herzmuskelschwäche bis hin zu Nebenwirkungen von Medikamenten sind viele Auslöser möglich.

Da zu niedriger Blutdruck anders als Bluthochdruck keine Langzeitfolgen hat, muss er nicht unbedingt behandelt werden. Sollten Sie allerdings Symptome wie Sternchen-Sehen, Schwindelgefühl, Ohrensausen oder Müdigkeit bemerken, sollten Sie diese von Ihrem Arzt abklären lassen. Er kann Ursachen, wie eine Erkrankung oder Medikamente ausschließen. Neben der Behandlung der Ursache können außerdem Hausmittel helfen. Dazu gehören etwa viel Bewegung, langsam Aufstehen, ausreichend Trinken und Wechselduschen.

Bluthochdruck

Bluthochdruck wird auch Hypertonie genannt und sollte frühzeitig behandelt werden. Denn mit ihm steigt das Risiko zahlreicher Erkrankungen, etwa Herzschwäche und Herzinfarkt, Netzhautschäden oder Nierenversagen. Die Grenzwerte beginnen etwa bei 130 zu 80 und werden in drei Stufen eingeteilt:

 

systolisch

diastolisch

Hypertonie Stufe 1 ab

130

80

Hypertonie Stufe 2 ab

140

90

Hypertonie Stufe 3 ab

180

120

 

Bei leicht erhöhtem Blutdruck reicht oft eine Änderung der Lebensumstände aus. Regelmäßige Bewegung, der Verzicht auf Alkohol und Tabak sowie die Reduzierung von Stress können viel bewirken. Bei Übergewicht ist zudem eine Gewichtsreduktion entscheidend. Die Hypertonie kann allerdings auch genetisch veranlagt sein. In einem solchen Fall oder bei besonders hohen Werten ist zusätzlich eine Behandlung mit Medikamenten entscheidend.